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Nullam felis tenebrarum (Teil 11)

Ich betrat den Wald und je tiefer ich ging, desto dunkler wurde es. Immer wieder bekam ich das Gefühl das man mich beobachtete, doch auch wenn ich den Punkt fixierte wo ich meinte da würde jemand sein, konnte ich nichts erkennen. Plötzlich raschelte es neben mir erst links dann rechts. Ich blieb stehen und schaute mich um. In meinem Kopf ging ich die Schutzzauber durch und suchte einen entsprechenden heraus. Leise flüsterte ich den Spruch und ein kleiner Energieball schloss mich ein. Mit diesem Schutzschild ging ich tiefer in den Wald. Hinter einem Brombeerstrauch stand ich vor einem schwarzen Werwolf. Das einzige was mich anblitzte waren seine rasiermesserscharfen Zähne die weiß wie Schnee waren und seine Topasgelben Augen. Er knurrte mich an und ehe ich den Rückzug antreten konnte war ich von drei weiteren Werwölfen umringt. „Was willst du in unserem Revier?" knurrte der schwarze Werwolf vor mir. Es schien als sei er der Anführer dieses vierer Gespanns zu sein. Ich zog meine Schultern zurück und schaute ihn tief in die Augen. Denn Angst könnte mich jetzt das Leben kosten. „Ich folge nur der Mondmutter. Sie ruft mich für die Jagd. Also lasst mich gehen.“
Der Schwarze lachte laut auf und die anderen folgten seinem Gelächter. In mir kochte es schon, aber ich war schlau genug zu wissen, dass ich jetzt keinen unüberlegten Schritt machen sollte. „Also bist du eine Hexe. Na dann Jungs haben wir doch eine leckere Vorspeise für heute Abend, oder was meint ihr?“ raunte er. Seine Kumpane nickten und ich wusste dass sie sich gleich auf mich stürzen würden. Aber sie hatten einen kleinen Teil der in mir ruhte nicht beachtet. Und diesen Teil würde ich zu meinem Vorteil nutzen. Der Anführer wetzte seine Krallen und sie schossen in meine Richtung, doch mein Energieball stoppte seinen Angriff abrupt und gab ihm einen ordentlichen Rückstoß. Der Werwolf wurde einen Meter zurück gestoßen und seine Spuren waren auf dem Boden deutlich zu erkennen. Meine Abwehr war zwar bei diesem Angriff auch verloren gegangen, aber ich nutzte die Chance und ging sicheren Schrittes auf den Werwolf zu. Die anderen Drei hatten alles mit angesehen und sie standen starr an ihrem Platz. Erst als ihr Angreifer nach ihnen rief, befreiten sie sich aus ihrer Starre und versuchten mich anzugreifen.


Mein Glück war es, dass Werwölfe keine Gegner sind, die wissen wie sie sich leise einem nähern. So konnte ich meinen Angreifer ausweichen ehe sie mir ihre Pranken in den Körper jagen konnten. Ich sprang auf einen Ast und sah wie die Werwölfe ineinander rasten und zu Boden gingen. Lachend saß ich auf den Ast und meinte zu ihnen: „Na ja das jagen müsst ihr aber noch üben.“ Mit diesen Worten stand ich auf und setzte meinen Weg über das Astwerk fort. Hinter mir hörte ich ein dunkles Heulen und Knurren. Ich war mir ziemlich sicher, dass es ihnen nicht schmeckte so eine Abfuhr bekommen zu haben. Bevor ich wieder hinunter auf den Boden ging, vergewisserte ich mich ob es für meine Haut ungefährlich sei. Kaum das meine Füße den Boden berührten, sprang mich das schwarze Ungetüm an. Er fletschte die Zähne und hob seine Pranke. „Was bist du?“, knurrte er mich an und stieß mir seinen Atem ins Gesicht. Auf meinen Lippen breitete sich ein Lächeln aus und ich hauchte ihm entgegen: „Jemand dem du lieber aus dem Weg gehen solltest, denn ich bin keine normale Hexe!“ In diesem Moment offenbarte ich ihm mein wahres Gesicht.


Meine Augen wurden schlagartig blutrot und meine Reißzähne blitzten auf. Ich konnte seine aufsteigende Angst spüren. Die Gerüchte die herum gingen waren wirklich nicht die Schönsten, aber sie gaben mir gerade so viel Rückhalt wie ich vielleicht gebrauchen konnte, bevor ich zu Gulasch verarbeitet werden würde. Ich sah wie seine Pranke hinunter sauste, doch bevor sie mich traf sprang ich in die Ebene der Schatten und tauchte hinter ihm wieder auf. Mit einem Satz saß ich auf seinem Rücken und hielt seinen Kopf fest. Unter meiner Gewalt neigte er seinen Kopf etwas und ich kam seinem linken Ohr näher. Meine Stimme klang lieblich und verführerisch: „Wenn du deine Freunde nicht zurückziehst und ihr wieder dahin verschwindet wo ihr hergekommen seid, werde ich euch alle ausrotten. Also schnapp dir deine Leute und verschwinde. Der Wald ist zu klein für...“. Meinen Satz konnte ich nicht beenden, denn einer seiner schmierigen Freunde, in einem Straßenköterbraun, hatte mich gepackt und mich von seinem Anführer herunter gerissen. Zwei weitere kamen ihm zur Hilfe und der vierer Trupp war wieder vollständig. Ich rappelte mich auf und klopfte mir den Staub ab.


Die Vier umkreisten mich langsam. In mir stieg immer mehr die Jagdlust auf. Ich sprach vor mich hin. Erst leise und dann mit immer lauter werdender Stimme: „ Dormientis genus induimini eam filum. Expellit malos infrequentior. Facit eam omnes expediti et bonum. Dormientis genus induimini eam filum. Expellit malos infrequentior. Facit eam omnes expediti et bonum. Amen.“ So wie das letzte Wort mit voller Kraft aus meinem Mund herauskam, zogen dunkle Wolken auf und der Himmel verfinsterte sich zusehends. Die Wölfe schauten sich und ihre Umgebung an. Aus der Ferne hörte man das erste Grollen eines Gewitters. Der Wind wurde um uns herum immer stärker. Ich streckte meine Arme aus und sog die Energie in mich rein. Voll geladen schaute ich meine Gegner an, denen schon langsam unheimlich wurde. Meine Augen strahlten, einer blutroten Sonne gleich. So gut hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ich bereitete mich auf den Angriff vor und hauchte ihnen herausfordernd zu: „Na wer traut sich von euch und will die erste Abreibung? Ich habe genügend für euch alle.“

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