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Nullam felis tenebrarum (Teil 13)



Diese Gestalt kam mir sehr bekannt vor. Sie war männlich soweit ich bei einem schnellen Blick erhaschen konnte. Meine Jagdlust hatte mich komplett eingenommen und ich jagte die ganze Nacht mit der Mondmutter. Kurz bevor die Nacht verstrich beendete ich mit dem Einverständnis der Mondmutter die Jagd. Tyran wachte über das Haus und schaute dabei immer auf die Uhr. Als er zum Garten hinaus schaute, sah er wie ein weißer Wolf mich auf dem Rücken trug und mich sanft im Gras absetzte. Als der Wolf über den Zaun sprang verwandelte er sich zu einem stattlichen Mann zurück, der mich auf seinen Händen trug. In der Zeit wo Tyran mit Ellen sprach verschwand der Wolf wieder von meinem Grundstück. Ty schickte Ellen, die mit einem meiner alten Zauberbücher beschäftigt war, auf ihr Zimmer, bevor er zur Terrassentür ging. Vorsichtig und dennoch zum Kampf bereit schaute er nach, denn er hatte von mir den Auftrag bekommen, Ellen zu schützen. Jedoch als er mich bewusstlos auf dem nassen Grasboden sah, kam er schnellen Schrittes zu mir und nahm mich auf seine Arme. So trug er mich ins Haus und legte mich sanft auf meine Couch.
Er untersuchte das Grundstück noch einmal genau nach dem Wolf ab, aber konnte ihn nicht finden. Erst als die nächste Nacht anbrach wachte ich wieder auf. Zu meiner Überraschung wachte Tyran über mich. Er hatte zwei Gläser für uns zubereitet und saß auf der Tischkante. Ich hatte meine Decke über mir. Er lächelte mich an, als er sah, dass ich endlich wach war. „Na Hexlein, die letzte Nacht war wohl sehr anstrengend für dich.“ Mit diesen Worten nahm er ein Glas und reichte es mir. „Ich dachte du hast Hunger, wenn du aufwachst.“ Ich richtete mich langsam auf und die Decke emplöste ein Teil meines nackten Oberkörpers. Mein Blick richtete sich nach unten, als ich Tyrans lüsternen Blick sah. Schnell zog ich mit einer Hand die Decke hoch und griff mit der Anderen nach dem Glas. „Wo sind meine Kleider?“ wollte ich von ihm wissen. Mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen nippte er an seinem Glas bevor er mir antwortete.


"Ellen hat dich entkleidet und deine völlig verdreckte und mit Blut durchdrängte Kleidung in die Waschmaschine getan. Normalerweise gehören sie verbrannt. Mich würde ja brennend interessieren was du die Nacht gemacht hast. Denn so wie du aussahst, müssen deine Gegner ja ordentlich eingesteckt haben. Ach ja Hexlein, du brauchst keine Angst haben, denn ich habe mich zurückgezogen und dich nicht nackt gesehen, obwohl mich es schon interessiert." Auch wenn ich Tyran nicht sehr vertraute, sagte mir mein Gefühl, dass er diesmal die Wahrheit sprach. Während wir frühstückten fragte ich ihn, wie ich hier her gekommen war, denn mir fehlte jegliche Erinnerung daran. So erzählte er mir von dem weißem Wolf, der sich in den stattlichen Mann verwandelt hatte und mich hier absetzte. Als diese Worte auf meine Ohren trafen verschluckte ich mich kräftig und traute meinen Ohren nicht.


"Du willst mir sagen, dass mich ein Werwolf nach Hause gebracht hatte? Wie sah der Wolf aus? Welche Augenfarbe und Fellfarbe hatte er? Hatte er irgendwelche Merkmale die dir aufgefallen sind?" fragte ich immer noch leicht hustend. Er überlegte einige Zeit und leerte sein Glas bevor er mir antwortete. In der Zeit wie er überlegte stellte ich mein leeres Glas ab und stand auf. Natürlich bedeckte ich meinen Körper. Ich war zwar ein Vampir, der nur noch eine leere und kalte Hülle seiner Selbst war, dennoch musste nicht jeder meinen Körper sehen, so wie ihn Hekate, die Göttin aller Wiccas, schuf. Alles was ihn einfiel erzählte er mir, während sein Blick an mir geheftet war. Die Beschreibung, die ich von Ty bekam, war spärlich. Dennoch überlegte ich fieberhaft wo ich diesen Wolf schon einmal gesehen hatte. Die wenigen Merkmale kamen mir doch sehr vertraut vor, nur konnte ich sie nicht einsortieren.


Ich machte auf dem Absatz kehrt und meinte zu Tyran, "Ich werde mich erst einmal anziehen gehen. In der Zeit hole bitte Ellen und wasche die Gläser ab." Mit diesen Worten öffnete ich die Decke und ließ sie auf die Couch fallen und ging in mein Schlafgemach. Natürlich wusste ich das ich mit meinem Anblick Tyran provozieren würde, aber das war mir in diesem Moment egal. Mich beschäftigte das mit dem Werwolf doch zu sehr. Ich hatte eine Vermutung, wer es sein konnte, aber es war doch viel zu lang her, als dass er noch leben konnte. Aber diese vertraute Gestalt bei der Jagd und die Träume gaben mir doch ein anderes Gefühl. Meine Gedanken kreisten immer weiter, um diesen mysteriösen Werwolf, der mich nach Hause hatte gebracht. So achtete ich auch nicht darauf was ich mir überwarf. Erst als ich an mir herunter schaute, sah ich dass ich mein uraltes Gewand anhatte, in dem ich einige blutige Kämpfe beschritten und die Liebe meines Lebens verloren hatte. War das ein Zeichen von Hekate?

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