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Nullam felis tenebrarum (Teil 37)

Es vergingen ein paar Tage, seit der immer noch unbekannte Mann in das Leben der Fünf gestolpert war. Noch immer lag er da und war bis dahin nicht einmal zum Bewusstsein gekommen. Ty und Luke machten sich immer mehr Sorgen. Auch Eras machte sich Sorgen, doch seiner größten Sorge galt Maeve. Er hasste es, nicht zu wissen was mit ihr war, wo sie war und ob es ihr gut ging. Der Tag neigte sich langsam dem Ende und schon bald würde die Nacht über sie herein brechen. Dann würde Tyran wieder die Wache übernehmen. Eras schaute gegen den Himmel und seufzte. "Was musst du nur erledigen meine Liebste." hauchte er in den Wind. Er drehte sich um und ging zur Terrassentür ins Haus. Der Wolf hatte nicht mitbekommen, dass sie beobachtet wurden. Die Gestalt verließ seinen Posten und ging in den Wald. "Und wie geht es ihm?" wollte Eras von Ellen wissen, die gerade mit den Verbänden fertig war. "Unverändert. Ich hoffe sehr das Maeve bald wieder bei uns ist. Luke macht sich sehr große Vorwürfe, dass er nie mehr aufwacht." Mit einem kleinen Lächeln versuchte Eras Ellen zu beruhigen. "Du hast sehr gute Arbeit geleistet und wenn es ihm nicht gut gehen würde, dann wäre er schon verstorben. Aber er scheint ein Kämpfer zu sein. Er wird schon wieder. Also sag Luke, dass er sich keine Vorwürfe machen soll."

Nickend stand Ellen auf und brachte die gebrauchten Verbände fort. Erasmus setzte sich auf die andere Couch und schaute zu dem Verletzten. Cecilia kam noch leicht verschlafen herunter und grüßte Eras im Wohnzimmer, bevor sie zu Ellen in die Küche ging. Die Mädchen bereiteten das Essen vor, denn Tyran würde auch gleich aufstehen. Sie richteten den Tisch, als Luke zur Tür herein schneite. Er küsste Ellen auf die Stirn und fragte gleich danach: "Ist er schon aufgewacht? Ist Maeve schon wieder da?" Diese Fragen waren die letzten Tage immer die Begrüßung gewesen, wenn Luke von der Arbeit in Maeves Laden zu ihnen kam. Ellen schüttelte nur bedrückt den Kopf. "Aber mach dir keine Sorgen. Seine Wunden heilen schnell und gut. Und auch Eras meinte, dass er ein Kämpfer sei, sonst hätten wir ihn schon längst verloren." versuchte Ellen ihn etwas aufzumuntern. Luke nickte enttäuscht und half den Mädels beim Tisch decken. Als der Tisch reichlich gedeckt war, stieß auch Tyran zu der Gruppe und setzte sich zu ihnen. Ellen, Eras und Luke unterrichteten die Anderen, was tagsüber alles passiert war. Doch sprach Erasmus nicht darüber, dass ihn diese Stille nicht ganz geheuer war.

Er hatte die Befürchtung, dass irgendetwas in der Luft lag. Das er damit recht behalten sollte, wusste zu diesem Zeitpunkt noch keiner. Sie aßen gerade ihr abendliches Frühstück, als es an der Tür zu hämmern begann. Tyran und Eras schauten sich an und Tyran stand auf. Wer konnte das sein, es waren alle hier. Tyran ging zur Tür und öffnete sie. Vor ihm stand das kleine asiatische Mädchen, was sie im Wald schon einmal kennen lernen durften. Sie schob sich an ihm vorbei und ging geradewegs ins Wohnzimmer. Sie stellte sich neben den großen Esstisch und begann zu sprechen. Tyran war ihr hinterher gegangen. "Ich wurde geschickt um dich und dich zu holen. Meine Meisterin braucht eure Hilfe. Und das sofort." Ihre Stimme klang monoton und sehr ernst. Während sie sprach hatte sie auf Eras und Tyran gedeutet. "Was ist denn mit deiner Meisterin?" Wollte Ty wissen. Das Mädchen wiederholte es noch einmal mit mehr Nachdruck. "Sie braucht euch JETZT." Ty schaute Eras an, der sich noch schnell den Rest seines Brots in den Mund schob und aufstand. "Dann bring uns zu ihr. Du Luke gibst auf die Mädchen acht. Passt bitte auf euch auf, wir kommen so schnell wie möglich wieder." meinte der Vampir mit ernster Miene.

Keinen aus der Gruppe gefiel es, dass sie sich jetzt trennen sollten, doch wussten sie das es wichtig sein musste. Das Mädchen ging zur Terrassentür und klopfte drei Mal dagegen bevor sie sie öffnete. Eras erkannte den Baum und wusste das das Orakel in Schwierigkeiten sein musste. Er nickte Ty zu und schritt durch das Portal. Tyran und das Mädchen folgten ihm und das Portal schloss sich wieder. "Na klasse, nun sind wir allein. Ich hoffe das sie schnell wieder da sind." seufzte Luke. Er machte sich immer noch sehr große Sorgen und diese Wendung stieß ihm sauer auf. Ellen und Cecilia räumten gerade den Tisch ab. Als die Vordertür aufsprang und zwei große Schränke das Haus betraten. Luke, Ellen und Cecilia stürmten in den Flur. Ein höllisches Lachen kroch aus einem der muskelbepackten Schränken hervor. Cecilia erkannte einen von ihnen und schrie. "Weg, die kommen von Endris. Das sind Nekromanten." Ellen lief zu dem Unbekannten und sprach einen Schutzzauber. Ein Schutzschild bildete sich um sie und ihn. Luke blieb an der Seite von Cecilia und beide machten sich kampfbereit. Luke griff den Linken und Cecilia den Rechten an. Die Angreifer waren sehr stark und beide mussten viel einstecken.

Die ersten Möbel gingen zu Bruch als Luke und Cecy das erste Mal durch die Luft flogen. In diesem Moment kam ein Hexer mit Endris durch die Terrassentür und griffen Ellen an. Sie wehrte sich, doch auch sie hatte kaum eine Chance. "Wo ist Maeve?" wollte Endris wissen, als der Hexer Ellen gerade in die Luft gehoben hatte und ihr die Luft abdrückte. "Sie ist nicht hier." raute sie leise und umgriff die Hand des Hexers. Sie musste sich befreien und sprach einen kleinen Zauber, der ihre Hände glühen ließ. Schmerzerfüllt ließ der Hexer von ihr ab und hielt sich die Hand. Endris seufzte und machte kehrt. "Na gut, bringt sie alle um und kommt dann wieder." meinte er und ging wieder in den Wald hinein. Der Hexer und die Nekromanten lachten auf. "Das wird uns ein Vergnügen sein." meinten sie im Chor und griffen erneut an. Ellen setzte auf Cecilia, Luke und den Unbekannten ein neuen Schutzzauber und griff dann erneut den Hexer an. Die Drei wurden immer wieder von Angriffen in die Knie gezwungen, aber teilten auch immer wieder aus. Ellen, Luke und Cecilia gingen gerade zu dritt vor der Couch auf dem der Unbekannte lag zu Boden, als in der Haustür ein Portal aufging und ich durchschritt.

Ich erblickte das Chaos und hörte das zu Bruch gehen eines Schrankes, so eilte ich ins Wohnzimmer. Auf den Weg griff ich nach meinen Bogen von der Mondmutter, der vor der Wohnzimmertür lag und schoss zwei Pfeile auf die Nekromanten. Diese durchbohrten sie und ließen sie wie zwei nasse Säcke in sich fallen. "Ellen öffne ein Portal und verschwindet." schrie ich zu meinen Freunden hinüber und schoss den nächsten Pfeil auf den Hexer. Dieser wich jedoch aus. Luke warf sich den Unbekannten über die Schulter und Ellen zeichnete das Portal auf den Boden. Ungeduldig und voller Angst schaute Cecilia immer wieder zwischen dem Hexer, mir und Ellen. "Beeil dich." Der Hexer riss mir mit einem Zauber den Bogen aus der Hand und ich hechtete zur Seite. Im nächsten Moment startete ich schon meinen nächsten Angriff. Doch meine Lichtkugel wehrte er ab und sie landete in meiner Bibliothek. Die Seiten der Bücher flogen auf und es begann zu knistern. "Verschwindet endlich." schrie ich und wich einem weiteren Zauber aus. Ellen schwor das Portal herauf und Luke, Cecilia verschwanden. Ellen drehte sich noch einmal um. In diesem Moment startete ich und der Hexer gleichzeitig einen Zauber. Die Zauber trafen auf einander und eine riesige Schockwelle löste sich.

Ellen wurde durch das Portal geschleudert, was sich hinter ihr sofort schloss. Der Hexer wurde durch die nachfolgende Explosion der beiden Zauber durch die Fensterfront geschleudert und auf dem Zaun aufgespießt. Als sie der Rauch der Explosion legte sah man vom Haus nur noch ein riesigen Trümmerhaufen. Eras und Tyran kamen in diesem Moment gerade wieder an und sahen die Trümmer. Sie waren geschockt. "Wie konnten wir nur gehen." schrie Tyran "CECI, ELLEN, LUKE" Schrie er immer wieder und rannte zu den Trümmern. Plötzlich klingelte sein Handy und er zog es hervor. Der Name von Cecilia blickte auf dem Display. Rief sie wirklich an? Ungläubig schaute er aufs Display bevor er abnahm und ihre Stimme hörte. "Cecy du lebst. Was ist passiert? Wo seid ihr? Ja, ich komm mit Eras zu euch." Erleichterung machte sich auf seinem Gesicht breit und er fuhr mit Eras zum Laden von mir. Dort angekommen wurde er von Cecilia fast umgerannt. Den dreien sah man den Kampf immer noch an. Ellen schaute an Eras und Tyran vorbei und fragte dann Eras "Wo ist Maeve?" Geschockt stand er vor ihr und sah sie nur an. "Sie ist nicht bei uns? War sie denn zurück gekommen?" Mit Tränen in den Augen nickte Ellen und sank dann zu Boden.

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