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das schlagende Herz

Dieses Jahr war von Veränderungen geprägt, mein bisheriges Leben geriet komplett aus den Fugen. Erst trennte sich mein Mann von mir und warf mich aus unseren gemeinsamen Wohnung. Zum Glück hatte mich meine beste Freundin aufgenommen, sodass ich Zeit hatte mir einen Job zu suchen und mir ein neues Leben aufzubauen. In der Zeitung fand ich ein sehr interessantes Stellenangebot, was für mich perfekt war. So ging ich entschlossen zu den potenziellen Arbeitgeber und stellte mich vor. Die alte Dame wohnte in einer kleinen Villa am Stadtrand. Ich erzählte ihr von meinen Schicksalsschlägen und das ich nun endlich nach vorne schauen will. Ihr gefiel das Gespräch sehr und wir verstanden uns auf anhieb sehr gut. So das es auch nicht verwunderlich war für mich, dass sie mich am Ende unseren netten Gesprächs einstellte.

Auch eine Unterkunft bot sie mir an, die ich gern annahm. Klar war es schön mit seiner besten Freundin zusammen zu wohnen, aber so langsam traten wir uns immer mehr auf die Füße und bevor unsere Freundschaft deswegen kaputt gehen würde, beschloss ich lieber zu der alte Dame in die Villa zu ziehen. Meinen Entschluss teilte ich meiner Freundin mit und auch bei ihr war eine Erleichterung spürbar. So würden wir uns sicher wieder entspannen und unsere Freundschaft würde nicht mehr gefährdet sein. Selbst beim packen meiner sieben Sachen half sie mir. Durch den Rausschmiss hatte ich nicht mehr viel, aber ich würde sicher auch nicht mehr viel brauchen, wenn ich bei der älteren Dame lebte. Mary, meine Freundin, fuhr mich zur Villa und lud meine Sachen und mich am Tor ab. Sie konnte mir leider nicht weiter beim tragen helfen, da sie noch einen anderen wichtigen Termin hatte. Ich wank ihr noch zu, als sie wegfuhr, so stand ich dann da bis sie um die Ecke gebogen war. Ich holte tief Luft und schnappte meine zwei Kartons und ging die Auffahrt zur Villa hinauf.

Der Weg kam mir bei dem ersten Besuch nicht so lang vor, wie in diesem Augenblick. Die hinabsteigende Sonne tauchte das prachtvolle Haus in einem angenehmen und warmen rötlichen Ton. Als ich endlich an der Tür ankam klingelte ich einmal. Die ältere Dame öffnete mir die Tür und ihr altes Gesicht erstrahlte als sie mich sah. "Ich habe sie schon erwartet." entgegnete sie mir freundlich. Ich nahm meine Sachen und folgte ihr ins Haus. "Stellen sie erstmal ihre Sachen in ihr Zimmer und kommen sie dann bitte in den Wohnbereich, damit ich ihnen dann ihre Aufgaben genau erklären kann." Mit einem Nicken und den Kartons in meinen Händen schritt ich zu meinem kleinen Zimmer, was im Erdgeschoss neben der Vorratskammer der Küche lag. Ich stellte meine Sachen auf das großzügige Bett und schaute mich um. 'Das ist also meine neue Bleibe.' dachte ich und ging zum Fenster. Mit einer kräftigen  Handbewegung öffnete ich die schweren Vorhänge und ließ die Abendsonne hinein.

Ich beschloss meine Sachen erst auszupacken, nachdem ich das Gespräch mit der Dame des Hauses hatte. Denn ich ließ ungern jemanden auf mich warten. So ging ich zur Tür und ließ noch einmal kurz meinen Blick durchs Zimmer gleiten, bevor ich zu ihr in den großzügigen Wohnbereich ging. Das Gespräch dauerte eine gute Stunde und Miss Goldfield erklärte mir noch einmal genau meinen Aufgabenbereich und gab mir einen Tagesplan in die Hand, wo die ganzen Aufgaben notiert waren. Etwas erschöpft ließ ich die Dame in ihren Ohrensessel allein und  ging wieder in mein Zimmer, um meine Sachen noch auszupacken. Zu meiner Verwunderung waren die Kartons schon ausgepackt, als ich das Zimmer betrat. Ich wusste von Miss Goldfield, dass ich die einzige Haushälterin hier war und sie keine Verwandtschaft hatte. Um so mysteriöser fand ich die Sache. In der kleinen Waschnische machte ich mich noch schnell frisch und zog meine Arbeitskleidung an. Laut des Tagesplans war es nun Zeit Miss Goldfield den abendlichen Tee zu servieren und dann ihr Schlafgemach für die Nachtruhe vorzubereiten.

Mit einem leichten Kopfschütteln und immer noch der Frage, wer meine Sachen ausgepackt hatte verließ ich meine neue Bleibe und ging in die Küche. Ich brauchte eine kleine Weile, um mich in der Küche zurecht zu finden. Doch ich fand die benötigten Sachen für Miss Goldfields Tee schnell und bereitete ihn nach ihren genauen Anweisungen zu. Als ich ihn durchziehen ließ nahm ich mir den nächsten Punkt auf der Liste vor. In Miss Goldfields Schlafgemach nahm ich die Tagesdecke, die mit liebevollen Stickereien verziert war, vom Bett. Ich stellte schon die Waschutentsilien zurecht und dabei schaute immer wieder auf die Uhr, um den Tee nicht zu lange ziehen zu lassen. Ich wollte an meinem ersten Arbeitstag nichts falsch machen. Nach der abendlichen Teezeit ging die Dame zu Bett und auch für mich wurde es langsam Zeit mich hinzulegen. In meinem Zimmer machte ich mich für die Nachtruhe fertig und stellte noch meinen Wecker. Dann schlüpfte ich unter die weiche Bettdecke und schloss meine Augen. Kurz darauf schlief ich ein, doch mein Schlaf wurde von einem lauten Pochen gestört. Immer wieder wenn ich die Augen öffnete hörte dsa Pochen schlagartig auf und begann wenige Minuten wieder, wenn ich schlief.

Am nächsten Morgen berichtete meine Erlebnisse Miss Goldfield am Frühstückstisch. Sie beruhigte mich und meinte das es nichts sei. Doch diese Nacht ließ mich den ganzen Tag nicht los. So vergingen die Monate und jede Nacht hörte ich dieses Pochen. In dieser Nacht war es jedoch etwas anders. Kurz vor Mitternacht riss mich wieder das laute Pochen aus dem Schlaf. Wie die vergangenen Nächte schreckte ich hoch und vor mir stand eine junge Frau in einem weißen Seidennachthemd. Sie hielt mir die Hand entgegen und ohne ein komisches Gefühl zu haben ergriff ich ihre Hand. Als meine Hand ihre berührte zuckte mein Körper und ich sah mit ihren Augen. Ich sah wie ein stattlicher Mann sie in ihren jungen Jahren zur Frau nahm und sie das erste Mal in ihrer Hochzeitsnacht schlug. Er schwängerte sie und als sie es ihm gestand schlug er sie wieder. Sie fiel die Treppe hinunter und verlor dabei das Kind. Immer wieder schlug der Mann die Frau bis zu einem Abend. Er ging früh zu Bett, sie schliefen in getrennten Betten, sie ging in die Küche und holte das große Messer aus dem Messerblock. Sie umfasste den Schaft mit beiden Händen und trug es vor ihrer Brust.

Leise öffnete sie die Tür zu seinem Zimmer und ging neben ihn ans Bett. Kurz schaute sie ihn an, wie friedlich er schlief, bevor sie mit beiden Händen das Messer über ihren Kopf hob und mit Tränen der Erleichterung in seine Brust hinunter rasen ließ. Der Mann stöhnte noch leise auf bevor er starb. Sie packte ihn in die Decke ein und schlief ihn in den Garten, wo sie ihn vergrub. Danach ließ die Frau meine Hand los und lächelte mich an. Ihre Lippen formten sich zu den ersten leisen Worten die die Stille des Raumes durchbrachen. "So nun wissen sie meine Lebensgeschichte. Ich danke ihnen für ihre Dienste und möchte das sie mir etwas versprechen. Lassen sie sich nicht schlagen und so behandeln wie man es mit mir getan hatte. Ihr Leben ist einfach zu kostbar meine Liebe. Eins sage ich ihnen noch. Sie werden ein wunderschönes Kind bekommen was aus Liebe gezeugt wurde. Aber nur wenn sie eine starke Frau werden." mit diesen Worten verschwand die junge Frau. Etwas verwirrt schaute ich mich um und blieb mit meinem Blick auf dem Wecker hängen. Es war fünf Minuten nach Mitternacht. In mir begann plötzlich eine innerliche Unruhe hervor zukommen, denn die Frau die ich gerade noch eben gesehen hatte, kam mir sehr bekannt vor.

Ich stieg aus dem Bett und ging intuitiv in das Schlafgemach von Miss Goldfield. Sie lag in ihrem Bett und hatte ein kleines Lächeln auf dem Gesicht. Miss Goldfield sah glücklich aus. Aus irgendeinen Grund wollte ich noch wissen, ob sie noch lebt und versuchte ihren Puls zu fühlen. Doch es war keiner da. Sofort rief ich einen Notarzt an und betete das er sich beeilen würde. Als er eintraf konnte er nur noch den Tod von ihr feststellen. Er meinte zu mir, dass sie im Schlaf gestorben sei. Am Morgen packte ich gerade die Sachen, als es an der Tür klingelte. Der Notar stand vor der Tür, der vor einigen Tagen schon einen Termin mit Miss Goldfield hatte. Er war jung und sah sehr gut aus. Ich bat ihn herein und wir nahmen an den großen Esstisch platz. Er las mir das Testament von Miss Goldfield vor und ich starrte ihn nur an. Miss Goldfield hatte mir alles vererbt. Es traf mich wie ein Schlag das Grundstück, das Haus, mehrere Aktien und ihr ganzes Vermögen hatte sie mir vermacht. Der Notar, dessen Namen Dan war, begleitete mich noch zur Beerdigung. Seit Miss Goldfield gestorben war, hatte auch das Pochen in der Nacht aufgehört.

Auch in der Liebe hatte es bei mir geklappt und ich gebar wie Miss Goldfield es vorhergesagt hatte ein gesundes Mädchen, welches ich Emma nannte. Denn Emma Goldfield hatte ich vieles zu verdanken und so würde sie immer bei mir sein.

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