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Nullam felis tenebrarum (Teil 1)

Auf nach Belleville

Mein Name ist Maeve. Ich komme aus SanFransico und habe mir einen kleinen Laden in einem verschlafenen Städtchen aufgebaut. Nun steht der Umzug an. Die Kartons sind gepackt, alle Möbel sind ausgeräumt und gesäubert. Meine schwarze Katze namens Luna, mein ständiger Begleiter, weiß auch schon, dass wir diese laute Stadt verlassen und in eine ruhigere Umgebung ziehen. Natürlich schicke ich sie nicht mit dem Umzugsunternehmen mit, sondern fahre mit ihr gemeinsam in unser kleines Häuschen.


Das Häuschen habe ich bei einer Stadtrundfahrt zufällig entdeckt. Es sah sehr unscheinbar und verwildert aus, aber dennoch versprühte es einen warmen, einladenden und dennoch verträumten Charme aus. Ich hatte mich auf den ersten Blick in das Häuschen verliebt und es sofort gekauft. So verbrachte ich die letzten drei Monate vor dem Umzug damit das kleine Häuschen bezugsfertig zu machen. Das hieß für mich, dass ich mehrere Überstunden in dem Laden machte und spät abends erst nach Haus kam.


Aber die Arbeit sollte sich lohnen. Der neue Anstrich draußen und die Pflege des Efeus, der sich an der Hauswand vor hochzog, ließen das Häuschen in einem neuen Glanz erstrahlen. Das Dach hatte ich von einem Bekannten wieder in Schuss bringen lassen und im vorderen Gartenbereich pflanzte ich verschiedene Blumen. Ich wusste wie viel Arbeit drin steckte, aber es war schön zu sehen, dass sich etwas tat.


Das Umzugsunternehmen war sehr früh bei mir in der alten Wohnung und lud die ersten Sachen ein, als ich zu einem Außentermin los musste. Meine langjährige Freundin übernahm für mich die Aufsicht bei dem Einladen und später dem Ausladen. Ich fuhr mit Luna nach Los Angeles zu dem Termin, bevor ich die Fahrt nach Belleville antreten würde. Insgemein hoffte ich, dass alles schon aufgebaut und eingeräumt sein würde, wenn ich in mein neues zuhause käme. Doch das würde es sicher nicht sein.


Am frühen Abend konnte ich endlich meine Fahrt nach Belleville starten. Der Außentermin bei einer sehr exklusiven Kundin hatte doch länger gedauert, als ich gedacht hatte. Die Stunden vergingen auf dem Highway wie im Flug und langsam setzte die Müdigkeit doch bei mir ein. Auch Luna merkte das ich ein Päuschen brauchte und mauzte mich an. "Ja Luna, du hast ja recht. Bei der nächsten Ausfahrt machen wir eine kleine Pause, bevor wir weiterfahren." Auf einem kleinen Parkplatz stieg ich aus und Trank etwas. Erst da bemerkte ich wie trocken und ausgedörrt meine Kehle schien. In mir wachten die Lebensgeister langsam nach einer Zigarette wieder auf und die Reise konnte fortgesetzt werden.


Ich kam in der tiefsten Nacht an. Mein kleines Cabrio stellte ich vor dem Häuschen auf der Straße ab, bevor ich mit Luna das Haus betrat. Luna ließ ich sofort aus ihrem Transportkörbchen heraus. Sie durchstreifte sofort jedes Zimmer und blieb schließlich in der Küche vor einem Karton sitzen. Ich war ihr in die Küche gefolgt, um ihr schnell noch etwas zu essen zu geben. Die kleine Schüssel, die ich ihr zubereitet hinstellte, leerte sie in sehr kurzer Zeit. Danach verschwand sie durch die Katzenklappe zu Terrasse in den hinteren Garten und ging in die Nacht hinein. Meine Beine trugen mich in das Wohnzimmer und ich setzte mich auf die Couch zwischen den ganzen Kartons.


Sicher würde es Stunden dauern jeden einzelnen Karton auszupacken und alles einzuräumen. Zum Glück war es bei mir nicht so. Ich machte zwei kleine Handbewegungen und murmelte etwas vor mich hin und die Kartons packten sich von selbst aus und alle Sachen räumten sich ein. Die Möbel gingen zu ihrem Platz und füllten sich, so dass das komplette Haus in weniger als zehn Minuten eingeräumt war. Manchmal ist doch ein wenig Magie ganz nützlich, so hatte ich auch das Haus schon geschützt, als ich es hergerichtet hatte. So durfte keine dieses Haus betreten, der mir Schaden zufügen wollte.


Nachdem alles an seinem Platz war, entschloss ich zu duschen und noch aus zugehen. Man hatte mir hier von einer Szenedisko erzählt, die mein Interesse weckte. nach der erfrischenden Dusche zog ich meine rote Seidencorsage mit schwarzer Spitze und eine schwarze, enganliegende Jeans an. Dazu passten meine kniehohen Stiefel perfekt. Ich ließ meine schwarzen, gelockten Haare locker über meine Schultern fallen und hob eine hellgrünen Augen mit etwas Mascara hervor. Auch meine vollen Lippen bekamen einen schönen Rotton. Ich war mit mir zufrieden. So konnte die Party losgehen, dachte ich mir und machte mich auf den Weg zur Disko.


Es war eine laue Sommernacht mit klarem Himmel, sodass man selbst die Milchstraße gut erkennen konnte am Himmelszelt. Der Weg zur Diskothek verlief durch den Stadtpark. Ich hatte einen kleinen Marsch von 30 Minuten vor mir. Meine Erwartungen und Vorstellungen wie es da sein sollte, übertraf die Diskothek bei weitem. Die Betreiber hatten das Thema sehr gut in Szene gesetzt. Ich schaute mich erst einmal um, bevor ich mich durch die Maßen auf der Tanzfläche schlug und mich zu dem Rhythmus bewegte. Die Stunden vergingen bei dem ausgelassenen Feiern wie im Flug und eh ich mich versah war es schon weit nach 3 Uhr. Für mich hieß es langsam den Heimweg zu bestreiten.


Auf dem Heimweg summte ich leise noch das letzte Lied vor mich hin und ging durch den Stadtpark. Hinter mir raschelte es immer wieder im Gebüsch. Plötzlich stand vor mir ein Mann in einem schwarzen Trendcoach, der ihm bis zu den Knöcheln ging, einer schwarzen Jeans und dazu noch ein paar Biker Stiefel. Ich blieb vor ihm stehen und schaute ihn direkt in die Augen. Dabei fragte ich mich was er vor mir wollte. "Na was machst du denn hier noch um diese Uhrzeit?" fragte er mich mit seiner rauen, tiefen Stimme. Meine Lippen zogen sich zu einem Lächeln und ich versuchte an ihm vorbeizugehen. Er packte meinen Arm und ehe ich mich versah stand ich mit dem Rücken an dem Baum, der gerade noch rechts von uns stand, und er direkt vor mir. In seinen Augen war ein Funkeln zu erkennen, was nichts Gutes zu hießen hatte.

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