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Nullam felis tenebrarum (Teil 44)

Eras und ich kamen erst nach zwei weiteren Tagen wieder in den Laden zurück. Ellen, Ty, Luke und Cecillia hatten sich um uns gesorgt und waren jede Nacht auf Streife gegangen, um uns zu finden. Doch hatten wir uns tief im Wald versteckt und genossen die Zweisamkeit. Wir nährten uns von dem freilaufenden Wild und stärkten unsere Verbindung. Hand in Hand kamen wir mit der Einbruch der Dunkelheit zu ihnen. Die Erleichterung über unser beider Erscheinen war allen ins Gesicht geschrieben. "Wo wart ihr denn?" wollte Tyran wissen. "Wir dachten schon ihr habt euch beide zerfleischt und wir würden nur noch Fetzen von euch finden." Ein kleines Schmunzeln zog sich durch sein Gesicht, auch wenn er cool wirken wollte, so konnte man seine Erleichterung doch deutlich wahrnehmen. Erst jetzt löste sich Ellen aus ihrer Starre und fiel uns in die Arme, war sie sich bei dem Spruch doch nicht so sicher gewesen. Uns jetzt heil zu sehen schüttelte alle Anspannung von ihr ab. auch Cecillia kam zu uns, um ihre Erleichterung in Form einer Umarmung deutlich zu machen. Nur Luke und Ty blieben hinter der Theke stehen und grinsten nur. 

"Weiber." raunte Luke leise zu Ty, der sich nur krampfhaft ein lautes Lachen verkneifen konnte. Wir lösten uns aus den Umarmungen und grinsten nur, hatten wir nicht vor ins Detail zu gehen, wieso wir so lange gebraucht hatten. Am Treppenabsatz tauchte nun auch Mila auf. Sie war mal wieder nur knapp bekleidet und warf Erasmus einen verführerischen Blick zu. "Na hat mein Wolf das kleine Biest zähmen können und wieder heim gebracht." spottete sie. Mein Blick fiel auf sie und automatisch legte ich meinen Kopf leicht schief, als ich sie genau betrachtete. "Das ist also die Nymphe, die etwas opfern musste. Habt ihr sie zufälligerweise aus dem Rotlichtviertel befreit, oder wieso trägt sie Kinderkleidung?" fragte ich mit ernster und sehr sarkastischem Ton in die Runde. Hatte ich doch ihre Bemerkung über Eras genau verstanden. Ihre Aura sprühte einen permanenten Hauch von Erotik aus. Aber auch meine Worte verfehlten nicht an ihrer Wirkung. Man konnte sehr gut sehen, dass ich einen wunden Punkt getroffen hatte. Denn ihre Nasenflügel begannen zu vibrieren, sodass ich mich zwang nicht zu grinsen. 


Eher zog ich eine Augenbraue hoch. Doch ehe Mila noch etwas sagen konnte, mischte sich mein Liebster ein. "Mein Stern, das ist Mila und nein sie ist keine Prostituierte. Ich bin allerdings mit ihr eine Vereinbarung eingegangen, damit sie mit uns kam und uns freiwillig ihr Blut gab." erklärte mir Eras sanft und ruhig. Ich konnte seine innerliche Anspannung fühlen. So richtete ich einen ernsten Blick auf ihn und deutete ihm, dass ich mit ihm es allein klären wollte. Provokativ nahm Erasmus meine Hand und ging mit mir nach oben. Im Raum hatte sich eine drückende Anspannung breit gemacht und die Erleichterung über unser auftauchen verdrängt. Die anderen blieben unten, denn sie wussten, dass sie sich da lieber nicht einmischten. Jeder hatte einen Kloß im Hals und waren über diese Aktion wenig begeistert. So machte sich Tyran Luft und ging zu Mila herüber, die immer noch am Treppenabsatz stand. "Sag mal hast du noch alle Tassen im Schrank? Willst du die Beiden auseinander bringen? Weißt du überhaupt mit wem du dich da eigentlich gerade angelegt hast?" Er schüttelte nur den Kopf, auch wenn ihm der Sinn nach einer ordentlichen Ohrfeige wäre. 


Mila lachte nur kurz auf und hauchte Ty entgegen. "Was ich will ist nur meinen Zoll. Und was kann schon ein kleines Menschlein gegen mich machen." Mit dieser Aussage wusste nun jeder, dass sie wirklich keine Ahnung hatte was ich war. Oder hatten sie über ihre Freude hinweg, doch glatt übersehen, dass sich meine Aura verändert hatte und ich ein Mensch geworden war? Sofort schloss Cecillia ihre Augen und begann jede Aura in dem Gebäude zu erfühlen. Lukes, Tyrans, Mias, Ellens, Erasmus Auren hatte sie gleich lokalisieren und erfühlen können. Doch Maeves Aura war verschwommen und die des Unbekannten konnte sie überhaupt nicht lokalisieren. Sie öffnete wieder die Augen und schüttelte nur leicht mit den Kopf. Cecillia ging zu Tyran und legte sanft ihre Hand auf seine und ging mit ihm gemeinsam zu den Anderen. "Vielleicht solltest du lieber gehen." riet Ellen Mila. Würde sie am liebsten mit Cecillia, Tyran und Luke auch gerade verschwinden. "Ich werde hier bleiben, bis ich das bekommen habe was ich will." protestierte Mila und verschränkte ihre Arme unter ihre Brust. 


"Dann komm hoch und hol dir deinen Zoll." fauchte ich ihr von oben herunter. Sie fuhr zusammen, hatte sie damit nicht gerechnet und drehte sich um. Ich konnte ihren Puls und Herz rasen hören, ihre Angst riechen und dennoch befahl ich mich ruhig zu bleiben und nicht wieder die Kontrolle zu verlieren. Jedoch machte sie es mir nicht gerade einfach. Ein überlegendes Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit und ihre Augen begannen zu funkeln, als sie die Treppe hinaufstieg. Sie presste sich an mir vorbei und schaute mir ins Gesicht. "Ich werde meinen Spaß haben." hauchte sie mir im vorbeigehen zu. Im nächsten Moment gefror ihr jedoch das Blut in den Adern. Ich hatte meine Maske fallen gelassen und ihr gezeigt was ich war. Mila kam bei dem Anblick meiner wildfunkelnden, blutroten Augen ins straucheln. Ich streckte ihr mit einem breiten Grinsen, sodass sie meine ausgefahrenen Zähne sehen konnte, die Hand zum Halt. "Sei lieber vorsichtiger, sonst passiert dir noch etwas." hauchte ich ihr mit einem kleinen drohenden Unterton zu. Sie verweigerte meine Hand und ging in das Zimmer, indem ihre Sachen waren.

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