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Schnee in New Orleans (Teil 3)

Er bat um ein Gespräch mit ihr. Trotz das sie ihn nicht kannte, lud sie ihn ein und bat ihm Kekse und Kaffee an. Gerührt von der Gastfreundschaft und von dem schlechten Gewissen geplagt, erzählte er Innas Mutter, dass er im Auftrag ihrer Tochter da sei. "Sie hat einen Job angenommen außerhalb von Moskau, um sie weiter  unterstützen zu können. Leider musste sie gestern schon los, aber sie hat mich gebeten ihnen etwas zu geben." Michail zog ein Bündel Geld hervor. Es waren gut 200.000 Rubel. Innas Mutter erschrack als sie das Bündel Geld sah und brach in Tränen aus. "Inna hat mir gesagt, das es ihr leid tut. Dass sie sich nicht von ihnen verabschieden konnte. So hofft sie auch das ihnen das etwas helfen wird. Sie möchte versuchen, dass sie ihr Studium in Jura fortsetzen kann, um sie besser unterstützen zu können. 


Inna meinte auch zu mir, dass ich ihnen sagen soll, dass sie sich keine Sorgen machen sollen." Ehe Innas Mutter reagieren konnte stand Michail schon wieder auf und verabschiedete sich von ihr. Konnte er es nicht länger aushalten in diesen Wänden. Ihm selbst war es unangenehm, welche Gefühle es bei ihn auslöste. Er fühlte sich schuldig, auch wenn er versuchte das Gefühl, der Mutter ihr Kind weggenommen zu haben, abzuschütteln gelang es ihm nicht. Michail fuhr zurück in die Stadt und ging seiner Arbeit nach. Aber auch da verfolgte ihn das schlechte Gewissen gegenüber Inna. So hate er keine Lust zu flirten und versank in Erinnerungen an Inna, wenn er einen kurzen Moment Luft hatte. Soetwas war ihm noch nie zuvor passiert. Ihn interessierte es eigentlich immer sehr wenig was Frauen anging, wie sie sich und ihre Familien fühlten. 

Nur bei Inna war es anders gewesen. Auch die nächsten Tage, Wochen verlor sich das Gefühl nicht. Drei Monate nach dem Inna aus der Bar verschwunden war, kam Michail gerade zur Arbeit, als er ein Großaufgebot von Streifenwagen und Polizisten vor Sergejs Nachtclub sah. Er versteckte sich in einer Seitengasse und beobachtete alles aus der Ferne. Sie hatten die Bar gestürmt und brachten einen Freier nach dem Anderen heraus. Zuletzt wurde Sergej in Handschellen herausgeführt. Entsetzt und zugelich froh darüber, nicht auch drin gewesen zu sein, lehnte sich Michail gegen die Wand. Er wartete bis das Großaufgebot weg war und ging zurück in sein Appartment. Dort packte er seine Sachen und nahm das gesparte Geld. Ihm war klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, ehe er auch gesucht werden würde. 

So beschloss er, so schnell wie möglich das Land zu verlassen und sich etwas neues aufzubauen. Während er sich auf den Weg zum Flughafen machte, telefonierte er mit seinem alten Freund Lew. Dieser bot ihn an, zu ihm nach New Orleans zu kommen. Michail hatte Glück einen Flug noch zu bekommen und flog nach New Orleans. Er wurde von seinem guten Freund persönlich abgeholt und sie fuhren gemeinsam in sein Stripclub. Lew bot ihm eine kleine Wohnung über den Club an und stellte ihn als Barkeeper ein. Geschafft von dem Flug bedankte er sich bei Lew für seine Chance und begab sich dann ins Bett. Dank des Jetlags konnte er ohne große Schwierigkeiten einschlafen. Zu seiner ersten Schicht im Red Carpet war er wieder fit. Lew wies ihn ein und meinte noch grinsend zu ihm. 

"Du weißt du bist mein Freund, aber wenn du mit einer meiner Mädchen vögeln willst, musst du genauso zahlen. Aber für dich wird es ein Freundschaftspreis geben." Michail nickte und dachte nur daran, dass er seid der Sache in Moskau mit Innas Mutter keine Frau mehr angefasst hatte. Der Abend begann sehr gemütlich und die ersten Frauen begannen sich auf der Bühne auszuziehen. Andere wiederherum vergnügten sich mit Männern und zogen ihnen die Dollar für teure Getränke aus den Taschen. Kurz vor Mitternacht stand eine neue Show auf dem Programm. Die Bühne wurde hell beleuchtet, als zwei Mädels, die Michail mehr als bekannt vor kam, auf die Bühne traten. Sie tanzten und räkelten sich an den Poles und den Körper der jeweils Anderen. Sie verdrehten den Männern den Kopf. 

Lew kam grinsend zur Bar und bestellte sich einen Old Whiskey. "Na, kennst du beiden noch? Das sind zwei deiner Mädels. Die Braunhaarige war gar nicht leicht zu zähmen, sag ich dir." Michail betrachtete die Mädels genauer und er konnte es nicht glauben. Auf der Bühne stand Inna und Olga, die sich nun bereitwillig auszogen und mit den schmutzigen Gedanken der Männer spielten. "Ja ich kenne sie. Verdammt Lew, du hast ja richtig was aus den Mädels gemacht." stotterte er anfänglich und klopfte anerkennend Lew auf die Schulter. Nickend und vollkommen zufrieden schaute Lew ihn an. "Ja das habe ich. Sie sind meine besten Pferde hier im Stall. Aber ich habe auch viel in sie investiert. Aber man schafft alles, wenn man ein wenig Schnee nach New Orleans holt." Danach ging Lew weiter und verschwand in sein Hinterzimmer.

Michails Blicke waren auf Inna gerichtet. Sie vollkommen verändert aus. Ihr Körper war durchtrainiert und von ihren kleinen Pfunde, die sie zu viel hatte, war nichts mehr übrig. So hatte er auch das Gefühl, dass sie glücklich war. Doch wusste er das es sicherliclh hinter der Bühne nicht so war. Die zwei Mädels kamen nach ihrer Show an die Bar und trauten ihren Augen nicht, als sie Michail sahen. Olga wich ängstlich zurück und entschuldigte sich, um weitergehen zu können. Inna hingegen freute sich, ihn wiederzusehen und beugte sich über den Tresen, um ihn zu umarmen. "Michail, schön dich zu sehen. Mit dir hätte ich niemals gerechnet, als Lew erzählte das wir Verstärkung bekommen." Sie drückte ihn mit ihren roten Lippen einen Kuss auf die Wange und bestellte sich ein Glas Champanger. 


Lächelnd und immernoch mit den Blick auf sie gerichtet schenkte er ihr ein Glas ein und reichte es ihr. "Und wie gefällt es dir, Kleines?" wollte er wissen. Doch bevor er eine Antwort bekam, kam ein Kunde zu ihr und nahm sie mit in ein seperaten Raum. Bis zum Ende seiner Schicht sah er sie nicht mehr. So nahm sich Michail vor, sie nach seiner Schicht einzuladen, um mit ihr zu reden. Er ging in die Garderobe der Frauen und öffnete die Tür, als sich Inna gerade eine Line zog. Fassungslos schaute er sie an, konnte er nicht glauben, dass sie so tief gesunken ist. Ihm wurde schlagartig klar, dass er es zu verantworten hatte. Schnellen Schrittes ging er auf sie zu und zog sie davon weg. "Inna was machst du da?" fragte er sie. Doch sie lächelte ihn nur still an und schloss die Augen. "Es ist so einfach, wenn man nichts mehr fühlt. 

Und du weißt doch, wenn man Energie braucht, dann muss man was nehmen." Seufzend ging er vor ihr in die Knie und murmelte. "Es tut mir leid, das wollte ich nie." mit gesenktem Kopf stand er auf und ging zur Tür. Konnte er es nicht glauben, ihr Leben so zerstört zu haben. Inna kam ihm hinterher und schlang ihre Arme um ihn. Kichernd und vollkommen unter Drogen gestand sie ihm: "Weißt das ich mich damals in die verknallt hatte. Aber du hattest ja nur Augen für die schönen Weiber." Sie ging auf Zehenspitzen und küsste seine Wange, bevor sie ihn freiließ. Er drehte sich um und zog sie an sich heran. Seine Lippen legte er sanft auf ihre und küsste sie. "Wenn du mich immernoch liebst, dann hör bitte auf mit dem Scheiß." Entgeistert schaute sie ihn an, hatte sie damit nie gerechnet. Still nickte sie und wich einen Schritt zurück. 

Auch wenn sie gerade nur zu gern die Wärme seines Körpers spüren wollte. Vor seinen Augen brach Inna in Tränen zusammen. Hatte sie doch eigentlich ihr Leben satt und wollte auch nicht mehr das Zeug nehmen, doch wusste sie nicht wie sie damit aufhören sollte. "Ich habe doch schon versucht davon los zukommen, aber ich schaffe es nicht." heulte sie. Michail kniete sich zu ihr herunter und legte sanft eine Hand auf ihre Schulter ab. "Inna, komm lass mich dir helfen." Mit verschmierten Make-Up hob sie ihren Kopf und schaute ihn mit verweinten Augen an. "Wirklich?" Michail nickte nur und wischte ihr das verlaufene Make-Up und die Tränen aus dem Gesicht. Hatte er sich vorgenommen ihr zu helfen, wusste er das er es ihr und ihrer Mutter schuldig war. So nahm er sie mit in seine kleine Wohnung über den Club und passte auf sie auf. 

Die Monate vergingen, indem Michail jeden Tag über Inna wachte. Mit seiner Hilfe schaffte sie es von den Drogen weg zukommen. Dennoch arbeiteten beide weiter für Lew. Nur mit einem kleinen Unterschied, Inna hatte mit Lew vertraglich vereinbart, dass sie nur noch als Tänzerin und Bedienung angestellt wurde. Lew hatte erst Zweifel, ob er dadurch nicht sein Umsatz einbrach, doch zu seiner Überraschung blieb er gleich.

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