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Nullam felis tenebrarum (Teil 17)

Cecilia versteckte sich sofort in der dunkelsten Ecke, die sie erreichen konnte. Ellen schaute ihr zu und begriff das die Stimmen, die sich näherten, ihnen nicht wohlgesonnen waren. So versuchte auch Ellen sich zu verstecken. Die Kette an ihrem Bein war zu kurz. Sie legte sich flach auf den Boden und schloss die Augen. Innerlich hoffte sie, dass man denken würde, dass sie noch schlief. Die Stimmen wurden immer deutlicher. Es wurde still und die Schritte die mit den Stimmen immer lauter geworden waren, hörten auch auf. Die Stille wurde nur durch ein Knarren einer alten Tür durchbrochen. Ein Mann, was aus dem schweren Gang und den vorangegangen Gespräch zu hören war, betrat den Raum und kam zu Ellen. Mit einem kleinen Tritt in den Magen schaute er ob Ellen wirklich noch schlief. Sie musste sich zusammenreißen, dass sie nicht aufschrie. Nachdem der Mann keine Regung von Ellen sah, ging er zu Cecilia kettete sie ab und nahm sie einfach mit. Die Tür wurde wieder verschlossen und man hörte wieder die Schritte mit einem Geräusch, als würde etwas hinterher geschliffen würde. Die Geräusche wurden immer leiser und wieder hörte man ein Knarren einer Tür, am Ende des Ganges. 
Ellen setzte sich in den Lotussitz schloss die Augen und versuchte vor dem geistigen Auge eine Verbindung zu mir herzustellen. Ihr Geist stieg langsam hoch und verließ ihren Körper. Er schwebte über sie und blieb über ihr schweben. Sie stellte sich mich genau vor wie ich vor ihr stand und konzentrierte sich noch etwas mehr. Ihr Körper begann zu kribbeln, durch die Energie die durch sie lief. Im Geiste formte sie die Wörter: „Hilf mir. Ich bin gefangen genommen.“ Ellen versuchte ihren Standpunkt genau zu fixieren, um ihn mir zu zeigen. Ihr Geist zog nun durch den Raum hinaus in den Gang und durch das Gebäude in dem sie gefangen gehalten wurde. Er schwebte aus dem Gebäude auf die belebte Straße. Dort suchte ihr Geist nach dem Weg zu meinem Haus. Nach kurzer Orientierung machte er sich auf den Weg. An meinem Haus angekommen schwebte er hinauf in mein Zimmer und legte seine Hand auf meine Stirn. Dort verblieb sie wenige Minute bevor der Geist von Ellen zurück in ihren Körper wandte. Dieser Hilferuf kostete sie sehr viel Kraft, sodass sie nach kurzer Zeit, mit der Hoffnung dass ihre Botschaft angekommen sei, in Ohnmacht fiel. 

Während Ellen die Botschaft zu mir sandte, wurde Cecilia in dem anderen Raum gefoltert. Die Männer hatten sie an einen Stuhl gefesselt und sie mehrfach geschlagen. Immer wieder prügelten sie auf sie ein, aber sie vergaßen nicht, dass sie nur an den Stellen schlugen welche man nicht gleich sah. Einer der beiden Männer schrie sie nach jeder kleinen Prügelserie an. „Komm schon du kleines Biest, sag schon, für wen arbeitest du?“ Doch Cecilia hielt stand und spuckte ihm ins Gesicht. Mit letzter Kraft zeichnete sich ein Lächeln auf ihr Gesicht und sie entgegnete ihm: „Dir kleinem Bastard erzähle ich gar nichts. Aber eins sage ich dir noch, wenn ich hier rauskomme und er es mit bekommt, dann seid ihr Geschichte.“ Der andere von den beiden Kerlen lachte laut auf bevor er wieder auf sie einschlug. Jedoch verließ kein Schrei den Raum, denn die Wände waren alt und sehr dick. Die Folter dauerte noch mehrere Stunden. Die Männer zogen Cecilia wieder in den Raum wo Ellen noch ohnmächtig lag und ketteten sie wieder an. Danach verließen die Männer den Raum und gingen etwas Essen.


Ich schlief sehr unruhig und immer wieder war ich in einem Raum und sah Ellen am Boden liegen. Sie regte sich nicht, ich ging auf die Knie und schüttelte sie. Ellen blieb einfach liegen. „Hilf mir. Ich bin gefangen genommen.“ Diese Worte hörte ich auch ständig im Traum. Nachdem ich Ellen nicht wach bekam schaute ich mich um und ging zur Tür. Meine Hand glitt durch die Tür, als ich sie versuchte auf zu machen. So ging ich ohne sie zu öffnen heraus und folgte dem Gang. Es war wie ein Labyrinth und ich erreichte nach einer gefühlten Ewigkeit die Treppe, die mich hier rausführte. Langsam ging ich nach oben und sah einen weiteren langen Gang. Wieder folgte ich ihm bis ich zu einer Tür kam. Ich ging durch sie hindurch und sah mich um. Erst jetzt erkannte ich, dass ich im alten Theater war. Es wurde vor Jahren, als es fast völlig durch ein Feuer zerstört wurde, geschlossen. Sofort rannte ich nach aus dem Gebäude, denn ich wollte so schnell wie möglich nach Hause und es Tyran erzählen. Als ich auf die Straße kam, war sie so leer wie man es in den alten Westernfilmen immer bei einer Geisterstadt sieht. Mich überkam ein ungutes Gefühl und ich begann zu rennen. 


Ich rannte und rannte so schnell mich meine Füße tragen konnten. Egal welchen Weg ich nahm, wo ich abbog, immer wieder landete ich vor dem Theater. Völlig außer Atem blieb ich stehen und fiel vor Verzweiflung auf die Knie. Mein Blick richtete sich gegen den Himmel der trüb und trostlos war und ich begann zu schreien. Ich merkte wie etwas an mir rüttelte und schlug mit einem Mal die Augen auf. Ty saß an meinem Bettrand und schaute mich an. „Was ist los, wieso schreist du so?“ fragte er mich besorgt. Meine Augen folgten der Stimme die ich vernahm und langsam wurde mir klar, dass es ein Traum war. „Ich glaube ich weiß wo Ellen ist. Kennst du ein altes Theater was halb verbrannt ist?“ Tyran schaute mich an und nickte nach kurzem Überlegen. Er stand auf und ging nach unten. Ich schlüpfte aus dem Bett und zog mich an, bevor ich nach unten ging. Mein erster Weg ging in die Küche, denn ich brauchte dringend ein Frühstück. Tyran saß am Esstisch mit seinem Glas und einem Stadtplan von Belleville. Plötzlich schrie er auf: „Ich hab es.“

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