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Nullam felis tenebrarum (Teil 45)

Nach einer Weile kam sie mit gepackten Koffer und Handy am Ohr aus dem Zimmer. Durch das Poltern des Koffers, der jede Stufe unsanft nehmen musste, wurden wir auf Mila aufmerksam. So gingen wir an die Tür des hinteren Zimmers, wo wir gerade einen kleine Lagebesprechung abgehalten hatten. Gespannt schauten wir die Treppe hinauf, wie sie im Alleingang den Laden verließ. An der Ladentür hatte sie ihr Gespräch beendet und drehte sich hysterisch um. "Vergesst das mit dem Zoll. Ich will einfach nur noch raus hier aus dem Irrenhaus." brüllte sie und zog an der Tür, die nach außen aufging. Ich trat aus dem Hinterzimmer hervor und schob mich an ihr vorbei, um ihr die Tür aufzuhalten. Beim Gehen hauchte ich ihr noch leise und triumphierend zu: "Schade, dass du uns schon verlassen musst, aber danke für dein Geschenk. Besuch uns doch mal wieder." Kopfschüttelnd, wutentbrannt und dennoch schnellen Schrittes verließ sie meinen Laden. Ich musste mich zusammenreizen, um nicht schon an der Tür lauthals auf zulachen. Als ich die Tür hinter mir wieder verschlossen hatte, konnte ich und die anderen es nicht mehr halten und lachten herzlichst los.

Unter Tränen fragte mich Cecillia, "Was hast du denn mit ihr gemacht, dass sie so überstürzt uns verlassen hat?" Ich grinste nur und erklärte ihnen, dass ich an der Treppe meine Maske abgelegt hatte, sie mich in meiner Vampirgestalt sah und ich ihr durch den kurzen Blickkontakt ein paar Bilder von ermordeten Nymphen zeigen konnte. Diese Bilder waren zwar nicht der Realität entsprungen, hatten aber nicht ihre Wirkung verloren. Als sie das vernahmen mussten sie noch ein wenig lauter lachen. Über das Lachen und dem Fernbleiben der Nymphe beschloss auch Eras nun nach unten zu kommen. Fragend schaute er uns an. "Was ist denn hier los und wo ist überhaupt diese Nymphe?" Tyran übernahm für mich, die Erklärung, da ich kein klar verständliches Wort vor Lachen heraus bekam. Als mein Liebster die Geschehnisse geschildert bekommen hatte, kam er zu mir kopfschüttelnd herüber und strich mir durchs Haar. Er legte seinen Kopf auf meiner Schulter ab und hauchte mir ins Ohr. "Ich wusste schon immer das du ein kleines Biest sein kannst mein Stern." Ich schaute ihn nur grinsend an. 

Gemeinsam gingen wir wieder in das hintere Zimmer und führten unsere Besprechung weiter. In dieser beschlossen wir, dass wir das bis auf den Laden leerstehende Haus nun zu bewohnen und teilten die Stockwerke unter uns auf. So beschlossen wir auch, dass wir den noch für uns völlig Unbekannten erst einmal bei uns ließen. Danach legten wir uns für die restliche Nacht schlafen, aber nicht ohne das Ellen vorher das Ritual zum Schutz vor der Sonne machte. Am Morgen schlichen Erasmus und ich uns hinunter in das hintere Zimmer. Er hatte nachdem alle geschlafen hatten, einen Laptop noch besorgt. Woher war mir zwar schleierhaft, aber ich wollte auch nicht nachfragen. Wir suchten nach diversen Einrichtungsgegenständen und Material zum bauen. Die Liste wurde immer größer und länger. So stieg auch immer mehr der Preis. Ich wusste, dass ich das alles nur über einen Kredit bezahlen konnte, doch war es mir das Wert. Schließlich wollte ich meiner Familie ein schönes Zuhause bieten. Wir bestellten die Sachen in der naheliegenden Umgebung und organisierten noch einen Lkw für den Transport. 


Gegen Mittag, als die Sonne nun am höchsten Stand, wurde auch der Rest langsam wach. In der Zwischenzeit hatte ich schon einige meiner Kunden bedient und sie angeregt einiges zu kaufen. Ich wusste, dass ich schon immer ein kleines Verkaufsgenie war und so ging es mir leicht über die Hand. Dennoch stand die Zufriedenheit meiner Kunden immer noch an erster Stelle. Ein Lieferant brachte gerade zwei Familienpizzen, als der Rest die Treppe hinunter kamen. Lächelnd stand ich mit den Kartons da und schaute sie an. "Guten Morgen. Wir dachten ihr könntet Hunger haben. Deswegen haben wir schon einmal bestellt." Den Laden hatte ich für zwei Stunden geschlossen um auch mich etwas zu erholen. War ich es nicht mehr gewöhnt so viele Kundengespräche an einem Tag zu führen. Gemeinsam aßen wir an einem provisorischen Esstisch und verteilten die Aufgaben. So waren die Mädchen für die Säuberung der oberen Räume zuständig. Alles was alte Möbel waren, die keiner mehr brauchte, weil sie schon zu kaputt waren, sollte Tyran zerlegen. Luke und Eras wollten die Sachen besorgen, die wir am Morgen gekauft hatten. 


Ich wollte im Laden bleiben und weiter das Geschäft etwas voran bringen. So hatte jeder von uns eine Aufgabe. Die Tage vergingen und stetig ging es voran. Am Wochenende hatte ich einen sehr guten Umsatz gemacht und die Etagen waren schon fast fertig. Es fehlten nur noch Kleinigkeiten. Das Einzige was nicht mehr zu ersetzen war, waren meine alten Bücher. Doch das machte nichts, so unterrichtete ich Ellen nach dem Geschäft intensiver in der Hexenkunst. Ich wusste, dass alle viel hineingesteckt hatten, damit es heimisch wurde. So beschloss ich den Mädchen am Samstag frei zu geben und gab ihnen einige Dollar mit. So konnten sie einmal entspannen und sich neue Sachen kaufen. Auch Luke und Erasmus zogen mit den Mädchen los. Ich hatte beschlossen den Laden zu zulassen, da ich erst noch einige Produkte wieder herstellen musste. Tyran hatte die ganze Nacht damit verbracht das Treppenhaus in Ordnung zu bringen, sodass er den Tag über schlief. Am späten Nachmittag kamen die vier mit mehreren Taschen wieder und grinsten zufrieden. Ich hatte gerade die Terasse hergerichtet und mich auf der Bank etwas ausgeruht, als sie den Laden betraten.

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