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Nullam felis tenebrarum (Teil 19)

Aus der aufgegangen Tür kamen vier Ramboverschnitte heraus. Die ersten Beiden hatten schwere Ketten in den Händen. Ich schaute zu Tyran und meinte mit einem leichten Grinsen: „Ohne die Ramboverschnitte wäre es auch viel zu einfach gewesen.“ Er nickte nur und wir machten uns kampfbereit. Unsere Augen funkelten in einem Wirbel aus blutrotem Nebel und unsere Fangzähne kamen zum Vorschein. „Wir haben schon auf euch gewartet.“ Sagte der linke der beiden Männer vorn. Die beiden Typen ließen die Ketten rasseln und kamen auf uns zu. Die Decke war für uns zu klein, um zu schweben. Leise zählte ich von drei rückwärts und wir griffen gemeinsam an. Ich nahm mir den Linken und Ty den Rechten vor. Mit einem gezielten Wurf landete die Kette meines Gegners am linken Handgelenk. Mit einem schelmischen Grinsen fragte ich ihn: „Ist das dein Ernst?“ Ohne seine Antwort abzuwarten fasste ich die Kette an und zog einmal kräftig daran. Die Kette zog sich um sein Handgelenk fest und ich riss ihn samt der Kette an mich ran. Als er vor mir stand machte ich kurzen Prozess und legte ihm die Kette um den Hals und erdrosselte ihn. Sein schlaffer Körper sank zu Boden.
Ich blickte mich um und sah das Ty die gleiche Idee hatte wie ich. Grinsend schaute ich ihn an und musste mir eingestehen, dass wir ein gutes Team waren. „Tyran, geh und hol Ellen. Sie ist hinter der letzten Tür des Ganges links. Beeil dich. Ich kümmere mich um die anderen Beiden.“ Etwas besorgt schaute Tyran mich an, aber folgte dann meinen Worten dienst. Nun drehte ich mich zu den beiden übrig gebliebenen Rambos und legte meinen Kopf schief. Herausfordernd meinte ich zu ihnen: „Na mit welchen Spielzeug wollt ihr mich jetzt Kitzeln?“ Die beiden Typen begannen zu lachen und das machte mich schon etwas stutzig. Ich fragte mich was die beiden vorhatten. Der linke Typ ging mit seiner Hand in die Hosentasche und holte einen Silberdolch heraus. Dieser Dolch stank nach Knoblauch und ich dachte mir, dass die Jungs wohl doch ihre Hausaufgaben gemacht hatten. Der andere von den windigen Typen zog mal wieder eine Kette zum Vorschein. Ich musste mir schnell eine neue Taktik einfallen lassen. Nur konnte ich hier keine Magie einsetzen, ohne Gefahr zu laufen, dass das Gebäude einstürzen würde.


So entschied ich mich dem Typen mit dem Dolch auszuweichen und dem Anderen zu zeigen, dass sein Spielzeug gefährlich sein könnte. Der Plan schien gut zu sein, doch die Schwierigkeit bestand darin, dass ich auf Beide Rücksicht nehmen musste. Die Zwei griffen mich gleichzeitig an, sodass es für mich noch etwas schwieriger wurde den Attacken mit dem Dolch auszuweichen. Doch langsam bekam ich einen Sinn dafür zubekommen. Geschickt wich ich den Versuchen mich zu erdolchen aus und brachte immer wieder für kurze Zeit den anderen mit der Kette ins Straucheln. Einen Momentlang achtete ich zu sehr auf den Kettentyp und es passierte. Mich traf der Typ mit dem Dolch knapp unter den Rippen an der rechten Seite. Ich stöhnte bei dem Stich auf und ging zu Boden. Nun hatten sie leichtes Spiel. Triumphierend grinsend kamen sie auf mich, als hinter ihnen eine dunkle Gestalt aus dem Schatten hervor trat. In diesem Augenblick wurde mir schwarz vor Augen und ich konnte nur noch Schreie aus der Ferne vernehmen.

Tyran bekam von meinem kleinen Zwischenfall mit dem Dolch nichts mit. Er war zu sehr beschäftigt die richtige Tür zu finden. Als er sie endlich gefunden hatte, schaute er sie sich an und machte ihre Schwachstellen aus. Seiner Meinung war es ein Einfaches sie auf zu bekommen, da es sich um eine Holztür handelte. So ging er einige Schritte zurück und nahm Anlauf bevor er jede einzelne Latte mit seinem Fuß zerbrach. Als die Öffnung groß genug war zum Durchsteigen betrat er den Raum. Er schaute sich in dem völlig dunklen Raum um und erblickte Ellen auf dem Boden liegend. Tyran stürzte zu ihr und strich ihr sanft über das Gesicht. Er hauchte: „Kleines, es wird Zeit wach zu werden. Maeve warten draußen auf uns. Wir müssen gehen.“ Langsam öffnete Ellen ihre Augen und schaute ihn ungläubig an. Er half ihr auf die Beine und wollte mit ihr den Raum verlassen als sie ihn am Arm hielt: „Ich kann hier nicht weg. Ich bin gefesselt. Wir müssen ihr auch helfen.“ Ty schaute sie fragend an und sie zeigte erst auf die Kette an ihrem Fuß und dann in die dunkle Ecke an der Wand, wo Cecilia kauerte. Ty verstand sofort und ging vor Ellen in die Knie. Er nahm die ersten Kettenglieder in die Hand und zog einmal kräftig daran.


Die Glieder gaben nach und Ellen war frei. Dann fragte er sie: „Wen müssen wir noch helfen, Ellen?“ – „Na ihr müssen wir helfen.“ Entgegnete sie ihm und zeigte auf Cecilia, die nun langsam aus der Ecke kam. Ihr scheuer Blick fingen Tys Augen auf und er begann zu schmunzeln. Er ging zu ihr herüber und zerbrach die Kette genauso wie Ellens. In der Zwischenzeit hatte der Unbekannte meine beiden Gegner am Kragen gepackt und sie erst den Gang entlang geworfen, bevor er einen nach dem anderen sich zur Brust nahm. Ohne mit der Wimper zu zucken schnappte er sie am Genick und brach es ihnen. Danach nahm der stattlich aussehende Mann, der eine Lederhose und die dazugehörige Lederjacke anhatte, mich auf die Arme und ging zu dem Gefängnis von Ellen und Cecilia. Er blieb vor der Tür stehen und meinte mit seiner rauhen Stimme: „Na Reißzähnchen hast du es endlich geschafft die Beiden zu befreien. Wir sollten hier schnellstens weg, denn Maeve muss unbedingt versorgt werden, bevor sie stirbt.“ Tyran zog eine Augenbraue hoch und fragte beleidigt: „Ey, was soll das mit dem Reißzähnchen und wer bist du überhaupt?“ – „Das tut jetzt nichts zur Sache, Zähnchen. Wir müssen los und zwar JETZT.“ Der Unbekannte drehte auf dem Absatz um und ging schnellen Schrittes den Gang zurück.

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