Direkt zum Hauptbereich

Nullam felis tenebrarum (Teil 28)

"Das stimmt schon, nur sollten wir das nicht ganz außer acht lassen. Schließlich hat sie mit jemanden zusammen gearbeitet, der alles andere als harmlos ist." meinte überlegend Eras. Ich nickte ihm zu und schaute Tyran an. "Was sagst du dazu? Glaubst du ihr, wenn sie sagt, dass sie bei uns bleiben will? Glaubst du das sie uns gegenüber jemals loyal sein kann? Meinst du die Gefühle zu dir und uns reichen aus?" Ty schnaufte, man konnte sehen, dass er sich selbst nicht sicher war. Er wollte es nicht wahr haben, was wir gerade erfahren haben. Seit er ein Vampir ist, hatte er niemanden so nahe an sich heran gelassen wie Cecilia. Doch er wusste, dass was sie getan hatte, war keine Kleinigkeit. Schließlich ging es hier nicht nur um mich sondern hier steckten nun alle darin. Jeder von uns konnte nun ein Ziel von Endris Meister und seinen Leuten werden. Mit nachdenklicher Stimme entgegnete er mir: "Hexlein ich bin mir nicht sicher. Ich will ihr glauben und ich weiß, dass sie mich liebt. Doch ob das reicht, kann ich dir nicht sagen. Ich weiß auch nicht, was sie alles denen erzählt hat. Nur sollten wir kein unnötiges Risiko eingehen."

Nickend nahm ich es zur Kenntnis und mein Blick wanderte weiter zu Ellen. Sie hatte von uns allen am meisten Zeit mit Cecilia verbracht. "Ellen, was meinst du? Wie siehst du die Sache?" Sie schob ihre Brille hoch und schaute nachdenklich. Trotz ihrer Brille konnte man sehen, dass sie den Tränen nah war. Ich wusste das es für uns alle, ein riesiger Schock war und ein großer Vertrauensbruch zu dem auch. Ellen schluckte und versuchte die Fassung zu bewahren. "Ich weiß es nicht genau Maeve. Sie ist eine gute Freundin von mir, dachte ich zu mindestens. Aber ich würde sie nicht vor die Tür setzen, aber ob ich ihr vertrauen könnte, noch einmal, weiß ich auch nicht. Es tut einfach verdammt weh." Nach diesen Worten brach sie zusammen und ihr liefen die Tränen über ihre Wangen. Luke stand ohne ein Wort auf und setzte sich neben Ellen. Sanft berührte er sie und zog sie in seine Arme. Ich konnte den Blick von der Verletzlichkeit, die deutlich zu spüren war, von Ellen, nicht wenden. Nun ergriff Eras wieder das Wort. Er merkte das wir alle sehr ratlos waren und uns die Gefühle übermannten. 


"Ich weiß das es für euch alle furchtbar schwer sein muss, weil ihr sie ins Herz geschlossen habt. Es ist wie als, wenn man ein Kind verlieren würde. Doch versetzt euch einmal in Cecilias Situation. Sie ist vom Regen in die Traufe gekommen. Man hat ihr einfach die Kindheit und die Jugend entrissen. Sie haben ihr die Unschuld genommen und wer weiß was noch für Dinge angetan." Tyran unterbrach ihn. Er hatte die Hände zu Fäusten geballt und schlug sie wütend und unter blutigen Tränen auf den Tisch. Man spürte das sein Herz, auch wenn es schon lange aufgehört hatte zu schlagen, zersprang. "Was willst du damit sagen Köter? Das ich nicht weiß was sie durch gemacht hat? Das ich sie rausschmeißen will. Verdammt, ich liebe sie und sie gehört an meine Seite, egal was ihr sagt. Wenn ihr sie raus schmeißt, dann gehe ich auch." Eras schaute mich grinsend an und ich verstand, auf was er hinaus wollte. Auch ich konnte mir ein schmunzeln nicht verkneifen und lehnte mich zurück. Tyran und Ellen sahen uns fragend an. "Das ist schön für dich Reizzähnchen. Wie sieht es mit dir aus Ellen. Gehst du dann auch?" provozierte Erasmus.


"Sag mal spinnst du? Willst du sie jetzt vor die Wahl stellen, zu wem sie halten müssen?" mischte sich Luke ein. Eras begann zu knurren und Tyran stand mit einem Satz auf. Seine Augen wurden blutrot und man konnte seine Zähne sehen. Die Situation war zum zerreizen an gespannt. "Jungs, jetzt beruhigt euch. Zum einen stellt hier keiner einen vor die Wahl. Eras will nur sehen was jeder einzelne hier tief im inneren fühlt. Also Ellen, welchen drang versprühst du. Würdest du mit Cecilia mitgehen oder hierbleiben. Du weißt das es hier immer gefährlich sein kann." Ich versuchte die Situation etwas zu beruhigen und ich war von mir selbst überrascht, dass sie so gut hörten. Ty setzte sich wieder auf seinen Stuhl und er sowie Eras beruhigten sich etwas. Ellen holte tief Luft und schloss die Augen. Alle schauten sie an und waren auf ihre Antwort gespannt. "Ich würde hier bleiben, auch wenn es mir schwer fallen würde sie gehen zu lassen. Aber hier weiß was auf mich zukommt, dass kann ich da nicht." Entsetzt sah Tyran Ellen an. "Wie kannst du nur." meinte er erbost. "Nein Tyran, gib Ellen nicht die Schuld. Sie hat nur gesagt wie sie sich entscheiden würde. 


Doch es heißt noch lange nicht, dass wir Cecilia vor die Tür schicken." ermahnte ich ihn. In diesem Moment mischte sich wieder Luke ein. "Toll wie ihr euch den Kopf zerbrecht. Klar ist die Situation schwierig, aber ihr vergesst da eine Sache. Wenn ihr mal richtig überlegt und euch an das was das kleine Mädchen gesagt hat erinnert, werdet ihr euch vielleicht besser entscheiden können." Man konnte sehen das uns das Gesicht einschlief. Denn das was Luke da sagte, war absolut richtig. Wir hatten uns komplett auf eine Sache eingefahren und uns von unseren Gefühlen treiben lassen. Dabei hatten wir, das außer acht gelassen, was uns das kleine Mädchen erzählt hatte. Ich wusste zwar nicht all zu viel über Orakelwesen. Doch eins war mir bewusst, sie hatten immer recht und ich wusste, dass die Entscheidung, die wir über Cecilia treffen würden, unsere Zukunft entscheiden würde. Tyran schaute den Werpanter an und fragte ungeduldig: "Dann spuck es aus, was hat das Mädchen über Cecilia gesagt. Du weißt doch mehr, als was du bis jetzt gesagt hast." Luke schaute ihn an und holte tief Luft bevor er begann: "Also das Mädchen hatte doch gesagt ...

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die goldene Maske (Teil 4)

Diese wurden dann von zwei Männern in das Zimmer geleitet und Aiden kam in den Ballsaal wieder. Er nickte einen der anderen Männern zu und nahm Zina zu sich, da er das Hotel mit ihr verlassen wollte. "Komm ich denke es wird Zeit, dass wir gehen." lächelte er sie unter seiner Maske an. Wieder nickte sie nur stumm und stand auf. Fühlte sie sich doch die ganze Zeit über fehl am Platz, bei diesem Ball. Er fuhr mit ihr zu seinem Loft und bot ihr eins seiner Gästezimmer an. Dabei war es ein Zimmer, welches mit Glassteinen abgetrennt wurde. Sie nahm es dankend an, auch wenn sie wusste das sie wie auf dem Präsentierteller saß. Erzog sich zurück, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass sie allein war, zog sie das Kleid aus und ging nackt in das große Boxspringbett. Zina zog sich die Decke bis zu den Schultern hoch und versuchte sich zu entspannen. 

Galatea (die Bücherapp)

 Hallo ihr Lieben, heute möchte ich euch nach langem mal wieder etwas vorstellen, was mich total begeistert hat. Ich lese sehr viel auch in meiner Freizeit und auf Reisen. Um da nicht immer die großen, dicken Wälzer mitzunehmen und dennoch den Genuss vom Abtauchen in eine andere Welt zu genießen habe ich für mein Handy eine App gefunden. Galatea von der Firma Inkitt GmbH bietet viele Bücher in den Genre Romantik, Erotik, Fantasy. Einige der Bücher kann man nicht nur lesen, sondern sich auch als Hörbuch anhören. Dabei ist die Auswahl sehr hoch und es ist nicht nur die deutsche Sprache vertreten. Als Liebhaber von Büchern in Papierform bin ich von dieser App dennoch überzeugt und kann sie weiterempfehlen. Sie ist kostenlos erhältlich und man muss nicht zwingend Geld ausgeben, wenn einen die Wartezeiten zwischen den Kapiteln nicht stört. Schließlich sollte man nicht permanent am Smartphone kleben. Die App findet man im Google Play Store. Wer Interesse hat, schaut sie sich einfach mal ...

Nullam felis tenebrarum (Teil 23)

Die zwei Wochen verflogen wie im Flug und wir versuchten so viel wie möglich vorzubereiten. Ellen und Cecilia wurden auf einen Kampf vorbereitet. Ich brachte Ellen, die wirklich sehr schnell lernte, einige Zauber bei, die sie zur Verteidigung einsetzen konnte. Cecilia wurde von Tyran mit zwei Dolchen vertraut gemacht. Sie lernte schnell die Kampfkunst. Sie verbrachten viel Zeit damit und Ty war Ende der zweiten Woche sehr stolz auf sie. Auch ich war nicht untätig, während Ellen ihre Zauber mit Eras schulte mischte ich einige Zaubertränke zusammen, die einige der Werwölfe für kurze Zeit irritieren und außer Gefecht setzen sollten. Ich mischte alle etwas stärker, jedoch war die Dosierung nicht lebensbedrohlich. An den Abend vor dem Vollmond gingen wir noch einmal alle Einzelheiten durch. "Wir bleiben immer zusammen und Ellen wird mit mir einen magischen Schutzkreis ziehen. Also sollte keiner von uns aus ihn heraustreten." meinte ich. Ich schaute zu meinem Liebsten und überlegte...