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Der Verrat an der Liebe

Nach einer langen Zeit im Wald, in dem sie sich nun ihr eigenes Reich, gut versteckt vor den Augen der Menschen, errichtet hatte, war es für sie an der Zeit weiter zuziehen. In dieser Zeit wo sie hier lebte, hatte sie nur einen Gefährten zugelassen, wieso wusste sie nicht. Nur war ihr Gefährte in ihren Augen etwas Besonderes. Sie beschloss die menschlichen Knochen und Überreste zu vergraben, ihren Thron zu zerstören und weiter zuziehen. Auf der Lichtung begann ihr Gefährte, ein schneeweißer Wolf, mit einem blutroten und einem bernsteinfarbenen Auge, überall tiefe Löcher zu graben, damit sie die Überreste hinein legen konnte. Nachdem sie das geschafft hatten, zog sie die Sense aus dem Thron und holte einmal aus. Die Sichel summte ihr Lied, als sie die Luft durchschnitt und stöhnte kurz auf, als sie auf den Thron stieß. Die Sense schnitt sich durch den Thron wie ein Messer durch Butter. Er brach und sackte in sich zusammen. Auch die Statue des Wolfes zerstörte sie. Mit einem kleinen Seufzten schaute sie zu ihrem Gefährten. Es schien fast so, als würde der Wolf lächeln bei dem Anblick. Sie band sich die Sense um und beide gingen leisen Fußes durch den Wald. Als die Nacht herein brach, suchten sie sich ein Lager zwischen einen Felsspalt und hielten nach einer kleinen Mahlzeit Ausschau.

Am Hang über den Wald, der sich über einen weiten Flur erstreckte, stand jemand und beobachtete die Gegend. Es schien so, als suche er nach etwas. Er stieg hinab und ging in den Wald hinein. Die beiden Reisenden hatten sich einen Rehbock gerissen und ließen ihn sich schmecken. Jedoch hatten sie stetig das Gefühl das sie Beobachtet werden. Es war schon lange her, dass sie tierisches Blut getrunken hatte. Doch es erfüllte seinen Zweck, auch wenn es nicht die Gier nach menschlichem Blut stillen konnte. Nach ihrer Mahlzeit beschlossen sie sich noch etwas auszuruhen, bevor sie weiter gehen würden. Sie suchten die Nähe des Anderen, hatten sie sich doch nur noch.
Aus sicherer Entfernung blitzte, zwischen zwei dunklen Sträuchern, immer wieder kurz etwas Metallisches auf. Er verbrachte viel Zeit in seinem Versteck, um sicher zu gehen, dass beide schliefen. Erst dann brach er hervor. Ihr Gefährte wurde von einem Knacken wach und sah einen Fremden, der sich vor sie aufbaute, mit seinem Langschwert auf den Rücken. Sein Blick war kalt. Der Wolf warnte den Fremden mit einem knurren und dem Fletschen der Zähne. Dabei richtete er sich auf und versuchte sie zu schützen. Er signalisierte ihm, dass er zum Kampf bereit war. Doch eine Hand legte sich sanft auf den Rücken ab. Sie war wach, schnellte nach oben und ihre Augen wurden blutrot. Fauchend fragte sich den Fremden "Was willst du hier?" Doch mehr als ein herausforderndes Lächeln kam nicht. "Ich rate dir, uns in Ruhe zu lassen und ziehe weiter. Wir haben nichts." fauchte sie noch einmal den Fremden an. "Das kann ich leider nicht. Denn du warst es, der mein Dorf verwüstet und die Menschen dort umgebracht hat." entgegnete der Fremde mit eine Kälte in der Stimme, die man nur im Winter kannte.

Er zog sein Schwert und machte sich zum Kampf bereit. Sie verstand, dass dieser Kampf nicht ausweichlich war, so schnellte sie hervor. Der Wolf tat es ihr gleich. Der Fremde war ein guter Kämpfer und schnell kristallisierte es sich heraus, dass er unmöglich rein menschlicher Natur sein konnte. Als erstes brach der Wolf im Kampf zusammen. Er hatte sich mehrfach zwischen der Klinge und seiner Gefährtin geworfen. Doch der letzte Hieb war doch zu hart. Der Wolf flog gegen einen Fels uns sackte zu Boden, wo er regungslos liegen blieb. Sie eilte zu ihm und schaute nach ihm, bevor sie den nächsten Hieb kassierte, der sie auf die andere Seite schleuderte. Stöhnend versuchte sie wieder auf die Beine zu kommen, doch irgendwas hielt sie unten. Bevor sie ihr Bewusstsein verlor schaute sie noch einmal nach dem Wolf, der immer noch regungslos und blutend am Boden lag.

Der Fremde steckte sein Schwert wieder weg und ging zu ihr. Er beugte sich zu ihr herunter und betrachtete sie ganz genau. Einige Minuten vergingen bevor er sie auf seine Arme nahm und in die Richtung verschwand, wo er herkam. Der Fremde hatte einen langen Fußmarsch vor sich. Doch nach einem Nacht- und Tagesmarsch erreichte er die Ruinen des Dorfes. Er stolperte erschöpft über die Gräber, die überall verstreut waren. Bevor er in einem unterirdischen Gang mit ihr verschwand.
Nach zwei weiteren Nächten wachte sie auf und schaute sich um. Ihre Hände waren über ihren Kopf an schweren Ketten gefesselt und sie fand sich in einem alten Kellerverließ wieder. Nur ganz leicht konnte sie das Licht des Mondes wahrnehmen. Diese Räume kannte sie nicht und sie wusste auch nicht wo sie war. Das einzige was ihr bewusst war, dass sie irgendwie hier raus kommen musste.

Der Mond ging über den weitläufigen Wald wieder auf und alles schien langsam in seinem Schlaf zu versinken. Nur wenige bekamen mit was letzte Nacht geschehen war. Noch bevor die ersten Mondstrahlen durch die Stille des Waldes brachen, streifte jemand schweren Schrittes durch den Wald. Es schien so als wäre die Person verletzt. Immer wieder musste sie eine Pause einlegen und sich setzen, da die Schmerzen doch zu groß waren. Trotz der Schmerzen raffte sich die Person wieder auf, nachdem sie sich kurz ausgeruht hatte, und folgte instinktiv ihren Weg. Leise sprach sie mit zerrissener Stimme vor sich hin. "Wo bist du? Ich muss weitersuchen. Sie hätte es auch für mich getan." Die Schritte wurden immer schwerer bis sie zusammenbrach. Aber die verletzte Person war nicht die Einzige, die zu dieser Stunde im Wald umherstreifte. Ein Mann, der von der Zeit gezeichnet war und sicherlich schon länger hier lebte, kam durch seinen nächtlichen Streifzug an eine moosbewachsene Lichtung. Seine müde wirkenden Augen erhaschten einen leblosen Körper, doch bevor er näher trat zog er erst die Luft um sich herum tief in seine Lungen. Er schaute sich genau um, bevor er heran trat. Auf dem Moos lag eine zierliche Frau, mit hellem Haar und ganz in Weiß gekleidet. Durch die Baumkronen schien ein Mondstrahl direkt auf sie und man könnte fast glauben, dass die Mondgöttin diese Frau beschützen würde. Als er ihr immer näherte  bemerkte er, dass sie etwas in sich trug, etwas Besonderes. Langsam ging er vor ihr in Knie und hob sie sacht vom kalten Boden und trug sie zu seiner Hütte. Kurzer Hand legte er sie auf seine Schlafstätte und ließ sein Blick über ihren Körper schweifen.  Seine Blicke fielen auf kleinere Schnittwunden und eine größere an ihrer Seite. Der Duft des Blutes stieg in seine Nase und er hatte mit sich zu kämpfen.  Er verband ihre Wunden, die er erst mit einer Salbe versorgte. Mit wachsamem Auge wachte er über sie. 

Hatte er doch schon lange kein anderes Wesen mehr in seine Nähe gelassen. So fragte er sich, als die Tage ins Land gingen, ob es wirklich eine so gute Idee war. In der vierten Nacht beschloss er sich etwas zu essen zu suchen und verließ seine Hütte. In dieser Nacht wurde das verletzte Mädchen wach und schaute sich um. Konnte sie sich doch gar nicht daran erinnern, dass sie sich in eine Hütte geschleppt hatte, noch dass sie sich selbst ihre Wunden versorgt hatte. Vorsichtig stand sie von der Schlafstätte auf und streckte sich. Ihr taten noch einige Knochen weh, doch die Schmerzen waren minimal, gegenüber denen, die sie nach dem Kampf hatte. Vorsichtig ging sie zu der Tür und schaute sich um, ob nicht doch jemand in dieser Hütte war. Ihre Hand umfasste gerade den Türknopf als er sich drehte und ein Mann die Hütte betrat. Sein Blick wanderte erst auf das leere Bett und dann wild im Raum umher bis er schließlich auf ihr ruhte. 

„Ah du bist endlich wach.“ Meinte der Mann und schloss hinter sich die Tür. Still nickte sie ihm zu und hauchte mit leiser Stimme: „Danke für alles. Aber ich muss nun leider gehen.“ Mit einem Lächeln schaute er sie an und legte sein Kopf etwas schief. „Mädchen, das kannst du machen. Ich halte dich hier nicht gefangen, nur solltest du vielleicht erst einmal etwas essen.“ Er zückte von seinem Gürtel einen kleinen Sack mit Kräutern und Pilzen und ein kleines Kaninchen. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, begann er das Kaninchen und die Pilze zuzubereiten. Sie blieb an der Tür stehen und schaute ihn aus sicherer Entfernung an. Der Mann wirkte nett, doch wollte sie so schnell wie möglich ihre Suche fortsetzen. Als das Essen auf der kleinen Kochstelle war und die Hütte mit seinem Köstlichen Duft flutete, setzte sie sich zu dem Mann an den Tisch. Nach dem Essen, brach sie die, seit dem der Mann nach Hause kam, Stille und meinte: „Ich danke ihnen, dass sie mich hier her gebracht haben. Das sie meine Wunden versorgt und meinen Hunger gestillt haben. Aber ich muss nun weiterziehen.“ Mit diesen Worten stand sie auf und ging zur Tür. Es war bereits kurz vor Sonnenaufgang. Müde nickte der Mann und räumte die Teller beiseite. „Dann soll es wohl so sein.“ Leise stand sie auf und ging wieder zur Tür. Sie drehte sich noch einmal um und schenkte ihm ein Lächeln bevor sie hinaus trat. Nach einigen Schritten drehte sie sich noch einmal um und hauchte leise einen Dank, bevor sie wieder in die Dunkelheit des Waldes hinein tauchte, um nach ihrer Gefährtin zu suchen.

In den Unterirdischen Gängen knarrte die Tür des Verlieses und der Fremde stand im Türrahmen. „Na bist du endlich wach?“ meinte er höhnisch und trat langsam näher. Er musterte sie genau und legte mit einem überlegenden Grinsen seinen Kopf schief. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer sein würde, dich zu fangen.“ Sie schaute zur Tür und begann zu fauchen. Dieser Typ hatte etwas an sich was ihr gar nicht gefiel. Er besaß eine Kraft die sie nicht gewachsen war. „Was hast du mit mir vor?“ wollte sie von ihm wissen. Wieder lachte er überheblich auf und war sich seiner Sache doch sehr sicher. „Ich werde dich so leiden lassen wie du mein Dorf leiden lassen hast.“ Kopfschüttelnd entgegnete sie ihm „Ich habe deinem Dorf nichts angetan. Ich war im Wald das gebe ich zu und ich bin auch durch dein Dorf gestreift, aber ich habe niemals einer Menschenseele etwas getan.“ Man konnte hören, dass sie die Wahrheit sprach doch er wollte es nicht hören. „Erzähl mir nichts. Du warst es. Wer sollte es denn sonst gewesen sein. Es stank nach Vampir, als ich das Dorf betrat und du bist einer. Der Einzige der hier sein Unwesen treibt.“ Wieder schüttelte sie den Kopf. Sie wusste, dass es nichts brachte ihn von der Wahrheit zu überzeugen. Festen Schrittes kam er näher und löste die Kette, an der sie hing. Sie sackte zusammen, doch er fing sie auf, bevor sie noch den Boden ganz berührt hätte. Ihr Blick richtete sich zu ihm auf, war sie doch durch die Tage, in den sie nichts zu essen hatte, sehr geschwächt. So würde es für ihn ein leichtes Sein, sie umzubringen. Er trug sie zu einer anderen Zelle und stieß sie hinein. Das Verließ war dunkel und man erkannte nichts. Doch sie konnte etwas riechen, es roch nach Blut, nach frischem Blut. Ihre Augen blitzten blutrot auf und ihre Reizzähne fuhren hervor. Blitzschnell lokalisierte sie ihr Opfer und schnellte zu ihm. Ihre Zähne fuhren in den Hals und sie begann zu trinken. Ihre Kräfte kehrten mit jedem Schluck zurück. Gestärkt und wieder voller Kraft schaute sie sich um, es musste doch irgendein Fluchtweg geben. Doch bevor sie alles untersuchen konnte, kam der Fremde schon wieder und öffnete die Tür. „Hast du dich gestärkt und bist nun bereit zu sterben?“ fragte er sie und zog in diesem Moment sein Langschwert. 
Sie richtete sich auf und streckte sich, dabei ließ sie ihren Nacken knacken. Immer noch betört von dem Genuss des Blutes hauchte sie kampflustig. „Dann lass es uns zu Ende bringen. Wir werden sehen wer von uns zu Letzt stehen wird.“ Mit diesen Worten stürmte sie nach vor und drückte sich an ihm aus dem Verließ. Der Kampf begann in dem Gang, doch schnell war klar, dass er sie genau dahin trieb wo er sie hinhaben wollte. Sie kamen in einen sehr großen Saal mit einer Art Statue und einem Altar. Immer wieder gab er ihr die Chance zum Angreifen, doch wurde es ihm zu brenzlig stieß er sie mit seiner magischen Kraft davon. Immer wieder flog sie durch den Saal, als sie vor einem Altar lag nahm er ihr die Kraft und band sie auf den Altar. Mit verängstigten Augen schaute sie ihn an, als er sich vor dem Altar aufbaute. Bereit den letzten Schlag auszuholen. 

In der Zwischenzeit war jemand anderes auf den Weg zu beiden. Sie streifte zielsicher durch den Wald geleitet von dem Mond. Es schien fast so, als würde der Mond der Person den Weg weisen. Nach einem Tagesmarsch erreichte die Person das ausgerottete Dorf und den Unterirdischen Gang. Immer wieder schaute sie gegen den Himmel und nickte. Sie blieb kurz vor dem Eingang stehen und schloss die Augen: „Gib mir die Kraft, es zu überstehen und sie zu befreien.“ Danach öffnete sie die Augen und ein heller Schein blitzte kurz in ihnen auf. Sicheren Fußes schritt sie nun in den Gang und ließ sich von ihrem Instinkt führen. Auf ihren Weg durch das Labyrinth hörte sie immer wieder Kampfschreie und ein Donnern was kurz darauf folgte. Ihre Schritte wurden schneller und sie folgt dem Lärm, bis er der Stille wieder wich. Vor ihr erstreckte sich ein großer Saal der leicht beleuchtet war. Leise näherte sie sich ihm. Als sie in den Saal hineinspäht, erkennt sie wie der Fremde gerade sein Langschwert, was mit einer dunklen Aura umhüllt war, in die Luft streckte. Unter ihm lag ihre Gefährtin, die die ihr das Leben gerettet hatte, auf dem Altar und konnte sich nicht rühren. Es schien fast so als würde sie von etwas festgehalten. Sie musste schnell handeln und stürmte in den Saal. In ihren Hände begann sich ein Ball aus reiner Energie zu entwickeln. Sie schleuderte ihn auf das Schwert und bündelte gleich den nächsten Energieball. Der Fremde schaute auf, als sein Schwert ihm durch den Energie ball auf der Hand rutschte. Seine Blicke trafen auf ein kleines zierliche Frau, ganz in Weiß gekleidet mit langem fließenden blondem Haar. Er hob sein Schwert wieder auf und stürmt vor, bereit für einen weiteren Kampf. „Lass sie gehen.“ Forderte die Frau den Fremden auf. Lachend setzte er zum Sprung mit ausgestrecktem Schwert an. Sie bündelte ihre Energie und ließ ihn ihre Kraft spüren. Der Kampf zwischen den beiden war hart und lang, doch man konnte immer mehr sehen das die Frau doch stärker war. So war es keine Überraschung, dass sie den Kampf für sich am Ende entschied. Sie eilte zu ihrer Gefährtin und löste den Fluch auf. Geschwächt versuchte sie sich auf zurichten. Doch ihre Kräfte waren viel zu schwach. Die Frau half ihr und streckte ihr dann den Hals hin. „Trink von mir, dass wird dir gut tun.“ Mit geschwächtem Blick schaute sie auf den Hals bevor sie ihre Reizzähne herausfuhr und sanft in den Hals biss.   Das Blut schmeckte anders, als das einer Hexe oder eines Menschen. Es hatte etwas Unschuldiges und Reines in sich. Ihr Körper füllte sich mit Energie und die Gier nach dem besonderen Blut wurde immer größer. Während sie sich an dem Blut stärkte, was sie trank, verwandelte sich die Frau wieder in den weißen Wolf den sie von ihrer Reise kannte. Sie ließ von ihm ab, doch es war zu spät. Ihre Gier nach dem Blut hatte sie die Grenze überschreiten lassen, wo es für den anderen ungefährlich war. 

Der Wolf lag in ihren Armen und schloss die Augen bevor er den letzten Atemzug machte. Doch er blieb nicht in ihrem Arm liegen, er löste sich langsam in Energie auf, die aufstieg. Wieder erschien die zierliche Frau vor dem Altar, nur diesmal in einem durchsichtigen Gewand gekleidet. „Ich danke dir, dass du mich erlöst hast. Du hast es mir ermöglicht, wieder zu meiner Göttin aufzusteigen. Ich danke dir Mennolly.“ Mit diesen Worten verschwand sie wieder und tauchte vor der Hütte auf wo sie noch einige Nächte vorher verbracht hatte. Sie ging durch die geschlossene Tür und bedankte sich auch bei dem Mann, der ihr selbstlos half. Zum Dank schenkte sie ihm eine Kette mit einem blauen Stein, der in sich die reine Energie des Mondes trug. Menno rutschte langsam von dem Altar und verließ das unterirdische Labyrinth. Das einzige was sie zurück ließ ohne es zu bemerken, war ihr Ring der in Zwei gebrochen war.

Die Nacht würde bald enden und Menno streifte immernoch leicht erschöpft durch den Wald. Sie hatte beinahe den Waldesrand erreicht, als die ersten sonnenstrahlen sich über den Horizont erstreckten und den Himmel langsam erhellten. Als sie der erste Sonnenstrahl erhaschte, begann ihre Haut zu brennen und verbrannte sie. Schmerzerfüllt suchte sie Schutz in einem tiefen Felsspalt. Sie hoffte, dass sie hier vor der Sonne geschützt war. Verstand sie doch nicht, wieso ihr die Sonne wieder etwas anhaben konnte, hatte sie doch ihren Ehering an den Finger. Doch als sie auf ihren Ringfinger schaute, erkannte sie das er nicht mehr da war. Sie begann panisch den Boden abzusuchen, doch nirgends war er zu finden. 

Ihre Augen begannen sich mit Tränen zu füllen, sie hockte sich in die hinterste Ecke und brach in Tränen aus. Das würde ihr Mann ihr sicherlich niemals verseien und auch ihre Mutter wäre sicherlich sehr enttäuscht, wenn sie das herausfinden würde. Irgendwann im laufe des Tages schlief sie dann doch ein. Als die Nacht über das Land hereinbrach, weckte sie der Hunger. Vorsichtig schaute sie aus dem Spalt. ob die Sonne schon untergegangen war. Sie setzte ihre Reise fort und kam in tiefster Nacht an ein Dorf an. Ihre Blicke wanderten immerwieder in die Gassen, auf der Suche nach etwas zu trinken. In einer dunklen Gasse stand ein herunter gekommener alter Mann, er schien etwas zu tief ins Glas geschaut zu haben, und brauchte nun eine Wand um einigermaßen gerade und sicher zu stehen. Sie überlegte kurz, ob sie wirklich ihn nehmen sollte, doch brauchte sie dringend frisches Blut, um ihren Durst zu stillen. 

Leisen Schrittes kam sie ihm näher und biss ihm in den Hals, während sie eine Hand auf seinen Mund legte, damit er nich schrie. Sie trank von ihm, bis auf den letzten Tropfen, dann schlug sie ihm mit einem Stein auf den Kopf und legte ihn so hin, dass es aussah, als wäre er gestürzt. Ihre Bisswunde ließ sie mit etwas eigenem Blut wieder heilen. Sie entwendete ihm sein letztes Geld und ging in die Taverne, die noch offen hatte. Den Gastwirt bat sie um eine Unterkunft und begab sich sofort hinein. In dem kleinen Zimmer entdeckte sie einen alten Sekretär. Sie setzte sich an ihn und durchstöberte ihn. Dabei fiel ihr eine alte Schreibfeder und etwas Tinte in die Hand. In einer Schublade fand sie noch etwas Papier. Sie begann zwei Briefe zu schreiben. Während sie ein paar Zeilen, die aus ihrem Herzen kamen, verfasste musste sie immer wieder vor Sehnsucht nach ihren Lieben mit den Tränen kämpfen. 

Als sie die Briefe fertig geschrieben hatte, rief sie zwei Fledermäuse und band ihnen die Briefe um die Beine. Sie schickte sie los, bevor sie sich ins Bett legte, dass erste was sie seid Monaten wieder unter sich hatte. Doch stand sie noch einmal auf, um zu prüfen, ob die Fensterläden fest verschlossen und die Tür abgeschlossen war. Danach legte sie sich wieder hin und war mit ihren Gedanken bei ihrer Familie. Sie hoffte inständig, dass es ihnen gut ging und alle wohl auf waren. Kurz vor Sonnenaufgang schief sie ein, jedoch schief sie nie fest. Während des Tages versuchte jemand immer wieder in ihr Zimmer zu kommen. Sie stand immer wieder auf und war kampfbereit, traute sie doch keinem mehr. Als der Abend anbrach hörte sie ein leichtes Kratzen an der Scheibe. Vorsichtig öffnete sie die Fensterläden, um zu schauen wer das ist. Die beiden Fledermäuse waren von ihrer Reise zurück. Sie sahen erschöpft aus, mit einem kleinen Lächeln und einem Nicken begrüßte sie sie. Danach verließ sie das Zimmer und setzte sich unten in die Taverne und zählte ihr Geld. 

Es reichte gerade noch für ein kleinen Teller armer Ritter. Sie aß ihn hastig auf, wollte sie heute noch weiter bevor die sonne wieder aufging. Danach legte sie das geld auf den tisch und ging in die Nacht. Als sie am Ende des Dorfes kam ein Mann auf sie zu und versperrte ihr den Weg. Sie versuchte ihm auszuweichen doch es schien so als wolle er nicht das sie aus dem Dorf verschwindet. Er packte sie grob am Arm, doch bevor sie sich wehren konnte, spürte sie einen spitzen Gegenstand im Rücken. Der Mann vor ihr grinste sie schief an und meinte mit herablassender Stimme: "so Reizzähnchen du wirst jetzt artig mitkommen sonst bist du auf der Stelle tot." Hinter ihr tauchten drei weitere Männer auf und sie brachten sie in eins der letzten Häuser. Dort wurde sie in einen Kellerabteil eingesperrt. schaute sich um und entdeckte ein Kellerfenster, doch als sie in die Nähe des Fensters ging, prallte sie an einer durchsichtigen Bannmauer ab. 

Sie schüttelte sich kurz und wurde wütend, wurde sie doch erst vor kurzem eingesperrt und nun schon wieder. "Wieso gerate ich immer in solche situationen?" fragte sie sich selbst und setzte sich in das linke Eck neben der Tür, auf den Boden. Die restliche Nacht blieb es in diesem Keller still. Mit Tagesanbruch vernahm sie immer weider hastige Schritte über ihr und leises Getuschel. Sie schaute zum Kellerfenster und hoffte das sie nicht die Sonnenstrahlen verbrennen würden. Plötzlich näherten sich Schritte und die Tür sprang auf. Sie presste sich an die Wand doch der Mann packte sie am Arm. Er zerrte sie auf die Beine und brachte sie mit genügend Abstand zu sich in einen Altarraum. Während sie den langen Gang entlang schritten, konnte sie ihren Plus hören. Der Mann schien aufgeregt und etwas nervös zu sein. Sie fragte sich was er mit ihr vor hatte. Als sie den Altarraum betraten standen 10 Männer, in schwarzen Roben gekleidet, in einem Halbkreis und schauten zu einer Frau, in einem bodenlangen engen Kleid, die in der Mitte mit einem Buch stand. 

Der Mann, der sie den Gang entlang geführt hatte, übergab sie der Frau. Ihre Aura sprühte eine Kraft aus, die Menno beunruhigte. Die Frau lächelte sie überlegen an und griff Menno ins Haar, so dass sie ein Fauchen nicht unterdrücken konnte. Sie führte sie an ein Cross und band sie da fest, sodass Menno auf das Cross sah. Mit einem Dolch zerschnitt die Fremde ihr Oberteil, danach hörte Menno wie sie ihre Männer zu sich rief. Die Männer reihten sich auf und zogen aus ihrer robe einen wellenförmigen Dolch. Als der erste Mann herantrat,  nahm die Hexe den Dolch und träufelte etwas Tinktur darauf. Diese verteilte sich sofort auf die gesamte Klinge, dann trat er an Menno und ritzte die erste Kerbe in den Rücken. Menno begann zu schreien, als das Gift in ihren Körper drang. Bevor sie sich erholen konnte, kam schon der Nächste und ritzte auch mit seinen Dolch eine lange Kerbe in den Rücken. So folgten auch die anderen. Bevor sie alle die erste Kerbe in das Fleisch ritzen konnte, wurde Menno vor Schmerz ohnmächtig. Immer mehr Gift drang in sie und ließ die Wunden wie ein Höllenfeuer brennen. 

So bekam sie es auch nicht mitm wie sie wieder in den Kellerraum gebracht wurde. Diese Folte zog sich über mehrere Tage und immer wieder wurde Menno ohnmächtig dabei. Am sechsten Tag und schon sehr geschwächt, war Menno wieder an dem Cross gebunden und die ersten Männer hatten schon wieder ihren Dolch durch ihr Fleisch fahren lassen.  Doch dieses mal stieg mit dem Schmerz auch die Wut und der Hass in ihr. Sie merkte wie die dämonische Natur in ihr immer mehr zum Vorschein kam. Dennoch wollte sie ihn unterdrücken, doch jemehr Schmerz man ihr zufügt um so stärker wurde ihre dämonische Seite. Als der zehnte Mann den Dolch gerade ansetzte, schrie Menno mit einem bedrohlichen, dunklen Grohlen auf und verwandelte sich in ihre dämonische Gestalt. Sie sprengte die Kette, drehte sich blitzschnell um und ihre Hand drang in den Brustkorb des Mannes ein. Stöhnend schaute er sie mit weitaufgerissenen Augen an und ließ seinen Dolch aus der Hand fallen. 

Langsam zog sie ihre Hand heraus und hielt dabei sein Herz fest. Als das Herz den Körper verließ, sackte er zusammen. Sie ließ das Herz fallen und stieß ein Grollen hervor. Ihr Blick wanderte kurz durch den Raum, wo alle bis auf die Hexe ein paar Schritte zurück wichen. Die Hexe lachte nur laut auf und Menno drehte sich zu ihr um und rasste auf sie zu. Doch bevor sie ihre Hand um den Hals der Hexe legen konnte, wurde sie an die hinter ihr liegende Wand geschleudert. Sie kam wieder auf die Beine und knurrte laut. Die Männer zogen sich zurück und so waren Menno und die Hexe allein in dem Raum. Menno versuchte ihre Energie zu bündeln und startete noch einmal einen Angriff. Während sie zu der Hexe stürmte ergriff sie den Dolch, der noch am Boden lag. mit ausgestreckter Hand, dem Dolch mit der Klinge nach vorn gerichtet, traf sie auf den Bannkreis in dem die Hexe stand und merkte wie er langsam durch drang. Der Bannkreis brach und sie rammte den Dolch ihr in die Brust. Mit letzter Kraft stieß sie Menno noch einmal gegen die Wand und brach kurz zusammen.

Die Mordlust und der Hass waren so groß, dass sie aus ihrer dämonischen Natur nicht herauskam. Sie rannte raus und brachte jedes menschliche Wesen, was in dem Dorf war kurzer Hand um. Nach und nach verlor sich die Wut und der Hass im Rausch und gerade als sie ein kleines 3 jähriges Mädchen, mit der Hand an der Kehle, vor sich hatte, verwandelte sie sich zurück. Sie ließ von dem Mädchen ab und ließ sie gehen. Das Mädchen verschwand verängstigt und Menno brach zusammen. Sie blieb leblos vor Erschöpfung mitten in einem der Häuser liegen. Ihr Körper kämpfte gegen das Gift, was man tagelang in sie hineinfließen ließ, an. 

In der Zeit wo Menno ihre Wut an den Dorfbewohnern ausließ, kam die Hexe verletzt wieder zu sich und begann seine Tinktur zu mixen. Ihre Kräfte waren zwar alt, aber auch das Gift schwächte ihren Körper und ihre Kräfte. Sie wusste das sie sich einige Zeit schonen musste und verstecken, so verschwand sie in der Nacht mit ihrer Trinktur und ein paar Sachen in den Wald. Unterdessen war auch eine andere Hexe unterwegs, auf der Suche nach jemanden. Sie kam an den Waldesrand an, an den Menno vor ein paar Tagen entdeckt hatte, dass sie ihren Ring nicht mehr trug. Sie schaute sich genau um bevor sie sich weiter auf den Weg in die Richtung des Dorfes machte, wo Menno jegliches Leben ausgelöscht hatte. Auf ihren Weg fiel ihr ein total verängstigtes Mädchen in die Arme.  Sie ging in die Knie und schaute dem Mädchen in die Augen, um zu erkennen, was sie gesehen hatte und fragte sie mit sanfter Stimme. "vor was läufst du denn weg, kleine?"

Mit Tränen in den Augen und gebrochener Stimme erzählte das Mädchen was sie erlebt und gesehen hatte. Aufmerksam hörte sie zu. Sie hatte einen verdacht und lächelte. Die Hexe zog an ihrer Zigarette und pustete dem Mädchen den Rauch ins Gesicht, worauf es tief und fest einschlief. Das Mädchen würde nach dem Aufwachen auch keine Erinnerungen mehr an die Erlebnisse im Dorf haben. Sie pfiff nach ihren Wölfen und ein weißer und schwarzer Wolf kamen zu ihr. Sie legte das Mädchen auf den schwarzen Wolf, der etwas größer war, als der weiße und wieß ihm an das Mädchen in ein Kloster zu bringen. Als der schwarze Wolf langsam und vorsichtig davon ging, mit dem Weißen als Begleitung, schaute die Hexe ihnen noch nach bevor sie weiter den Weg in das Dorf folgte. Eine geistige Stimmung und ein großes Chaos herrschte im Dorf, als sie das Dorf erreichte. Sie spürte die Energie einer alten Magie. Haus für Haus kontrollierte sie und fand in einem der alten Fachwerkhäuser, im Zentrum des Dorfes, eine offene Tür. Vorsichtig schaute sie hinein und prüfte, ob etwas in diesem Haus war. 

Sie ging von Raum zu Raum. In dem Wohnzimmer fand sie Menno auf den kalten Boden liegen. Die Hexe näherte sich langsam mit Bedacht ihr. Sie kniete sich vor sie und schaute sie sich genau an. Man konnte durch ihr seuftzen erkennen, dass sie sauer und zugleich enttäuscht war. Die Hexe stand auf, nach dem sie sich vergewissert hatte, dass Menno nicht in den nächsten Minuten aufwachen würde. Sie kümmerte sich erst einmal um das verwüstete Dorf und reinigte es. Dabei beseitigte sie den gröbsten Schaden. Nach dem das erledigt wurde, kehrte sie in das Haus zurück. Die Begleiter der Hexe tauchten nach einiger Zeit von ihrer Reise im Dorf auf und suchten sie. Als die Hexe das Wohnzimmer betrat, sah sie nur noch einen leeren Raum. Durch den Raum zog sich der Geruch von Schwefel. In der Zeit, wo Prud das Dorf reinigte, erschien Lilith, die Königin der Unterwelt, und nahm Menno mit sich. 

Fern von Raum und Zeit wachte Menno in einem Raum auf, in dem gerade einmal ein Bett aus Stein, was mit Fellen bedeckt war, eine kleine Lichtquelle in Form eines kleinen Feuers und etwas was aussah wie eine Waschstätte. Sie war mit einem Fuß an der Mauer gefesselt. Ihr Rücken schmerzte noch etwas von dem Gift, doch schien es ihr wesentlich besser zu gehen. Menno richtete sich langsam auf und schaute auf ihren Fuß und verfolgte die Kette, die bis zur Wand ging. Sie nahm die Kette in die Hand und begann an ihr zu rütteln, das einzige was passierte war, dass etwas Putz von der Wand bröckelte. Fluchend ließ sie die Kette in ruhe und schnaufte. Wollte sie sich selbst beruhigen, denn hier brachte es nichts sich aufzuregen. Nur wüsste sie doch viel zu gern, wo sie eigentlich und wer sie war.

Sie war auf einer kleinen Teilinsel von Queen Elizabeth Island Canada bei einem Urstamm gelandet. Lillith hatte ihr die Erinnerungen vernebelt an ihre Familie, an ihren Mann und ihre einzig leibliche Tochter. Sie selbst wusste nicht, dass sie kein Mensch war. Alles an ihr früheres Leben war weg. Der Shamane kam in den Raum, um nach ihr zu sehen. Stillschweigend begutachtete er sie und tratt näher. Als er mit ihr zu reden begann verstand sie kein einziges Wort. Er löste die Kette und gab ihr etwas zum anziehen. Natürlich bestand auch ein gewisser Anteil aus Fell, der bei diesen eisigen Temperaturen wärmen sollte. Langsam führte man sie in das Leben des Stammes ein. So vergass sie immer mehr die Fragen die sie anfänglich noch hatte und gliederte sich immer mehr in das Leben ein. Menno war eine der stärksten Krieger dieses Stammes und schnell erwarb sie das Interesse des Häuptlings. Nach einem Jahr nahm er sie zu seiner Frau. 

In der Nacht ihrer Vermählung kam Lilith wieder in dieses Dorf und brachte Mennos leibliche Tochter zu ihr. Lilith hielt die Zeit an und manipulierte die Erinnerungen so, dass jeder glaubte das sei die Tochter des Häuptlings und Menno. Auch die Erinnerungen der Kleinen wurden so manipuliert, dass der Häuptling ihr leiblicher Vater war. Als Lilith ihre Arbeit getan hatte, verschwand sie wieder und ließ die Zeit wieder laufen. Sie wanderte durch Raum und Zeit und kam schließlich zu Mennos vergessenen Ehemanns. Lilith klopfte an seine Tür.  Er öffnete sie nur leicht, als er in die dunkelroten und kalten Augen von Lilith schaute, erstarrte sein Blut für einen Moment. Ihre langen Finger umschlossen den Rahmen der Tür und rissen sie auf. In seinen Ohren erklang ihre bedrohliche Stimme: "Hast du wirklich geglaubt, dass ich dir meine Tochter jemals ohne weiteres übergeben werde? Hast du wirklich geglaubt, dass ich nicht gesehen habe, was du mit ihr getrieben hast. Du hast es nicht verdient sie, als deine Frau zu haben. Du hast es nicht verdient, ein Teil ihrer Familie zu sein. Du bist ein nichts, kleiner Wolf. Und wage es dir nicht, je nach ihr zu suchen. Denn dann werde ich dich in Stücke reißen." Mit diesen Worten ließ sie ihn einfach stehen und verschwand wieder in die Unterwelt.

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