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Die Tiefe einer Seele

Ich falle immer tiefer und tiefer. Der Fall scheint endlos zu sein. Es gibt keinen Halt. Einfach nichts. Dieses Gefühl der vollkommenen Leere in mir. Sie raubt mir jegliche Kraft. Wann hört das auf???

Tara wachte aus ihrem Tagtraum auf und hoffte innerlich, dass diese Leere gleich verschwinden würde. Doch die Leere blieb in ihr und zerrte an ihr. Vor einigen Tagen hatte ihre große Liebe Marc sich von ihr getrennt. Er hatte noch nicht einmal den Mut besessen, es ihr ins Gesicht zu sagen. Nein eine kurze SMS mit den Worten Sorry Tara, aber es ist aus waren alles was sie ihm noch wert gewesen ist. Tara war ein lebenslustiges und fröhliches Mädchen, doch die Trennung traf sie hart sehr hart. Sie zog sich immer mehr zurück und ihre besten Freunde Mandy und Mike kamen nicht an sie heran. Andere Personen fiel die Veränderung von Tara kaum oder gar nicht auf. Auch die Leistungen in der Schule litten unter ihrem Gemütszustand.


In der Pause ging Tara stillschweigend aus dem Raum zur Toilette. Mandy und Mike sahen ihr nach und schauten sich an. Mandy stand auf und ging zu Mikes Tisch. Gekonnt setzte sie sich auf die Kante der Tischplatte und meinte zu ihrem besten Freund mit gedämpfter Stimme: "Hast du ihre Augen gesehen? Die sahen so tot aus. Früher war noch so viel Leben in ihr und nun ist nichts mehr übrig. Weißt du was sie hat?" Mike schüttelte den Kopf, so das seine wilde Mähne sich in Bewegung setzte. Mike, Mandy und Tara kannten sich aus der zweiten Klasse. Seitdem waren die drei unzertrennlich. Sie erzählten sich immer alles, was sie bedrückte und welche Probleme sie hatten. Mandy war der Schwarm jedes Jungens und bei Mike war es nicht anders. Nur Tara war immer schon ein kleines Mäuschen und hatte sich immer auf ihre Schullaufbahn konzentriert.


"Ja irgendetwas ist mit unserer Tara. ich habe auch schon versucht gestern mit ihr zu reden, nur hat sie abgeblockt. So kenne ich sie nicht und Mandy ich mache mir richtig große Sorgen. Ich hoffe nur das es nichts mit diesem Marc zu tun hat, denn dann Gnade ihm Gott, wenn er ihr was antut." Er schlug mit der Faust auf die Platte. Mandy schaute ihn an und konnte die Wut in seinen Augen sehen. Ihr sechster Sinn begann sich zu melden. Denn sie hatte ein sehr gutes Gespür für heimliche Lieben. Sie blinzelte ihn an und fragte gerade hinaus: "Du Mike, kann es sein das du in Tara" Als Mandy jedoch Tara zur Tür hereinkommen sah unterbrach sie sich selbst und sprang auf. Sofort ging sie auf ihre beste Freundin zu und sprach sie an. "Hey Tara, Mensch was ist denn mit dir los? Du bist schon seid Tagen so geknickt. Hat dir das Schwein Marc was getan? Wenn ja, dann sag was. Der kann dich nicht so behandeln, als wärst du Dreck."


Tara kämpfte innerlich gegen die Tränen an, als Mandy Marc erwähnte. Mit gebrochener Stimme entgegnete sie nur: "Lass mich in Ruhe." Sie ließ Mandy einfach stehen und setzte sich wieder an ihren Platz. Es klingelte zur Stunde. Miss Black, die Englischlehrerin, bemerkte die geistige Abwesenheit von Tara. Jedoch ließ Miss Black Tara die ganze Unterrichtsstunde in Ruhe und überließ sie sich selbst. Nach dem Englisch Unterricht war die große Hofpause und jeder Schüler wurde aufgefordert sich auf den Gelände zu begeben. Denn frische Luft würde die Lernfähigkeit wieder steigern. Mike traf Marc auf dem Schulgelände in der Nähe der Raucherinsel für die Oberstufen. Mike zerrte Marc in eine nahegelegene Ecke um ihn sich vor zuknüpfen. Er presste ihn gegen die Wand und schaute ihn in die Augen.


"Was hast du Tara angetan? Ich weiß das sie wegen dir so down ist und ihre ganze Lebenslust verloren hat. Du bist echt das letzte Stück, was ich je gesehen habe. Komm schon spuck aus, was du ihr angetan hast." Mikes Worte drückten seine Wut in seinen Augen klar aus. "Man komm runter, Alter. Kommst du noch klar mit dir? Ich hab ihr nichts gemacht. Was kann ich dafür das sie nicht klarkommt, dass ich Schluss gemacht habe. Das ist doch ihr eigenes Pech. Also lass mich in Ruhe mit der Göre und verpiss dich endlich." Marc grinste bei seinen Worten und riss sich los. Lässig drehte er ab und ging wieder zur Raucherinsel. Mike fühlte sich so als würde er gleich vor Wut platzen und schlug mit seiner Faust gegen die Wand vor Verzweiflung. Er wusste nun wieso Tara so niedergeschlagen ist. Mike wollte gerade zu Mandy gehen und ihr die Neuigkeiten zu übermitteln. Damit sie zusammen sich etwas überlegen konnten, wie sie Tara helfen könnten.


Doch als er zu ihr wollte prallte er gegen Tara. Sie hatte nur einen kleinen Teil des Gesprächs mit Marc mitbekommen und sah sehr enttäuscht aus. Enttäuscht und voller Wut schrie sie ihren besten Freund an: "Was fällt euch ein, euch immer in meine Angelegenheiten einzumischen? Ich bin verdammt noch mal alt genug um mit meinen Problemen selber fertig zu werden. Also mischt euch nicht ein." Ohne eine Erklärung abzuwarten rannte sie mit Tränen in den Augen fort und ließ ihn stehen. Er schaute ihr nach und schrie ihr nur kurz Entschuldigung hinterher. Betroffen ging er zu Mandy und erzählte ihr die Erkenntnisse, die er heraus gefunden hatte. Den weiteren Schultag verbrachten Tara und ihre Freunde getrennt voneinander.


Das Verhältnis besserte sich auch an den darauffolgenden Tagen nicht und diese Stille zwischen den Freunden belastete Mandy und Mike sehr. Sie mussten hilflos zusehen wie Tara immer mehr abnahm und sich immer mehr zurückzog. In der zweiten Stunden war der Sportunterricht mit Herrn Miller. Er war bekannt, dass er sehr viel von den Schülern ab verlangte. So mussten sie zum Erwärmen 10 Runden rennen bevor es mit dem Fußball- und Volleyballtraining weiterging. Die Mädchen hatten gerade ihr erstes Spiel, wo Tara und Mandy in einem Team waren. Die beiden Mannschaften schenkten sich nichts. Ein Schmetterball kam vom gegnerischen Team über das Netz und Tara wollte ihn annehmen. Sie ging zwei Schritte vor und machte sich bereit.


Immer wieder verschwamm der Ball vor ihren Augen und bevor sie ihn annehmen konnte, wurde es um sie herum schwarz. Tara brach zusammen und Herr Miller brach das Spiel ab. Mandy und Mike rannten zu ihr. Auch der Lehrer kam sofort zu ihnen und meinte zu Mike: "Schaffst du es sie zur Bank zu bringen und Mandy gehst du bitte ins Sekretariat und meldest den Vorfall. Ich möchte das du dann bitte noch zur Schulkrankenschwester gehst und sie mitbringst." Mandy und Mike nickten und folgten den Anweisungen. Die anderen Mädchen aus der Klasse begannen zu tuscheln und freuten sich über die kleine Unterbrechung der Unterrichtsstunde. Tara wurde nachdem die Schulkrankenschwester in der Turnhalle war, ins Krankenzimmer gebracht. Sie hatte einen Schwächeanfall erlitten, da sie seid Tagen kaum gegessen hatte. Ihre Freunde wichen nicht von ihrer Seite und wurden von dem Sportlehrer für die nächste Stunde freigestellt.


Langsam kam Tara wieder zu Bewusstsein und sah ihre Freunde an ihrer Seite. Mit leicht erstickter Stimme hauchte sie ihnen zu: "Was macht ihr denn hier?" Lächelnd schauten die Beiden Tara an und meinten wie aus einem Mund. "Wir wollten für dich da sein." Mandy ergänzte noch: "Mensch Engel, was machst du nur? Du bist doch so hübsch und dieser Kerl hat dich einfach nicht verdient." Nickend gab sie es zu und lächelte schwach ihren Freunden zu. Die Schulkrankenschwester gab den Freunden für den Rest des Tages frei. Mike und Mandy brachten Tara nach Hause und blieben bis zum Abend bei ihr. Die nächsten Wochen konnte man eine Verbesserung bei Tara sehen. Mandy und Mike beobachteten wie Marc anfing die Mädchen wie seine Unterwäsche zu wechseln. Sie versuchten, dass Tara von all dem nichts mitbekam.


Es waren nun sechs Wochen vergangen als sich Marc von Tara getrennt hatte, als er sie morgens auf dem Schulweg abfing und ihr näher kam. "Na meine Perle, wie geht es dir? Du bist immer noch so hübsch. Ich weiß das ich ein Fehler gemacht habe, aber kannst du mir noch einmal verzeihen?" Er drängte sie an eine Hauswand und wollte sie küssen. Sie versuchte sich zu wehren, doch er war stärker als sie. So kamen seine Lippen ihrer immer näher bis sie sich berührten. Seine Zunge ahnte sich einen Weg zwischen ihre Lippen und er begann sie leidenschaftlich zu küssen, während er sie gegen die Wand presste. Tara versuchte Marc von sich drücken. In ihren Augen begann sich die Tränen zu sammeln und ihr Körper begann zu zittern vor Hilflosigkeit. Die Minuten fühlten sich wie Stunden für Tara an. Marc beschloss mit ihr zusammen in die Schule zu gehen, denn jeder sollte sehen das sie wieder zusammen seien.


Tara sträubte sich immer wieder mit ihm an der Hand, wie es Pärchen nun einmal machen, zu gehen. In der Schule trafen die Beiden auf Mandy und Mike. Taras Freunde fielen aus dem Himmel als sie Tara mit Marc sahen. In Mikes Augen konnte man die Wut darüber klar erkennen. In dem Klassenraum nahmen sich Mandy und Mike sich Tara zur Brust. "Sag mal spinnst? Wieso gehst du zu diesem Idioten zurück. Er hat dir unendlich weh getan." platzte es aus Mandy heraus. Mike schwieg, da Mandy genau das aussprach was er auf den Lippen hatte. "Ich, ich will ja gar nicht wieder mit ihm zusammen sein. Aber er hat mich einfach geküsst und überrumpelt. Was soll ich denn tun?" fragte Tara ihre Freunde um Rat. Mandy und Mike sahen sich an. Mike wandte sich zu ihr und meinte mit gedämpfter Stimme: "Süße überlass das mal schön uns. Der Kerl  wird dir nicht noch einmal so weh tun." Bevor Tara nachfragen konnte schellte die Glocke zum Unterricht.


Auf der großen Hofpause schnappte sich Mandy Tara und verschwand mit ihr auf der Toilette und Mike nahm sich Marc zur Brust. Er zerrte Marc in eine etwas abgeschirmte Ecke. "Alter, jetzt hör mir mal zu. Tara liebt dich nicht mehr und sie will nicht mit dir zusammen sein. Sie ist nicht dein Eigentum, mit dem du machen kannst was du willst. Hast du mich verstanden? Halt dich von ihr fern." Marc grinste ihn abfällig ins Gesicht und entgegnete ihn spöttisch: "Junge, mische dich nicht in Angelegenheiten ein, die dich nichts angehen. Und eins sag ich dir Tara gehört mir und keinem anderen. Sie wird mir immer gehören, egal ob sie will oder nicht." Das waren die falschen Worte, die Marc gewählt hatte. Mike holte aus und verpasste diesem selbstgefälligen Schwein einen schönen rechten Hacken. Marc ging zu Boden und hielt sich die linke Gesichtshälfte. "Tara gehört niemanden, verstanden und dir schon dreimal nicht." Mit diesen Worten ließ Mike ihn auf den Boden sitzen und ging zu Mandy und Tara.


Mike hatte Marcs Stolz verletzt. Marc wollte es so nicht auf sich sitzen lassen und stürmte zu den dreier Gespann. Er schnappte sich Mike und begann auf ihn einzuprügeln. Die beiden Streithähne rollten sich über das Schulgelände. Mandy und Tara schrien die beiden an, doch ohne Erfolg. Erst als Herr Miller dazwischen ging konnte man die beiden Jungs trennen. Mike hatte eine blutige Unterlippe und auch an seiner linken Augenbraue war etwas Blut. Die beiden Jungs mussten mit Herrn Miller ins Lehrerzimmer. Als Tara das Blut in Mikes Gesicht sah, schaute sie ihn besorgt an. "Herr Miller, wäre es nicht besser, wenn Mike erst einmal zur Schulkrankenschwester gehen würde? Denn er blutet ja." fragte sie den Lehrer besorgt. Herr Miller schenkte ihr ein Lächeln und willigte ein. Tara kümmerte sich liebevoll um Mike und das sah Marc gar nicht gern. Nachdem Mike ärztlich versorgt wurde, ging er zum Lehrerzimmer. Tara begleitete ihn dabei, vor der Tür gab sie ihm noch einen Kuss bevor sie verschwand.


Mit geröteten Wangen ging Mike ins Lehrerzimmer und erklärte alles aus seiner Sicht. Bei diesem Gespräch erkannte der Mädchenschwarm der Schule, dass er Gefühle für Tara hatte. Auch Herr Miller erkannte das und bat Marc sich von Tara fern zuhalten, sonst müsse er ihn der Schule verweisen. Mike bekam auch eine kleine Strafe von ihm. Weitere drei Monate später waren Mike und Tara zusammen gekommen und eins der beliebtesten Pärchen der Schule. Marc hatte die Schule und die Stadt gewechselt. Tara blühte in der Beziehung mit Mike auf. Das dreier Gespann machte sein Abi und ging dann studieren. Tara und Mike blieben ein Pärchen und heirateten später. Mandy ging nach ihrem Tanzstudium nach Amerika und wurde die Hauptdarstellerin eines Musicals. Tara und Mike wurden Lehrkräfte an ihrer alten Schule. Was aus Marc wurde kann keiner genau sagen, denn nach seinem Umzug hatte keiner etwas noch von ihm gehört.

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