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Nullam felis tenebrarum (Teil 20)

Ty und Ellen schauten sich verwirrt an und folgten ihm. Ellen zog Cecilia hinter sich mit, denn alle wussten, dass es sicher nicht lange dauern würde, bis die Nächsten hier auftauchten. Als Ty, Ellen und Cecilia den Ausgang erreicht hatten stand der Unbekannte vor meinem Chevy und wartete. „Oh man, ich habe echt schon schnellere Vampire gesehen als dich. Jetzt schließ den verdammten Wagen auf und fahr die Mädels und Maeve nach Hause. Ich werde direkt hinter euch sein.“ Meinte er und streckte Tyran den Schlüssel entgegen. Rasch öffnete er das Auto und ließ als erstes Ellen hinten einsteigen. Der Kerl in dem Bikeroutfit drängte sich an Ty vorbei und reichte mich vorsichtig Ellen. Sie legte meinen Kopf auf ihren Schoss und fragte ihn besorgt: „Was ist mit ihr?“ Ohne ihr zu Antworten klappte er den Beifahrersitz zurück und ging auf seine Harley Davidson zu. Ty schaute ihm noch nach bevor er zur Fahrerseite rannte und einstieg. Cecilia stand noch vor der offenen Beifahrertür, als Tyran sie anschrie: „Mädel beweg deinen Hintern rein, oder willst du hier Wurzeln schlagen?“ Er startete den Motor und ließ ihn aufheulen. 

Sein Blick wanderte auf die gegenüberliegende Straßenseite und sah den Scheinwerfer von der Maschine. Stockend setzte sich mein Chevy in Bewegung und im Rückspiegel konnte man erkennen, dass der Unbekannte uns folgte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Gangschaltung bekam Ty langsam ein Gefühl dafür. Tyran nutzte die leeren Straßen und fuhr etwas zügiger. Er schaute in den Rückspiegel um zu schauen, ob das Motorrad immer noch hinter ihm war. Seine Stimme brach durch die Stille im Wagen. „Wie geht es Maeve, Ellen?“ Auch wenn Tyran es nie zugeben würde, er machte sich offenbar Sorgen um mich. Die letzte Zeit war doch ein intensives Band zwischen Ellen, Tyran und mir entstanden. Man konnte schon fast von einer Familie reden. Jeder hatte die Anderen schätzen gelernt. Ellen schaute mich an und entgegnete ihm mit leicht bedrückender Stimme: „Ich denke, es geht ihr immer schlechter. Wir sollten uns beeilen. Ich hoffe wir schaffen es noch.“ Die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht und Tyran legte noch einen Gang zu. Er raste durch die 18th und bog in die Chefferson Road, die eine beliebte Einkaufsmeile war. Nach der Chefferson Road bog er links in die Rockstreet. Von hier war es nur noch ein Katzensprung bis zu meinem Haus.


Mit quietschenden Reifen bogen wir in unsere Straße ein und Ty parkte das Auto vor meiner Haustür. Er stieg sofort aus und bedeutete Cecilia auch auszusteigen. Sie gehorchte sofort und trat dann ein Stück vom Auto weg. Tyran rannte den Vorgarten entlang um schon einmal die Haustür zu öffnen. In der Zwischenzeit hatte der Typ sein Motorrad hinter meinem Chevy geparkt und war gerade dabei mich aus dem Auto zu holen. Er trug mich auf seinen Händen Richtung Haus, gefolgt von Ellen und Cecilia. Tyran hatte das Sofa schon zu Recht gemacht und ging noch schnell den Wagen abschließen. Der Unbekannte legte mich sanft auf das Sofa und wendete sich dann zu Ellen. „Bist du ihre Schülerin?“ wollte er von ihr wissen. Ellen nickte nur. „Zeig mir bitte ihre Küche.“ Forderte er sie auf und folgte ihr in die Küche. Dort gab er ihr mehrere Anweisungen und sie gehorchte ihm. Sie suchte für ihn mehrere Kräuter aus und verarbeitete sie zu einer grünlichen Paste. Mit dieser kamen sie wieder in das Wohnzimmer, wo Tyran vor mir kniete und mich nicht aus den Augen ließ. Cecilia hatte an dem großen Esstisch Platz genommen und schaute aus der Ferne zu. Sie überlegte, ob sie nicht lieber gehen sollte.


„Reißzähnchen mach mal Platz hier ich muss dahin.“ Sagte der Biker Kerl mit seiner rauen Stimme zu Ty. Mit einem leisen fauchen folgte Tyran den Worten und setzte sich auf die Sofalehne. „Ich behalte dich im Auge.“ Meinte Ty und schaute ihn eindringlich an. Mit einem Schmunzeln im Gesicht kniete sich der Typ vor mich hin und öffnete die Corsage von mir. Er sah sich kurz meine Wunde an. Sein Blick wanderte hoch zu meinem Brustkorb und vergewisserte sich wie meine Atmung ist. Mein Brustkorb hob und senkte sich nur noch sehr leicht. Tyran starrte auf meinen Oberkörper. Der Unbekannte zog sich das weiße Muskelshirt aus und säuberte damit die Stichwunde. Er beugte sich über die Wunde und legte seine Lippen auf. Langsam zog er das knoblauchdurchtränkte Blut in seinen Mund. Als er sich sicher war, das er den größten Teil heraus gesogen hatte, nahm er die Steinschüssel mit der Paste und rieb die Wunde großzügig damit ein. Er schaute Ellen an und meinte mit ruhiger Stimme. „Bring mir etwas Verbandszeug.“ Sie eilte los und holte den Erste Hilfe Kasten aus dem Wandschrank in der Küche. Ellen öffnete ihn und gab ihn eine große Kompresse und zwei selbstklebende Binden. 


Nachdem er die Wunde verbunden hatte fragte er Ty wo mein Schlafgemach sei. Langsam hob mich der Typ ohne Namen hoch und schaute Tyran an. Auch Tyran erhob sich von der Lehne und führte ihn in mein Zimmer. Er öffnete die Tür und ließ ihn durch, aber nicht ihn aus den Augen zu lassen. Sanft wurde ich in mein Bett gelegt und zugedeckt. „Sie braucht jetzt Ruhe.“ Mit diesen Worten ging der Fremde wieder aus meinem Zimmer und ging mit Tyran zu Ellen und Cecilia. Tyran setzte sich zu den beiden Mädchen und fragte den Unbekannten: „So und nun sagst du uns erst einmal wer du bist und woher du Maeve kennst.“ Sein linker Mundwinkel zog sich nach oben zu einem frechen Grinsen und der Fremde setzte sich, mit einem umgedrehten Stuhl, zu den Anderen an den Esstisch. „Ich bin ein alter Freund von Maeve. Mein Name ist Eras, aber bevor ich alles erzähle, müssen wir noch einmal zum Theater, Reißzähnchen. Die Mädels bleiben hier, denn das ist eine Arbeit für uns Männer.“ Mürrisch folgte Tyran Eras, als er sich vom Tisch erhob. Bevor Ty das Haus verließ meinte er noch zu Ellen: „Lass keinen hier rein und bereite schon einmal das Ritual vor. Ach ja und deine kleine Freundin kann die Nacht auch hier verbringen. Ich bin so schnell wie möglich wieder zurück, Kleines. Ich verspreche es dir.“ Er ging hinaus und folgte Eras zu seinem Motorrad. Ellen schaute den Beiden nach wie sie die Straße entlang fuhren, bevor sie die Tür hinter sich schloss.

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