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Nullam felis tenebrarum (Teil 3)

... dann entweihte er meinen Körper ritzte sein Zeichen in meine Haut und überlegte ob er mich nun töten oder doch eine von seinen Gefolge machen sollte. Ich hatte mir damals ehrlich gesagt gewünscht, dass er mich getötet hätte. Aber so musste ich leider damit leben nun eine von diesen Monstern zu sein." seufzend lies ich mich nach hinten fallen und lag schon fast ganz auf der Couch.
Bei den Worten der Entweihung meines Körpers schaute er mich in einem gierigen und lüsternen Blick an, der mir sagte, wenn ich diese Szene genau ausgeschmückt hätte, wäre er sicher über mich hergefallen. Ich schaute aus dem Fenster und sah wie die Sonne aufging. Ich deutete auf die Morgenröte und meinte: "Es wird Zeit zu schlafen." Erschrocken über dieses Naturschauspiel sprang er auf und wusste nicht wohin er sich verkriechen sollte, damit kein Sonnenstrahl ihn erhaschen konnte. Schmunzelnd kostete ich seine Nervosität aus und legte mich nun ganz auf meine Couch. Ich zog mir meine weiße Decke zurecht und kuschelte mich ein. "Falls du hier einen Keller suchst. Dieses Haus besitzt keinen!" meinte ich trocken und schloss die Augen. Er stürmte auf mich zu und begann mich zu schütteln. Meine Augen öffneten sich mit einem Mal und er schaute in meine nun Hass erfüllten Augen.


Auch meine Fangs kamen zum Vorschein und ich stieß ein genervtes Fauchen von mir. "Was ist dein Problem Vampir." Er schüttelte den Kopf und ließ von mir ab, blieb aber auf mir sitzen. "Spinnst du wir werden doch gegrillt, wenn wir hier bleiben. Gut du vielleicht nicht, keine Ahnung, aber ich sicher. Ist das deine Art Rache zu nehmen?" Ich holte tief Luft, um mich zu beruhigen und meinte dann in einem entspannten und müden Blick: "Du glaubst mir würde Sonne nichts ausmachen, da täusche dich bitte nicht. Nur habe ich eine Möglichkeit entdeckt dennoch den Tag genießen zu können ohne gegrillt zu werden, wie du so schön gesagt hast. Entweder du legst dich jetzt auf die Couch oder gehst in mein Schlafzimmer, was du machst ist mir gleich; nur lass mich schlafen!" die letzten Worte sprach ich mit einem strengen und sehr gereizten Ton wieder aus. Denn ich konnte es nicht leiden, wenn man mich um den Schlaf brachte.



Erstaunt und noch etwas geschockt ließ er sich neben mich sinken und kuschelte sich unter die Decke. Leise hauchte er mir in mein Ohr: "Ich hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich neben dir schlafe. Aber in einer solchen interessanten Gesellschaft kann ich nicht widerstehen. Ach übrigens man nennt mich Ty, aber meine Mutter nannte mich Tyran." mit geschlossenen Augen und schon leicht eingeschlafen murmelte ich sehr undeutlich: "Freut mich Ty." Neben mir hatte schon lange kein Mann mehr geschlafen, ich wusste zwar dass das nicht auf ewig so sein würde, aber dennoch genoss ich es. Die Sonne zog ihren Lauf und wärmte unsere kalten Körper. Als die Dämmerung heranbrach kam Luna zu uns und schmuste sich an mich. Sie ließ ihren Schweif unter meine Nase laufen und wusste dass sie mich damit kitzeln würde. Es war für mich das Zeichen das es langsam Zeit wurde aufzustehen.


Ich nahm seinen Arm von mir und schlich mich von der Couch, um Luna ihr tägliches Mahl zu geben, bevor sie wieder auf Streifzug ging. Sie war ein kleiner Nachtschwärmer wie ich. Nur gingen wir unsere eigenen Wege in der Nacht. Ich hörte mein Anrufbeantworter ab und erledigte die notwendigen Telefonate. Auch an ein Frühstück hatte ich gedacht. Ich füllte zwei große Gläser und stellte sie auf den Tisch. Danach ging ich zu Tyran und weckte ihn. Man konnte gut erkennen, dass er für einen kurzen Moment keine Orientierung hatte. Seine Fangs schossen heraus und seine Augen waren blutrot gefärbt. Mit der Zeit wusste ich, dass man schlafende Vampire besser schlafen ließ oder sie nur mit großem Geschick wecken durfte. Lächelnd saß ich auf der Armlehne meiner Couch und schaute ihn an. "Na hast du gut ruhen können, Tyran?" er nickte nur und schaute auf das volle Glas. "Ist das für mich?" Nickend nippte ich an meinem und schaute ihm bei dem Genuss des Blutes zu. "Das schmeckt ja göttlich, nach Rührei mit Schinkenspeck." strahlte er mich an und leckte sich über die Lippen. "Ja, so wie ein gutes Frühstück doch sein sollte." entgegnete ich und leerte mein Glas. Ich wartete noch kurz ab, bevor ich mit seinen und meinem Glas in die Küche ging.


Ich wusch die Gläser sofort ab, denn ich hasste es, blutige Gläser herumstehen zu lassen. Früher machte es mir nichts aus, meinen Teebecher etwas stehen zu lassen, aber seit dem ich gewandelt wurde, musste alles sofort gereinigt sein. Tyran folgte mir in die Küche und fragte mich: "Was für Blut war das eigentlich?" Ich drehte mich um und lehnte mich an die Spüle. "Es war Tierblut, denn ich bin der Meinung, dass man auch davon leben kann ohne einem Menschen zu beißen. Klar es gibt Blutbanken, wo man sich das Blut auch kaufen kann, aber da weiß ich nicht was es für eine Qualität hat oder ob es Krankheiten hat. Bei dem Blut was ich verwende bin ich mir sicher, dass es sauber ist." Tyrans Blick verriet mir dass er etwas geschockt war. "Das heißt du hast noch nie gejagt? Du bist noch nie deinen Instinkten gefolgt und hast noch nie menschliches Blut gekostet?" Er brauchte mich nur anschauen und konnte die Fragen sich selbst beantworten.


Wir gingen in das Wohnzimmer zurück, er holte seinen Mantel und schlüpfte hinein. Luna schmiegte sich an seine Beine und verabschiedete sich von ihm und mir. "Es wird Zeit das ich gehe. Ich danke dir für den Unterschlupf und das Mahl." Tyran machte auf seinen Absatz kehrt und ging zur Tür. Er öffnete sie und blieb kurz stehen, drehte sich noch einmal zu mir und lächelte: "Ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder Hexlein." Er hob die Hand und trat aus der Tür. So wie ich mir sicher war, dass er fort war, ging ich in mein Arbeitszimmer und suchte eine bestimmte Kiste heraus. In ihr lagen mehrere Zettel und Bilder drin. Ich durchforstete sie gründlich bis ich einen kleinen Notizzettel fand.


Diesen Zettel legte ich auf den Tisch und verstaute die Kiste wieder in ihrem Versteck. Sofort ging ich in mein Schlafgemach und zog mir etwas Bequemes und dennoch auffallendes an. In meinen Augen war es eine knappe schwarze Corsage und hautenge, dunkelblaue Jeans. Dazu passten super meine schwarzen Biker Stiefel die ich bei einem Flohmarkt günstig ersteigern konnte. Fertig für mein Vorhaben holte ich noch schnell den Notizzettel und machte mich auf den Weg. Die Nacht war klar und die Mondmutter war mir heut hold. Die Sterne wiesen mir den richtigen Weg und ich brauchte nicht lange um auf den städtischen Friedhof zu gelangen. Meinen Nachforschungen hatten ergeben, dass dieser Friedhof einer der Ältesten in der Gegend war. Ich versprach mir gute Erfolgschance, einen Schritt weiter zu kommen. Das Tor des Friedhofes war zu, es sah sehr alt und verbraucht aus.


Ich öffnete langsam das Tor und das Quietschen und stöhnen der alten Scharniere durchbrach die Stille der Nacht. Langsam kam ich mir wie in einem alten und schlechten Horrorfilm vor, wo eine junge Frau die Abkürzung über den Friedhof macht und dann von einem Vampir getötet wird. Bei dieser Vorstellung begann ich in mich hinein zu lächeln. Je tiefer ich in das Gelände des Friedhofes eindrang umso älter wurden die Gräber und umso dunkler wurde es. Vielleicht war es nur Einbildung oder entsprang meiner Fantasie, aber ich begann immer wieder den Eindruck zu haben, dass ich nicht allein auf diesem Friedhof und den Toten in den Särgen war. Denn ab und zu spürte ich Blicke auf mir, aber vielleicht spielte mir meine so lebhafte Fantasie mal wieder einen Streich. Ich suchte nach einem ganz bestimmten Grab und ich wusste dass es hier irgendwo auf dem Gelände war. In der Mitte des Friedhofes waren die Familiengruften und auf einer sah es so aus, als würde ein Mann hocken. Ich versuchte an etwas Normaleres zu denken, denn meine Fantasie ging mit mir durch. Aber diese dunkle Gestalt auf eine der Gruften ließ mir keine Ruhe. So drehte ich mich wieder um und schaute auf die Gruft. Nur war da keine dunkle Gestalt mehr.


Wäre ich noch ein Mensch gewesen, dann hätte ich sicherlich sehr große Angst bekommen und versucht ein Schutzzauber zu sprechen, aber als Vampir; sollte man doch eigentlich keine Furcht zeigen. Aber bei mir war das ein wenig anders. In mir stieg ein sehr ungutes Gefühl auf. Denn ich war mir sicher, dass ich in ein Gebiet eingedrungen war, wo ich nicht erwünscht bin und durch meinen noch menschlichen Duft als kleine Mahlzeit zwischendurch gesehen werden konnte. Ich ließ mir die Angst nicht anmerken und schritt festen Fußes weiter. Der Weg gabelte sich und ich folgte instinktiv dem rechten Pfad. Ging an zwei großen Büschen vorbei, es war hier nun so dunkel, dass ich kaum noch die Hand vor Augen sehen konnte. Während ich weiterlief versuchte ich noch einige Konturen zu erkennen, aber das was vor mir stand sah ich nicht. Ich dachte noch dass ich mir eine Taschenlampe mitnehmen sollte, tat es aber nicht. Mit voller Geschwindigkeit prallte ich gegen einen Körper und fiel zu Boden. Ich schaute nach oben und konnte nur die Umrisse einer männlichen Gestalt ausmachen.

Kommentare

  1. Mehr mehr mehr. Ich finde deine Story einfach klasse. Weiter so.

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