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Nullam felis tenebrarum (Teil 35)

Tyran und Luke standen vor einem Knäul schwarzen Stoffes. Beide schauten sich an und gedanklich losten sie aus, wer sich hinunter beugte um zu schauen was sie da angefahren hatten. Ty atmete einmal tief ein und meinte: "Pass auf Kleiner, ich beug mich runter und du gibst mir Rückendeckung. Sollte irgendwas sein, rennst du zu den Mädels und bringst sie in Sicherheit. Hast du verstanden?" Luke nickte, denn er konnte erkennen wie ernst es Tyran damit war. Ty nickte zurück und beugte sich dann langsam hinunter. Der Geruch vom Blut stieg ihn immer mehr in die Nase und er war froh, dass er vor kurzem erst getrunken hatte. Er schaute sich das Knäul genau an und legte dann zwei Finger auf etwas, dass wie ein Hals aussah. Ty wartete kurz und spürte dann das Pulsieren der Schlagader. Schlagartig drehte er seinen Kopf nach oben und meinte plötzlich hektisch. "Verdammt, wir haben einen Menschen angefahren. Los renn zum Auto und bring die Karre her. Wir müssen den hier sofort weg bringen." Luke riss die Augen auf und war starr. Er konnte nicht fassen das er einen Menschen angefahren hatte. "Aber wie kann das sein, ich hätte ihn doch sehen müssen." stammelte er und bleib immer noch stehen. "Verdammt beweg dein Arsch." brüllte Ty ihn an.

Luke starrte auf Tyran und sah wie seine Reißzähne zum Vorschein gekommen waren. In diesem Moment wurde er wieder klar im Kopf und stürmte sofort in Richtung Auto. Tyran drehte sich wieder zu dem Verletzten und hauchte beruhigend. "Komm halt durch, wir bringen dich ins Krankenhaus. Da wird dir geholfen." Der Verletzte legte seine Hand auf die von Ty und raunte mit letzter Kraft und sehr unverständlich: "Maeve" Tyran traute seinen Ohren nicht und fragte die Person noch einmal. Mit letzter Kraft raunte er Maeves Namen und verlor dann das Bewusstsein. Ty wusste was er zu tun hatte. In diesem Moment hatte Luke schon das Auto gedreht und blieb neben Tyran stehen. Er öffnete die hintere Tür und meinte hektisch: "Cecy und Ellen rückt hinter." Ty hob die Person vorsichtig an und legte sie den Mädchen mit den Kopf auf den Schoss. Nun konnte man erkennen das es sich um einen Mann handelte. Luke schloss die Tür hinter Tyran, der die Fahrertür schon geöffnet hatte. Luke rannte einmal um das Auto und stieg auf der Beifahrerseite ein. "Komm beweg dich." schrie Ty ihn an. Man konnte gut erkennen, dass Tyran sehr angespannt war. Luke hechtete auf den Sitz und hatte kaum die Tür schließen können, als Ty mit quietschenden Reifen losfuhr.

Er raste durch den Wald, die Dörfer in die Stadt hinein. Immer wieder fragte er ob der Verletzte noch atmete und wie es ihm ging. Ty bog von der Hauptstraße in eine Seitenstraße ab. "Ey Mann, du bist falsch abgebogen, hier geht es nicht zum Krankenhaus." meinte Luke und fragte sich wie die Mädchen wo er hin wollte. "Da will ich auch nicht hin." meinte Tyran knapp mit festem Blick auf die Straße. Die Drei fragten sich wo er dann hinwollte, doch wussten sie, dass sie ihn jetzt lieber nicht noch mehr fragen sollten. Denn man konnte deutlich erkennen, dass er sehr angespannt war. Sie bogen noch zwei mal ab und kamen dann auf die Straße, in der sie alle zu Hause waren. Ty blieb vor dem Haus stehen und Luke sprang mit ihm zeitgleich aus dem Wagen. Er hatte verstanden, dass der Vampir den Verletzten zu Maeve bringen wollte. So rannte er los und öffnete die Garten- und Haustür. Ty hatte in der Zwischenzeit die Hintertür aufgerissen und dabei sie fasst aus den Angeln genommen. Er beugte sich hinein und nahm den immer noch bewusstlosen Körper in seine Arme. Vorsichtig und dennoch eilig, kletterte er wieder aus den Wagen und rannte mit ihm zum Haus. So wie er die Türschwelle betrat schrie er lautstark "Maeve!".

Er eilte ins Wohnzimmer und rief immer wieder den Namen. Doch er traf im Wohnzimmer nur auf Eras. "Wo ist sie?" brüllte er den Wolf an und legte den Verletzten auf die Couch. "Sie ist nicht hier." meinte Erasmus mit ruhiger Stimme. Er verstand nicht wieso Ty so aufgebracht ist. "Verdammt wo ist sie?" schrie er immer noch völlig aufgebracht. Cecilia und Ellen kamen dazu und sahen immer noch sehr verängstigt aus. Luke parkte das Auto bevor er auch ins Haus ging. Eras schaute in die Runde und wollte nun erst einmal wissen was passiert war. Behutsam fasste er Tyran am Arm und deutete ihm das er sich erst einmal setzen sollte. "Maeve wurde in die Highlande gerufen. Sie ist vor wenigen Stunden abgereist und ich habe keine Ahnung wann sie wiederkommt. Nun erzählt aber erst einmal was passiert ist und wer das überhaupt ist." Dabei deutete Eras auf den für ihn Unbekannten. Die Mädchen und Luke setzten sich an den großen Esstisch und Ty atmete tief durch bevor er anfing. Erasmus hörte ihn aufmerksam zu und nickte immer wieder. Als Ty fertig war fragte er: "Und was machen wir nun? Wir können ihn doch hier nicht einfach so liegen lassen? Können wir sie denn überhaupt nicht erreichen?" Man konnte seine aufsteigende Verzweiflung spüren.

Eras legte ihm seine Hand auf die Schulter und meinte immer noch völlig ruhig. "Wir werden uns um ihn kümmern bis sie wieder da ist. Ich hoffe das es nicht so lange dauern wird." Dann wendete er sich zu Ellen und lächelte sie an "Kannst du bitte in die Küche gehen und mir ein paar Kräuter bringen. Ich denke du weißt noch was ich für Kräuter brauche. Nur bring bitte auch Gänsefingerkraut mit." Ellen nickte und verschwand in der Küche. Eras ging an die Bibliothek und suchte eines der Heilkundebücher heraus. Er schlug eine Seite auf und ließ Ellen, die mit den ganzen Kräutern hereinkam, eine Salbe anrühren. Luke und Tyran entkleideten in der Zwischenzeit den Verletzten und Cecilia brachte ein Paar Kompressen und Verbände. Die Fünf verarzteten ihn. "Nun können wir erst einmal nichts weiter für ihn tun. Aber ich glaube, er wird das schon überleben." Luke und die Mädchen räumten alles auf und begannen dann die Sachen aus dem Auto zu räumen. Tyran und Eras gingen in den Garten und redeten miteinander. "Kennst du ihn? Denn anscheinend kennt er Maeve." meinte Ty. Erasmus schüttelte den Kopf. "Nein ich kenne ihn nicht. Aber ich war auch nur ein kleiner Teil von Maeves Leben. Ich hoffe meiner Liebsten geht es gut und sie kommt bald wieder."

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