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Nullam felis tenebrarum (Teil 8)

Etwas unsicher kam sie zu mir und ich schaute sie zufrieden von oben nach unten an. „Das Outfit steht dir wirklich sehr gut.“ bemerkte ich und wandte mich wieder meinem Kräuterregal zu. Ich hatte schon verschiedene Kräuter heraus gesucht, dabei hatte ich absichtlich ein paar Falsche mit eingebaut. Ich wollte sie testen, wie gut sie schon war und wie viel von dem Hexenblut schon in ihr aktiv war. Schafgarbe und Eisenkraut stellte ich noch zuletzt hin und meinte zu Ellen. „so ich habe dir ein paar Kräuter hingestellt. Ich bitte dich suche die Kräuter heraus die wir für unser Ritual brauchen. Aber Vorsicht ich habe dir auch einige hingestellt, die nicht zu diesem Ritual gehören.“ Mein Blick suchte ihren und ich schaute sie eindringlich an bevor ich fortfuhr. „Ich bin mir sicher, dass du es schaffen wirst die richtigen Kräuter auszuwählen. Sollte doch etwas falsch sein bin ich ja noch da und helfe dir.“ Mit diesen Worten trat ich zur Seite und ließ Ellen die Kräuter anschauen. Sie schaute sich jedes genau an.

Danach schaute sie sich das Rezept für das Ritual an und suchte die ersten Kräuter in der richtigen Reihenfolge und Menge heraus. Auf den Gläsern mit den Kräutern gab es keine Bezeichnung, die ihr hätte helfen können. Bei den letzten Beiden wurde sie sich unsicher, doch ich sagte kein Wort. Denn ich wollte sie nicht stören. Ich wusste wie wichtig es war sich bei so etwas zu konzentrieren, denn eine falsche Zutat bewirkte schon eine ganze Menge. Ich schaute sie mit einem Lächeln an und mein Blick verriet ihr, dass sie es schaffen konnte, wenn sie es nur wollte. Sie schöpfte aus dem Blick Halt und Sicherheit so dass sie die letzten zwei Kräuter auch richtig heraus suchte. Sie war ein wahres Naturtalent und ich war sichtlich stolz auf sie. Während ich Ellen bei ihrer ersten Tat als angehende Hexe beobachtet hatte, hatte man uns beide auch beobachtet. Tyran stand mit verschränkten Armen in der Tür und lehnte sich gegen den Türrahmen. Sein Blick verriet, dass er diese ganze Situation versuchte zu verstehen, aber auch von Ellens können sichtlich beeindruckt war.


Als wir alle Kräuter zusammen hatten holte Ellen die restlichen Zutaten und ich kramte meinen alten Kochkessel hervor. Er war ziemlich eingestaubt, denn er war schon lange nicht mehr in Benutzung gewesen. Als wir alles zusammen hatten, gingen wir in den hinteren Garten. Tyran bat ich im Haus zu bleiben, er folgte meiner Bitte und blieb im Haus. Ich überließ die Anordnung des Altars und das ziehen des magischen Kreises Ellen. Meine Intuition riet mir auch ihr die Führung des Rituals zu überlassen. Ellen machte ihre Sache sehr gut und wenn man sie so beobachtete, konnte man denken, dass sie das Hexenhandwerk schon länger als eine halbe Stunde betrieb. Den Anfang des Rituals übernahm ich und rief die Geister, Götter und Göttinnen, die uns bei diesem Ritus helfen sollten herbei. Danach übergab ich Ellen die Weiterführung. Sie wurde von der Intuition geleitet und nahm das uralte Buch nur als Leitfaden. Die Minuten vergingen, nach etwas über einer halben Stunde hatten wir das Ritual beendet und entließen die gerufenen Geister, Götter und Göttinnen. Wir sammelten alles wieder ein und lösten den magischen Kreis auf.


Als wir wieder ins Haus kamen lag Tyran auf der Couch und schaute sich gerade die Oprah Winfrey Show an. Ich lobte Ellen für ihre sehr gute Arbeit und sagte ihr meine Einschätzung. „Ellen du warst fabelhaft gerade bei dem Ritus. Wenn ich nicht wüsste, dass du gerade einmal vor wenigen Stunden begonnen hast mit dem Hexenhandwerk würde ich glatt denken, dass du es schon sehr viel länger machst. Ich bin sehr stolz auf die so wie die Mondmutter auch.“ Wir stellten die Sachen in die Küche, denn nach jedem Ritus oder anderen Zauber war es wichtig die Sachen gründlich zu reinigen. Ich deutete Ellen, dass sie sich nun umziehen könnte und ich ihr dann zeigen würde wie die Reinigung der Gegenstände ging. Ich nahm mir sehr viel Zeit für meinen neuen Schützling. In Ellen stieg immer mehr die Faszination und Begeisterung für das Handwerk auf. So übernahm sie nach kurzer Anweisung die Reinigung der Gegenstände und ich konnte aus meiner Kleidung wieder heraus. Neben meinem Schlafzimmer hatte ich noch einen kleinen unbenutzten Raum, den ich gern Ellen zur Verfügung stellen wollte.


So ging ich nach nebenan und begann die Möbel abzudecken und zu entstauben. Die Möbel waren noch von den Vorbesitzern gewesen und ich hatte sie bei dem Kauf übernommen. Mit ein paar kleinen magischen Handgriffen richtete ich ihr das Zimmer gemütlich ein. Aus meinem doch so übervollen Kleiderschrank stellte ich ihr ein paar Kleidungsstücke, ihr wunderschönes Himmelbett bezog ich mit einer beige-indigoblau farbigen Bettwäsche und einer gleichfarbigen Tagesdecke. An der Wand hatte ich eine moderne Tapete gezaubert, und den Möbeln einen schönen neuen Anstrich verliehen. Ich war sehr stolz auf das Zimmer und ging mit freudigen Erwartungen nach unten zu Ellen. Ellen war noch immer mit der Reinigung beschäftigt. Sie hatte gerade den letzten Gegenstand gründlich gereinigt, als ich die Küche betrat. „Ellen ich muss mit dir reden.“ Meinte ich mit ernster Stimme. Innerlich war ich auf ihr Gesicht und ihre Antwort gespannt, wenn sie das Zimmer sah. Sie schaute auf und trocknete den Gegenstand ab und schließlich ihre Hände. „Ja Maeve, was gibt es denn?“ „Ich würde gern wissen, wo du wohnst?“

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