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Schließe deine Augen

"...Du findest neues Leben, Schließe deine Augen." Es krachte einmal laut und dann war es still, für immer still.



2,5 Monate zuvor


Mein Name ist Mary und ich komme aus Schwerin. Ich bin mit Danny verlobt. Doch unsere Beziehung hat einen großen Tiefpunkt erreicht. Durch meine schwere Vergangenheit bin ich Suizid gefährdet. Wieder einmal stritt ich mich mit Danny, bis es eskalierte. Immer wieder hatte ich mich in der letzten Zeit ins Internet zurückgezogen. Dort lernte ich Mario aus Magdeburg kennen. Er war ganz anders als Danny, denn Mario vermittelte mir immer das Gefühl das ich eine Frau war, die man auf Händen tragen sollte. An diesem Abend als ich mich wieder einmal mit Danny stritt bekam ich den Drang mich selbst zu verletzten und ich wusste, dass ich raus musste. Mario hatte es auch mitbekommen und bot mir seine Hilfe an. So beschloss ich zu ihm zu fahren. Am nächsten Tag packte ich meine Sachen und fuhr zum Bahnhof, denn Mario wollte mich mit dem Zug abholen.


Der Zug kam an und mein Herz pochte wie verrückt, als ich ihn aussteigen sah. Wir begrüßten uns herzlich und ich wusste, dass ich nun zur Ruhe kommen würde und wieder Kraft schöpfen könnte. Während wir auf der Heimreise nach Magdeburg waren erzählte ich ihm was alle so schief gegangen war, in der Beziehung. Mario nahm mich in den Arm und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Sanft sagte er zu mir: "Das wird alles wieder. Er muss sich nur klar werden, dass man nicht so mit jemanden den man liebt umgeht. Ich würde es nicht so machen, aber das habe ich dir ja schon so oft gesagt." Die zwei Wochen vergingen wie im Flug bei Mario. Ich lernte seine Freunde kennen und wir verliebten uns ineinander. Bei der Heimfahrt war mein Herz sehr schwer, denn ich wusste das ich in eine sehr zerrüttete Beziehung zurückkehren würde. Danny hatte in den zwei Wochen immer geredet, dass er sich geändert hatte und das er mich so sehr vermisst. Aber stimmte das auch?


Mein Verlobter stand am Bahnhof, um mich abzuholen und schloss mich fest in seinen Arm, als ich ausstieg. Ich bekam kaum noch Luft und war froh als er die Umarmung löste. In mir kam ein schlechtes Gefühl auf, nur wusste ich nicht wo ich es zuordnen sollte. Denn ich saß nun zwischen zwei Stühlen. Auf der einen Seite war Mario und auf der anderen mein Verlobter Danny. Danny und ich fuhren nach hause und wir redeten normal miteinander. Er versuchte immer wieder sich mir zu näheren, doch ich blockte jedes mal ab. Ich empfand es nicht richtig, zu groß waren schon die Gefühle zu Mario. So beschloss ich nach einigen Tagen Danny meinen Entschluss zu sagen, dass ich nicht mehr mit ihm zusammen sein wollte. Es war ein sehr großer Schock für ihn. Am Wochenende packte ich wieder meine Sachen, denn für mich war es klar, dass ich zu Mario wollte. Mein Ex brachte mich noch zum Bahnhof und ich fuhr wieder nach Magdeburg.


Bei  Mario war es wunderschön, er versuchte mir immer den Himmel auf Erden zu bescheren. Immer wieder gab er mir etwas aus, obwohl ich ihm immer wieder sagte, dass ich die ganzen materiellen Sachen nicht brauchte. Ich bewarb mich auf einige Stellen in Magdeburg online. Täglich kontrollierte ich mein Postfach, ob ich schon eine Nachricht erhielt. Tatsächlich hatte ich eine Nachricht drin, doch diese war nicht auf eine der Stellen die ich in Magdeburg gesucht hatte sondern in Schwerin. In meinem Gesicht war die pure Freude zu erkennen, denn diese Stelle war mein Traumjob für den ich immer gekämpft hatte. Nun war er in greifbare Nähe gerückt. Ich sprach mit Mario darüber und kontaktierte danach meinen Ex. Mario war nicht begeistert davon, denn er wollte das ich bei ihm blieb. Als Danny das mit dem Job erfuhr setzte er sich sofort ins Auto und holte mich ab.


Die Adresse hatte er noch von dem ersten Treffen mit Mario. So stand er abends plötzlich vor der Tür und war bereit mich mitzunehmen. Doch bevor ich fuhr redeten Mario, Danny und ich mehrere Stunden miteinander. Mario war sehr enttäuscht als er meinen Entschluss hörte, dass ich zurückfahren würde. Er war der Meinung, dass man überall einen Job bekommen würde, auch wenn es nicht der Traumjob ist. Ich jedoch wollte diese Chance nicht verpassen und ging mit Danny mit. Der Abschied von Mario war herzzerreißend. In mir brach mein Herz, als wir die erste Kurve hinter uns gelassen hatten. Die darauffolgenden Wochen hatte ich das Vorstellungsgespräch und den Termin für die Hospitation bekommen. Mit Danny hatte ich am Anfang noch einige Schwierigkeiten, doch es besserte sich langsam. Bei Mario und mir sah es anders aus. Wir stritten nur noch und ich meldete mich immer weniger bei ihm. Mario wollte immer noch das ich zu ihm zurückkomme und wir warfen uns gegenseitig immer wieder etwas vor.


Nachdem ich wieder nach Schwerin wegen dem Job gegangen war, waren nun vier Wochen verstrichen. An diesem Tag hatte ich meine Hospitation und ich war innerlich sehr aufgewühlt. Denn ich wusste, wenn ich das noch meistere habe ich den Job. Die Stunden verflogen und nach den ersten Minuten fühlte es sich super gut an. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich und ich gab mir jegliche Mühe. Nach sechs Stunden Hospitation ging ich mit einem guten Gefühl nach hause, doch da sollte noch etwas auf mich warten. Mario hatte mir geschrieben das er unbedingt mit mir reden wollte. So stimmte ich zu und wir redeten über ein Skypegespräch. Ich erzählte ihm von meinem Tag und das ich ein gutes Gefühl dabei hatte. Und es kam so wie es kommen musste. Wir begannen wieder nur zu streiten und er sagte mir das er in meinen Augen scheiß egal wäre. Das er wegen mir nicht mehr richtig schlafen und essen konnte.


Das Streitgespräch ging mehrere Stunden. Am Ende beschloss ich, dass es doch besser sein würde wenn man sich trennt, auch wenn es in meinen Augen nie eine Beziehung war. Ich wollte ihn nicht kaputt machen. Aber es sollte ja noch besser kommen. Als eine gemeinsame Freundin herausfand das Schluss sei, bekam ich von ihr einen Text über Skype geschrieben, der sich gewaschen hatte. Ich ließ sie

schreiben und dachte mir nur, dass es klar war das ich Schuld daran hätte. Irgendwann machte ich all dem ein Ende und fuhr den Rechner hinunter. Meinen Freunden und Danny ließ ich mir nichts anmerken, dass mich dieses Streitgespräch fertig gemacht hatte und die Nachricht der Freundin mir den Rest gab. Eine Woche später bekam ich einen Anruf von meinem neuen Arbeitgeber und ich hatte den Job bekommen. Ich freute mich sehr darüber, dass ich die Chance ergriffen hatte.


Der heutige Abend

Ich hatte meinen neuen Job vor zwei Wochen begonnen und heute war mal wieder die Spätschicht dran. Da ich einen Weg von einer Stunde hatte würde ich heute so gegen 23 Uhr zu hause sein. Die Landstraße war mal wieder leer und ich hielt mich auch nicht besonders an die Geschwindigkeitsbeschränkungen. In das CD-Laufwerk des Radios hatte ich eine meiner Böhsen Onkelz CDs eingelegt. Die Musik brachte mich immer etwas runter. Denn dieser Tag war sehr anstrengend gewesen. Auf der Arbeit lief es nicht so gut, da mich immer noch 
die Sache mit Mario beschäftigte. Ich wurde von ihm beschuldigt ihn ausgenutzt, belogen, ausgenommen und hintergangen zu haben. Wenn er genau darüber nachdenken würde, würde er genau wissen das es nicht stimmte. Aber ich hielt meine Klappe und ließ ihm in dem Glauben. Ich fuhr gerade mit 120 km/h über eine Bergkuppe, als im Radio gerade der Song 'Schließe deine Augen'.

Meine Augen schlossen sich und ich konnte nicht genau sagen, ob es am Lied selbst oder an der Müdigkeit lag. So fuhr ich mit geschlossenen Augen über die Bergkuppe. Bei dem Textstück "...Du findest neues Leben, Schließe deine Augen." krachte es einmal laut und dann war es still, für immer still. Ich war mit meinem kleinen Stadtflitzer frontal mit einem LKW zusammengestoßen. Die Bergung hatte sich bis in die Morgenstunden hingezogen. Der LKW-Fahrer kam mit einem Schrecken davon, doch ich war bei dem Aufprall sofort ums Leben gekommen. Dieser Unfall wurde von der Presse breit getreten, auch Mario erfuhr davon und machte sich darauf hin noch einmal seine Gedanken über das was er gesagt hatte. Doch für eine Entschuldigung war es nun zu spät.

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