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Nullam felis tenebrarum (Teil 30)

Fragend schaute Cecilia mich an und war sichtlich irritiert. Sie durfte hierbleiben, aber nicht mehr mit Ellen in einem Zimmer wohnen. Das verstand sie nicht. Ty, der immer noch vor ihr stand, hatte ein noch breiteres Grinsen im Gesicht als zuvor. "Also wir hatten gedacht, dass du bei mir oben im Dachgeschoss einziehen wirst." meinte er dann mit einem sehr gelassenen Unterton. Ihre Blicke trafen auf ihn und ihr Blick sprach zu ihm Bände. Als er ihren Blick sah, konnte er nicht anders handeln, als laut aufzulachen. "Schaut sie euch an, jetzt schaut sie schon wie ein aufgeplatztes Eichhörnchen. Oh man, hat jemand einen Fotoapparat, dass müssen wir festhalten." Eras kam mit Ellens Smartphone an und schoss über Tyrans Schulter das Foto. Selbst er konnte bei dem Blick nicht anders als laut los zu schnaufen vor lachen. "Überprüft lieber mal, ob sie noch atmet. Nicht das sie erstarrt ist." meine Luke trocken. In diesem Moment war es um uns alle geschehen. Herzhaft lachten alle auf, nur Cecilia stand immer noch mit ihren großen Augen und offenen Mund da. Es dauerte einen kleinen Moment bevor wieder leben in sie zurück kam und sie uns verlegen angrinste. 

Kichernd und nach Luft japsend meinte sie: "Ihr habt mich aber echt kalt erwischt. Ich dachte wirklich, dass ich nun gehen muss. Danke, wirklich. Ihr seid wie eine Familie für mich. Aber meint ihr das ernst, dass ich bei Tyran wohnen darf?" Langsam und völlig außer Atem beruhigten wir uns und setzten uns noch einmal alle gemeinsam an den Tisch. "Ja, dass war unser Ernst, dass du zu mir hochziehen sollst. Hier weiß jeder, dass wir uns lieben." meinte Ty. Ellen ergänzte seine Aussage noch. "Oder meintest du, dass es von uns noch keiner mitbekommen hat, dass du dich immer zu ihm hochschleichst." Cecilia wurde schlagartig rot. "Ja, aber .... aber wieso habt ihr nichts gesagt?" Eras schmunzelte: "Weil es sich nicht gehört. Ganz einfach. Ihr hättet es nicht verstecken brauchen, oder dachtest du, dass wir es euch verbieten würden?" Ihr Blick schweifte durch die Runde bevor sie mit dem Kopf schüttelte. "Nein, nur bin ich in solchen Sachen noch unerfahren." entgegnete sie. Mein Blick ging zu den Fenstern. 

"Es war eine harte und lange Nacht für uns alle. Ich denke wir sollten uns eine Mütze Schlaf gönnen." schlug ich vor. Wir sahen alle angeschlagen aus. Einstimmig nickten alle. Jeder machte sich auf den Weg in sein Bett. Tyran nahm Cecilias Koffer und ging mit ihr in den Arm geschlossen nach oben. Luke ging Richtung Haustür, als ich mich ihn noch zuwendete, bevor ich mit Eras nach oben ging. "Wenn du willst, kannst du auch hier dich ausruhen. Sei unser Gast, Luke." Zum Abschied schenkte ich ihm noch ein Lächeln bevor ich mit meinem Geliebten die Treppe hinaufstieg. Luke drehte sich zu Ellen um, die noch schnell den Tisch herrichtete bevor sie auch nach oben gehen wollte. "Was denkst du, Ellen? Sollte ich das Angebot annehmen, oder ist es dir unangenehm." Ellen drehte sich verlegend grinsend zu ihm um und meinte unsicher. "Ich habe nichts dagegen. Mach dir wegen mir keine Gedanken. Aber wenn du hier schlafen willst, dann sollte ich dir vielleicht noch eine Decke herunter bringen." Stillschweigend nickte er und stieg aus seinen Stiefel im Flur aus. 


Während Ellen schnell nach oben in ihr Zimmer ging um eine Decke zu holen machte es sich Luke schon einmal auf meiner großen Couch gemütlich. Er hatte sich bis auf seine Unterwäsche ausgezogen und die Sachen zusammengelegt auf einen Stapel auf ein Stuhl gelegt. Um Ellen nicht die Schamröte ins Gesicht zu malen, deckte er sich mit einer leichten Decke zu. Luna hatte sich schon zu ihm gesellt und rollte sich schnurrend in ein weiteres Kissen. Ellen brachte nach wenigen Minuten ihm eine zweite Decke und lächelte ihn verlegen an, als sie ihn in eine Decke gewickelt auf der Couch sah. "Öhm .... hier hast du noch eine Decke Luke." meinte sie kleinlaut. Er nahm sie entgegen und legte sie sich daneben. Entgegen lächelnd bedankte er sich bei ihr. "Danke Ellen. Eine gute Nacht wünsche ich dir." nickend und immer noch lächelnd drehte sie sich um und ging zur Treppe. Luke überlegte kurz und stand auf. Während seines schnellen Schrittes hinter Ellen hinterher, wickelte er sich die Decke um die Hüften. Am Treppenabsatz hatte er sie eingeholt und hielt sie sanft am Arm fest. 


Sie drehte sich um und stand vor ihm. Da Ellen schon zwei Stufen hochgegangen war, hatte sie nun auch seine Größe erreicht. So trafen sich ihre Blicke noch intensiver. Bevor jedoch sie etwas sagen konnte, gab Luke ihr einen Kuss. Für sie stand plötzlich die Welt still. Als sie sich wieder aus dem Kuss lösten, ging er ohne ein Wort wieder ins Wohnzimmer und legte sich schlafen. Einen kurzen Moment stand Ellen auf den Stufen und schaute ihm nach. So etwas war ihr noch nie passiert. Beflügelt von dem Kuss setzte sie ihren Weg ins Schlafzimmer von sich fort. Als sie in ihrem Bett lag, klopfte ihr Herz wie wild. Es schien fast so, als würde es Saltos springen. Nur fragte sie sich woher er nur wusste, dass er ihr gefiel. Auch Luke lag noch einige Zeit wach genoss die Ruhe um sich. Gedankenversunken war er bei Ellen. Er hoffte, dass er nicht zu forsch gewesen ist. Luke hatte schon vor einiger Zeit bemerkt das Ellen was für ihn empfinden musste. Denn sie war in seiner Nähe immer sehr nervös. Mit einem Lächeln auf den Lippen schliefen Luke und Ellen ein.

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