"Wenn ich ihnen helfen kann, tue ich das gern, Majestät." entgegnete ich ihm und hoffte das er etwas klarer mit seinem Wunsch wurde. "Lin ist nicht meine einzige Tochter. Ich habe noch eine. Sie ist älter. Es war unsere Erstgeborene. Lani hatten wir sie genannt." er unterbrach sich selbst und schnaufte, bevor er fortfuhr. Man erkannte in seinen Augen, dass es ihm das Herz brach. Ich hatte ihn als alten, weisen Drachen kennen gelernt und ich wusste das er seine Familie trotz der ganzen Traditionen sehr liebte. "Die Familie meiner Frau war eine Familie mit einer alten und besonderen Tradition. Nach ihrer Tradition musste unsere Erstgeborene bei den Großeltern aufwachsen bis sie ein bestimmtes Alter erreicht hat. Danach wurde sie fortgeschickt und muss ihren vorbestimmten Weg selbst finden. Lani hat dieses Alter fast erreicht, doch als mein Bote, der ihr immer zu ihrem Geburtstag etwas brachte, zu mir kam, erzählte er mir etwas." Wieder unterbrach er sich selbst. Man konnte spüren, dass es ihm sehr schwer fiel darüber zu reden. Irgendetwas musste passiert sein, dass er sich jetzt sehr große Sorgen machte. "Das Dorf in dem meine Tochter bei ihren Großeltern lebte, wurde zerstört." Er war dem Tränen nahe und Lin schluckte.
Automatisch ging ihre Hand zu seine und hielt sie fest. "Die Großeltern waren tot, so wie alle in diesem Dorf. Aber Lani war nicht da. Sie war nicht da. Deswegen habe ich auch meine Tochter zu ihnen geschickt, Maeve. Ich bitte sie, finden sie meine Tochter und bringen sie sie mir zurück." Seine Bitte klang flehend und seine Augen sprachen das aus was er versuchte in seiner Stimme zu verstecken. Ich nickte und schenkte ihm ein Lächeln. "Es ist mir eine Ehre, dass ich für sie ihre Tochter suchen soll. Ich komme ihrer Bitte natürlich nach und werde sie suchen, Majestät." Da ich nicht wusste, ob sie noch lebte oder nicht. Wollte ich ihm nicht zu viel versprechen. Denn ich wollte auf keinen Fall riskieren, meinen Kopf zu verlieren und ihn die Hoffnung nehmen die er sich vielleicht durch eine zu unüberlegte Sache machte. Er vernahm nickend meine Worte und in seinen Augen funkelte ein wenig Hoffnung, die er in mich steckte. "Ich werde mich gleich auf die Suche begeben, Majestät. Doch habe ich vorher noch eine Bitte an sie." Lins Augen wurden bei dem Wort Bitte größer, denn sie wusste, dass man nach der Tradition keine Bitte an den König richtet, wenn man an seinem Leben hängt. Doch wusste sie auch das ich alles mit bedacht tat. "So tragt sie vor." entgegnete er mir.
So wie auch seine Tochter wusste er, dass ich seine Traditionen kannte und respektierte, und wenn ich eine Bitte hatte, wäre es nur eine, die seine erfüllen könnte. "Ich danke ihnen, Majestät. Meine Bitte an sie ist, dass ich etwas brauche, was ihrer Tochter gehörte. So kann ich vielleicht sie besser und schneller finden." Wieder nickte er und klatschte einmal in die Hände. Aus einer kleinen Seitentür kam Lao Ying mit einer kleinen Decke. Sie reichte sie mir still und ich dankte ihr nickend. Lao Ying verschwand darauf wieder durch die Tür. "Nehmt sie und bitte, Maeve, findet meine Tochter." bat mich noch einmal der König. "Ich werde mein Bestes tun." erwiderte ich und zog mich zurück. Eine der Wachen brachte ich in mein Gemach zurück. Sofort nahm ich meine Tasche und packte meine Bücher aus. Innerlich hoffte ich, dass ich sie schnell finden würde. Die Seiten der Bücher flogen von einer zur anderen Seite, bis ich einen Spurenzauber gefunden hatte. Ich rieb einen Bergkristall an die Decke und sprach dabei leise immer wieder den Namen. Langsam färbte sich der Bergkristall in ein leichtes Blau. Das war für mich das Zeichen das er die Aura in sich aufgenommen hatte.
Ich behielt den Stein in meiner Hand und zog mich fix um, bevor ich mich auf den Weg machen wollte. Gerade als ich die Tür öffnen wollte stürmte auch schon Lin ins Zimmer. "Mein Vater dachte, dass du vielleicht etwas Hilfe gebrauchen könntest. Deswegen hat er mich zu dir geschickt." Ich lächelte Lin an und nahm sie in den Arm. "Ich danke dir, Lin. Dann lass uns aufbrechen." Sie nickte und wir gingen auf eine der vielen Terrassen, die das Schloss besaß. Ich öffnete meine Hand und sprach den Spruch, der mich zu Lins Schwester bringen sollte. "Monte et fluvio torrente. Per ups et pertulerat. Sphaera ejus ostende mihi viam quaero. Me ducere ad istum locum." Der Bergkristall erhob sich aus meiner Hand und zeigte mir die Richtung. Lin verwandelte sich und ich stieg auf ihren Rücken. Vor uns schwebte der Kristall in einem blauen Schimmer und zeigte uns in die Richtung in die wir mussten. Wir folgten ihn in die einsamen Berge, in die sich sonst keiner hinwagte. "Diese Berge sind gefährlich und wir sollten uns hier eigentlich nicht aufhalten, Maeve." meinte Lin. Nickend stimmte ich ihr zu und ließ mich von ihr absetzen. "Lin, ich bitte dich auch, dass du wieder zurückfliegst. Ich möchte dich nicht in Gefahr bringen."
"Aber Maeve, für dich ist es doch noch" meinte Lin, doch ich unterbrach sie. "Nein Lin. Ich möchte nicht, dass dein Vater noch eine Tochter vielleicht verliert. Bitte flieg zurück. Wenn ich deine Hilfe brauche, werde ich dir bescheid geben." Ich wartete nicht ihre Antwort ab, denn ich wusste das sie protestieren würde. So schloss ich sie zum Abschied noch einmal in meine Arme und schenkte ihr ein Lächeln. Lin nickte und sie verwandelte sich wieder in einen Drachen und flog zurück zum Schloss. Ich schaute ihr noch nach bevor ich meine Blicke auf einen kleinen steilen Weg, der vor mir lag, richtete. Der Aufstieg würde lang und beschwerlich werden. Aber ich wusste, dass ich oben das finden würde wonach ich suchte. So machte ich mich auf den Weg, den schmalen steilen Weg zu erklimmen. Es wurde immer kälter und ein aufziehender Wind peitschte mir ins Gesicht. Er war der Vorbote für einen voranschreitenden Sturm. Meine Augen erblickten ein kleines Stück vor eine kleine Höhle und auch der Kristall deutete auf sie. Würde ich da Lins Schwester finden? Meine Schritte wurden schneller, denn ich wollte noch vor dem Sturm in der
Höhle sein, egal was mich da erwartete.
Den Eingang der Höhle erreichte ich gerade noch rechtzeitig bevor der Sturm über die Berge hinein brach. Meine Blicke schauten nach draußen, wo ich nichts mehr als ein Wirbel aus Schneeflocken erkennen konnte. In der Höhle war es stock dunkel, so dass selbst ich kaum etwas sah. Ich beschloss mir es etwas zu erleichtern und beschwor ein kleines Fuchsfeuer "Illumina tenebras lucem divellat vulpe prosequentibus me deducatis. ita fiat" Vor mir bildete sich eine kleine blaue Flamme, die mir den Weg erhellte. Der Bergkristall in meiner Hand begann zu vibrieren. Das war für mich das Zeichen, dass ich meinem Ziel ganz nahe sein musste. Langsam und immer auf der Hut schlängelte ich mich durch die Gänge der Höhle, bis ich zu einem großen Raum kam. Es sah aus wie ein Altarraum. In der Mitte des Raumes, der mit vielen Statuen an den Wänden und in der Mitte verziert wurde, erkannte ich ein junges Mädchen in einem schneeweißem Gewand. Sie kauerte auf dem Boden vor einer Art Tisch und hatte ihren Kopf gesenkt, sodass ich nicht das Gesicht erkennen konnte. Dann fielen mir die schweren Ketten um sie herum auf. Eine raue und dunkle Stimme ertönte und füllte die Stille des Raumes.
Um mich nicht gleich zu verraten löschte ich das Fuchsfeuer und verbarg den Kristall in meiner Kleidung. Ich war mir sicher, dass das Lani sein musste. Doch zu wem gehörte die Stimme. "So du bist also die Letzte der Wächter. Aber nicht mehr Lange. Noch bevor der Tag heute endet, wirst du nicht mehr sein." lachte die Stimme und eine riesige Schlange kroch von einer der Statuen herunter. Ich beobachtete die Situation und wusste, dass ich Lani retten musste. Meine Blicke erkundeten den Raum ganz genau und ich schlich mich zu einer links neben dem Eingang stehenden Statue. Die Schlange beugte sich zu Lani und zischte laut. Das war vielleicht meine einzige Chance. So schwor ich einen Zauber hervor, der die Schlange festhielt und ließ die Ketten von Lani sprengen. Lani und die Schlange wussten nicht wie ihnen geschieht. Im nächsten Moment hatte ich schon mit Lani den Platz getauscht und grinste die Schlange an. "Wer bist du? Du wagst es Angus heraus zu fordern? Das wirst du mit deinem Leben bezahlen." zischte die Schlange. "Ich glaube nicht, dass du mein Leben bekommen wirst, denn ich habe es schon lange nicht mehr." Nun zeigte ich ihm meine Reißzähne und ihm wurde schlagartig klar, dass er es nicht mit einer normalen Hexe zu tun hatte.
Mein Lähmungszauber verlor an Wirkung und er befreite sich. Im nächsten Moment griff er mich schon an. Mit einem Hechtsprung schaffte ich es gerade noch so, seiner hinabsausenden Schwanzspitze auszuweichen. Immer wieder wich ich seinen Angriffen aus. Doch die Schlange war verflucht schnell und ich merkte schnell das ich ihn sehr unterschätzt hatte. Ich war nur froh, dass er sich nur noch auf mich konzentrierte und Lani komplett vergessen hatte. Sie versteckte sich noch immer hinter der Statue aber nahm alles bewusst war. Einen kleinen Bruchteil von einer Sekunde hatte ich nicht aufgepasst und er nutzte sie sofort aus. Er nahm mich zwischen sich und wickelte seinen Körper komplett um mich. Lachend drückte er immer fester zu. Meine Augen begannen blutrot zu glühen und ich versuchte meine Hände zu befreien. Als ich sie los bekam sprach ich: "O mater Luna exaudi orationem meam, et reddat mihi da manum meam causam per virtutem in pugna belli huiusce superesse. Organum esse ..." Doch ich konnte meinen Spruch nicht zu Ende sprechen, da wieder eine Welle des Zuschnürrens von ihm kam. In diesem Moment zischte der draußen tobende Sturm durch die Gänge in den Raum und sofort fiel die Temperatur stark.
Ich erkannte meine Chance und wiederholte meinen Zauberspruch. Meine Hände begannen in einem weißen Licht zu strahlen und ich legte diese um den Schlangenkörper. Dieser erstarrte sofort und verwandelte sich zu Stein. Mühsam stieg ich aus meinem Gefängnis und dankte still der Mondmutter für ihre Unterstützung. Der Sturm hatte sich in dem Raum wieder gelegt und ich sah wie Lani erschöpft am Eingang kauerte. Ich war mir nicht sicher, aber ich hatte die Vermutung, dass sie dem Sturm hier rein geführt hatte. Schnell ging ich zu ihr und kniete mich neben sie. "Warst du das, Lani?" wollte ich von ihr wissen. Stumm nickte sie nur. "Ich danke dir. Lani, dein Vater hat mich geschickt dich zu suchen, da er sich sehr große Sorgen macht um dich." Sie hob den Kopf und schaute mich mit ihren eisblauen Augen an. Ich erhob mich mit einem Lächeln und streckte ihr die Hand entgegen. "Komm lass uns zu ihm gehen." ermunterte ich sie. Doch bevor sie meine Hand ergreifen konnte, zog eine starke Böe auf und umschloss sie. Es war still um uns herum und ich sah nur den Wirbel von Wind und tanzenden Schneeflocken, an dem Platz wo eben noch Lani saß. Die Böe fiel urplötzlich nach unten und vor mir stand Lani in einem pastellgelben Kleid was mit kleinen Kristallen befasst war.
Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Lanis Aura hatte sich komplett verändert und sie erstrahlte in einem wohligen Schein. Ihr langes weißes Haar hatte zarte blonde Strähnchen bekommen und funkelte genauso wie ihr Kleid. "Lass uns zu meinem Vater gehen." sprach sie mit ihrer melodischen Stimme ruhig und weise. So ließen wir die Höhle hinter uns und stiegen den Berg hinab. Der Sturm hatte sich schon wieder gelegt und es tanzten nur noch ein paar kleine Schneeflocken in der Luft. Auf dem Steg wo mich Lin erst abgesetzt hatte, verwandelte sich nun Lani in einen weiß goldenen Drachen und ich stieg vorsichtig auf ihren Rücken. Ich wollte ihr den Weg zu ihrem Vater erklären, doch sie brauchte keine Erklärung. Denn sie kannte den Weg zu ihm. Als wir am Schloss ankamen, suchte sich Lani die Terasse am Thronsaal aus, zur Landung. Die Wachen wichen zurück und ihr Vater trat aus der Tür. Ich war froh wieder festen Boden unter meinen Füßen zu haben, als ich abstieg. Lins und Lanis Vater schaute wie versteinert den Drachen an, der mich zurück gebracht hatte. Lani kehrte in ihre menschliche Gestalt zurück und ihr Vater schoss an mir vorbei, um seine geliebte Tochter wieder in die Arme zu schließen.
Automatisch ging ihre Hand zu seine und hielt sie fest. "Die Großeltern waren tot, so wie alle in diesem Dorf. Aber Lani war nicht da. Sie war nicht da. Deswegen habe ich auch meine Tochter zu ihnen geschickt, Maeve. Ich bitte sie, finden sie meine Tochter und bringen sie sie mir zurück." Seine Bitte klang flehend und seine Augen sprachen das aus was er versuchte in seiner Stimme zu verstecken. Ich nickte und schenkte ihm ein Lächeln. "Es ist mir eine Ehre, dass ich für sie ihre Tochter suchen soll. Ich komme ihrer Bitte natürlich nach und werde sie suchen, Majestät." Da ich nicht wusste, ob sie noch lebte oder nicht. Wollte ich ihm nicht zu viel versprechen. Denn ich wollte auf keinen Fall riskieren, meinen Kopf zu verlieren und ihn die Hoffnung nehmen die er sich vielleicht durch eine zu unüberlegte Sache machte. Er vernahm nickend meine Worte und in seinen Augen funkelte ein wenig Hoffnung, die er in mich steckte. "Ich werde mich gleich auf die Suche begeben, Majestät. Doch habe ich vorher noch eine Bitte an sie." Lins Augen wurden bei dem Wort Bitte größer, denn sie wusste, dass man nach der Tradition keine Bitte an den König richtet, wenn man an seinem Leben hängt. Doch wusste sie auch das ich alles mit bedacht tat. "So tragt sie vor." entgegnete er mir.
So wie auch seine Tochter wusste er, dass ich seine Traditionen kannte und respektierte, und wenn ich eine Bitte hatte, wäre es nur eine, die seine erfüllen könnte. "Ich danke ihnen, Majestät. Meine Bitte an sie ist, dass ich etwas brauche, was ihrer Tochter gehörte. So kann ich vielleicht sie besser und schneller finden." Wieder nickte er und klatschte einmal in die Hände. Aus einer kleinen Seitentür kam Lao Ying mit einer kleinen Decke. Sie reichte sie mir still und ich dankte ihr nickend. Lao Ying verschwand darauf wieder durch die Tür. "Nehmt sie und bitte, Maeve, findet meine Tochter." bat mich noch einmal der König. "Ich werde mein Bestes tun." erwiderte ich und zog mich zurück. Eine der Wachen brachte ich in mein Gemach zurück. Sofort nahm ich meine Tasche und packte meine Bücher aus. Innerlich hoffte ich, dass ich sie schnell finden würde. Die Seiten der Bücher flogen von einer zur anderen Seite, bis ich einen Spurenzauber gefunden hatte. Ich rieb einen Bergkristall an die Decke und sprach dabei leise immer wieder den Namen. Langsam färbte sich der Bergkristall in ein leichtes Blau. Das war für mich das Zeichen das er die Aura in sich aufgenommen hatte.
Ich behielt den Stein in meiner Hand und zog mich fix um, bevor ich mich auf den Weg machen wollte. Gerade als ich die Tür öffnen wollte stürmte auch schon Lin ins Zimmer. "Mein Vater dachte, dass du vielleicht etwas Hilfe gebrauchen könntest. Deswegen hat er mich zu dir geschickt." Ich lächelte Lin an und nahm sie in den Arm. "Ich danke dir, Lin. Dann lass uns aufbrechen." Sie nickte und wir gingen auf eine der vielen Terrassen, die das Schloss besaß. Ich öffnete meine Hand und sprach den Spruch, der mich zu Lins Schwester bringen sollte. "Monte et fluvio torrente. Per ups et pertulerat. Sphaera ejus ostende mihi viam quaero. Me ducere ad istum locum." Der Bergkristall erhob sich aus meiner Hand und zeigte mir die Richtung. Lin verwandelte sich und ich stieg auf ihren Rücken. Vor uns schwebte der Kristall in einem blauen Schimmer und zeigte uns in die Richtung in die wir mussten. Wir folgten ihn in die einsamen Berge, in die sich sonst keiner hinwagte. "Diese Berge sind gefährlich und wir sollten uns hier eigentlich nicht aufhalten, Maeve." meinte Lin. Nickend stimmte ich ihr zu und ließ mich von ihr absetzen. "Lin, ich bitte dich auch, dass du wieder zurückfliegst. Ich möchte dich nicht in Gefahr bringen."
"Aber Maeve, für dich ist es doch noch" meinte Lin, doch ich unterbrach sie. "Nein Lin. Ich möchte nicht, dass dein Vater noch eine Tochter vielleicht verliert. Bitte flieg zurück. Wenn ich deine Hilfe brauche, werde ich dir bescheid geben." Ich wartete nicht ihre Antwort ab, denn ich wusste das sie protestieren würde. So schloss ich sie zum Abschied noch einmal in meine Arme und schenkte ihr ein Lächeln. Lin nickte und sie verwandelte sich wieder in einen Drachen und flog zurück zum Schloss. Ich schaute ihr noch nach bevor ich meine Blicke auf einen kleinen steilen Weg, der vor mir lag, richtete. Der Aufstieg würde lang und beschwerlich werden. Aber ich wusste, dass ich oben das finden würde wonach ich suchte. So machte ich mich auf den Weg, den schmalen steilen Weg zu erklimmen. Es wurde immer kälter und ein aufziehender Wind peitschte mir ins Gesicht. Er war der Vorbote für einen voranschreitenden Sturm. Meine Augen erblickten ein kleines Stück vor eine kleine Höhle und auch der Kristall deutete auf sie. Würde ich da Lins Schwester finden? Meine Schritte wurden schneller, denn ich wollte noch vor dem Sturm in der
Höhle sein, egal was mich da erwartete.
Den Eingang der Höhle erreichte ich gerade noch rechtzeitig bevor der Sturm über die Berge hinein brach. Meine Blicke schauten nach draußen, wo ich nichts mehr als ein Wirbel aus Schneeflocken erkennen konnte. In der Höhle war es stock dunkel, so dass selbst ich kaum etwas sah. Ich beschloss mir es etwas zu erleichtern und beschwor ein kleines Fuchsfeuer "Illumina tenebras lucem divellat vulpe prosequentibus me deducatis. ita fiat" Vor mir bildete sich eine kleine blaue Flamme, die mir den Weg erhellte. Der Bergkristall in meiner Hand begann zu vibrieren. Das war für mich das Zeichen, dass ich meinem Ziel ganz nahe sein musste. Langsam und immer auf der Hut schlängelte ich mich durch die Gänge der Höhle, bis ich zu einem großen Raum kam. Es sah aus wie ein Altarraum. In der Mitte des Raumes, der mit vielen Statuen an den Wänden und in der Mitte verziert wurde, erkannte ich ein junges Mädchen in einem schneeweißem Gewand. Sie kauerte auf dem Boden vor einer Art Tisch und hatte ihren Kopf gesenkt, sodass ich nicht das Gesicht erkennen konnte. Dann fielen mir die schweren Ketten um sie herum auf. Eine raue und dunkle Stimme ertönte und füllte die Stille des Raumes.
Um mich nicht gleich zu verraten löschte ich das Fuchsfeuer und verbarg den Kristall in meiner Kleidung. Ich war mir sicher, dass das Lani sein musste. Doch zu wem gehörte die Stimme. "So du bist also die Letzte der Wächter. Aber nicht mehr Lange. Noch bevor der Tag heute endet, wirst du nicht mehr sein." lachte die Stimme und eine riesige Schlange kroch von einer der Statuen herunter. Ich beobachtete die Situation und wusste, dass ich Lani retten musste. Meine Blicke erkundeten den Raum ganz genau und ich schlich mich zu einer links neben dem Eingang stehenden Statue. Die Schlange beugte sich zu Lani und zischte laut. Das war vielleicht meine einzige Chance. So schwor ich einen Zauber hervor, der die Schlange festhielt und ließ die Ketten von Lani sprengen. Lani und die Schlange wussten nicht wie ihnen geschieht. Im nächsten Moment hatte ich schon mit Lani den Platz getauscht und grinste die Schlange an. "Wer bist du? Du wagst es Angus heraus zu fordern? Das wirst du mit deinem Leben bezahlen." zischte die Schlange. "Ich glaube nicht, dass du mein Leben bekommen wirst, denn ich habe es schon lange nicht mehr." Nun zeigte ich ihm meine Reißzähne und ihm wurde schlagartig klar, dass er es nicht mit einer normalen Hexe zu tun hatte.
Mein Lähmungszauber verlor an Wirkung und er befreite sich. Im nächsten Moment griff er mich schon an. Mit einem Hechtsprung schaffte ich es gerade noch so, seiner hinabsausenden Schwanzspitze auszuweichen. Immer wieder wich ich seinen Angriffen aus. Doch die Schlange war verflucht schnell und ich merkte schnell das ich ihn sehr unterschätzt hatte. Ich war nur froh, dass er sich nur noch auf mich konzentrierte und Lani komplett vergessen hatte. Sie versteckte sich noch immer hinter der Statue aber nahm alles bewusst war. Einen kleinen Bruchteil von einer Sekunde hatte ich nicht aufgepasst und er nutzte sie sofort aus. Er nahm mich zwischen sich und wickelte seinen Körper komplett um mich. Lachend drückte er immer fester zu. Meine Augen begannen blutrot zu glühen und ich versuchte meine Hände zu befreien. Als ich sie los bekam sprach ich: "O mater Luna exaudi orationem meam, et reddat mihi da manum meam causam per virtutem in pugna belli huiusce superesse. Organum esse ..." Doch ich konnte meinen Spruch nicht zu Ende sprechen, da wieder eine Welle des Zuschnürrens von ihm kam. In diesem Moment zischte der draußen tobende Sturm durch die Gänge in den Raum und sofort fiel die Temperatur stark.
Ich erkannte meine Chance und wiederholte meinen Zauberspruch. Meine Hände begannen in einem weißen Licht zu strahlen und ich legte diese um den Schlangenkörper. Dieser erstarrte sofort und verwandelte sich zu Stein. Mühsam stieg ich aus meinem Gefängnis und dankte still der Mondmutter für ihre Unterstützung. Der Sturm hatte sich in dem Raum wieder gelegt und ich sah wie Lani erschöpft am Eingang kauerte. Ich war mir nicht sicher, aber ich hatte die Vermutung, dass sie dem Sturm hier rein geführt hatte. Schnell ging ich zu ihr und kniete mich neben sie. "Warst du das, Lani?" wollte ich von ihr wissen. Stumm nickte sie nur. "Ich danke dir. Lani, dein Vater hat mich geschickt dich zu suchen, da er sich sehr große Sorgen macht um dich." Sie hob den Kopf und schaute mich mit ihren eisblauen Augen an. Ich erhob mich mit einem Lächeln und streckte ihr die Hand entgegen. "Komm lass uns zu ihm gehen." ermunterte ich sie. Doch bevor sie meine Hand ergreifen konnte, zog eine starke Böe auf und umschloss sie. Es war still um uns herum und ich sah nur den Wirbel von Wind und tanzenden Schneeflocken, an dem Platz wo eben noch Lani saß. Die Böe fiel urplötzlich nach unten und vor mir stand Lani in einem pastellgelben Kleid was mit kleinen Kristallen befasst war.
Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Lanis Aura hatte sich komplett verändert und sie erstrahlte in einem wohligen Schein. Ihr langes weißes Haar hatte zarte blonde Strähnchen bekommen und funkelte genauso wie ihr Kleid. "Lass uns zu meinem Vater gehen." sprach sie mit ihrer melodischen Stimme ruhig und weise. So ließen wir die Höhle hinter uns und stiegen den Berg hinab. Der Sturm hatte sich schon wieder gelegt und es tanzten nur noch ein paar kleine Schneeflocken in der Luft. Auf dem Steg wo mich Lin erst abgesetzt hatte, verwandelte sich nun Lani in einen weiß goldenen Drachen und ich stieg vorsichtig auf ihren Rücken. Ich wollte ihr den Weg zu ihrem Vater erklären, doch sie brauchte keine Erklärung. Denn sie kannte den Weg zu ihm. Als wir am Schloss ankamen, suchte sich Lani die Terasse am Thronsaal aus, zur Landung. Die Wachen wichen zurück und ihr Vater trat aus der Tür. Ich war froh wieder festen Boden unter meinen Füßen zu haben, als ich abstieg. Lins und Lanis Vater schaute wie versteinert den Drachen an, der mich zurück gebracht hatte. Lani kehrte in ihre menschliche Gestalt zurück und ihr Vater schoss an mir vorbei, um seine geliebte Tochter wieder in die Arme zu schließen.
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